Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Bericht zum Postulat Urs Wüthrich-Pelloli: Lehrstellenoffensive (2003/066) | |
| vom: | 12. Oktober 2004 | |
| Nr.: | 2004-253 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
2. Was wurde bisher zur Verbesserung der Lehrstellensituation unternommen?
2.1. Bundeslehrstellenbeschlüsse 1 und 2, Impuls-Programm „Chance" und Umsetzung des neuen Berufsbildungsgesetzes
Die Umsetzung der Lehrstellenbeschlüsse 1 und 2 in unserem Kanton in den Jahren 1997-2004, die auch im Postulat positiv erwähnt wurde, geschah in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kanton (vertreten durch das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung), den Sozialpartnern (Gewerkschaftsbund Baselland, KV Baselland, Wirtschaftskammer Baselland und Handelskammer beider Basel) und der Fachstelle für Gleichstellung. Wo es sich machen liess, wurden Projekte darüber hinaus gemeinsam mit Basel-Stadt konzipiert und realisiert (Beispiele: Umsetzung der KV-Reform, Einführung Informatik-Basislehrjahr, Projekte „Mädchen werden Informatikerinnen" und „Lehrplatz für Migrantinnen"). Daneben gab es aber auch reine Baselbieter (Beispiel „Lehrstellenförderer") oder baselstädtische Projekte (Beispiel „Rent a Stift").
Auch im Rahmen des Impuls-Programmes „Chance" wurden verschiedene Projekte lanciert, die sich inzwischen als wichtige Institutionen etabliert haben und rege in Anspruch genommen werden. Hierzu gehören insbesondere die Jugendberatungsstelle „wie weiter?" in Birsfelden und das Angebot „E Lehr mit Kick".
Selbstverständlich wird auch die Umsetzung des neuen Berufsbildungsgesetzes, ein Mehrjahresprojekt von erheblicher Trag- und Reichweite, in enger Kooperation mit den Sozialpartnern und mit Basel-Stadt erfolgen. Gemeinsame Lösungen werden insbesondere angestrebt bei der Festlegung von Schulorten für bestimmte Berufe, die Realisierung der neuen zweijährigen Grundbildung mit Attest samt den Angeboten der individuellen Förderung und bei der Entwicklung eines gemeinsamen Abgeltungsmodells für die von den Organisationen der Arbeitswelt erbrachten Ausbildungsleistungen im Rahmen der überbetrieblichen Kurse.
2.2. „Junior Job Service"
Im Rahmen des Projekts „Junior Job Service", das vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) und vom Kanton Basel-Landschaft (mit Mitteln aus dem Impuls-Programm „Chance") gemeinsam finanziert wurde, hat in den Jahren 2003 und 2004 ein befristet angestellter Lehrstellenvermittler Jugendlichen mit Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche geholfen, doch noch zu einer gangbaren Lösung zu finden. Einige von ihnen wussten nicht, wie und wo sie sich bewerben sollten, andere waren nach vielen erfolglosen Bewerbungen schon so entmutigt, dass sie der Aufmunterung und Unterstützung durch den „Junior Job Service" bedurften, um es erneut zu probieren, vielleicht auch in einem anderen Beruf.
2.3. Projekt „Mentoring"
Das „Mentoring"-Projekt ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Lehrstellenbeschluss 2-Projekts „Lehrplatz für Migrantinnen". Das gemeinsam mit Basel-Stadt realisierte „Lehrplatz"-Projekt richtete sich an Migrantenjugendliche weiblichen Geschlechts, denen das Vorbild sogenannter „Avanti-Frauen" (das sind erfolgreich in den Arbeitsprozess und in die hiesige Gesellschaft integrierte Migrantinnen) und des Mentoring von Patinnen der Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtert oder sogar erst ermöglicht werden sollte. Aufgrund der dabei gesammelten Erfahrungen wurde für das „Mentoring-Projekt" die Zielgruppe um männliche Migrantenjugendliche und um Schweizerinnen und Schweizer mit vergleichbaren Berufseinstiegsschwierigkeiten erweitert. Dieses Projekt wird ebenfalls mit Basel-Stadt gemeinsam durchgeführt und vom Bund mitfinanziert.
2.4. FAGE-Projekt
Das Projekt FAGE (FAGE steht für Fachangestellte/r Gesundheit) wird nach gut zweijähriger Projektphase ab Schuljahr 2004/05 umgesetzt: In der neu im Spengler-Areal in Münchenstein sich befindenden Berufsfachschule Gesundheit (früher: Berufsschule für Pflege) werden seit diesen Sommer die ersten 60 Lernenden des neuen Berufs Fachangestellte/r Gesundheit (je 30 mit Lehrort in Baselland und Basel-Stadt) unterrichtet, wobei sich bei der neuen Ausbildung Spitäler, Alters- und Pflegeheime und Spitex-Organisationen als Lehrbetriebe zur Verfügung gestellt haben. Bis in zwei Jahren wird dieser Beruf in unserer Region eingeführt sein, und es scheint, dass sowohl das Lehrstellen-Angebot wie die Nachfrage nach oben zeigen. Wir rechnen ab 2006 mit dem Abschluss von jährlich ca. 100 neuen FAGE-Lehrverhältnissen in beiden Basel. Parallel dazu wird voraussichtlich auf 2006 auch im Bereich Pflege eine zweijährige Grundbildung mit Attest angeboten, zudem ist vorgesehen, auch für Erwachsene, die einen Berufsabschluss im Gesundheitswesen nachholen möchten, entsprechende Angebote zu entwickeln. Nebenbei: Während Baselland im Auftrag beider Basel die Berufsfachschule Gesundheit führt, wird Basel-Stadt die Trägerschaft für die Ausbildungen im Gesundheitswesen des Tertiärbereichs übernehmen.
2.5. Lehrbetriebsverbünde
Analog zum schon erwähnten, erfolgreich eingeführten KV-Lehrbetriebsverbund der Wirtschaftskammer wird gegenwärtig im Rahmen eines Lehrbetriebs-Verbunds-Projekts versucht, weitere Lehrbetriebsverbünde zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze zu schaffen. Ziel ist, dass nach der Pionierphase die Geschäftsstelle eines Verbunds sich am Sitz der jeweiligen Organisation der Arbeitswelt befindet. Auch bei diesem Projekt, das eben erst gestartet ist, teilen sich das BBT und der Kanton Basel-Landschaft in der Projekt-Finanzierung.
2.6. Fr. 200.- als Dankeschön für die Lehrlingsausbildung
Als jüngste Massnahme, die der Lehrstellenförderung dient, wurde mit der Inkraftsetzung der Verordnung für die Berufsbildung die Einführung einer Entschädigung von Fr. 200.- pro durchgeführte Lehrabschlussprüfung an die Lehrbetriebe ab 2004 beschlossen. Die Beteiligung an den Prüfungskosten der Lehrbetriebe kostet den Kanton jährlich rund Fr. 290'000.-. Zusammen mit einem Dankesbrief für das Engagement für die Lehrlingsausbildung erhalten die Ausbildungsbetriebe einen Barscheck, den sie bei jeder Kantonalbankfiliale einlösen können. Die ersten Reaktionen auf diese Geste des Kantons sind - wenig überraschend - positiv.
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