Vorlage an den Landrat


5. Das Investitionsprogramm für die Regio-S-Bahn Basel 2005 (BL)

Das Ausbauprogramm im Kanton besteht aus drei miteinander verbundenen Teilen:


Einzelne Projekte werden zur Zeit von der SBB auf eigene Rechnung realisiert. In den nachstehenden Tabellen sind sie der Einfachheit halber als bereits als "vorhanden" aufgeführt. Gleichzeitig mit dem Investitionsprogramm realisiert die SBB auf eigene Kosten ein Facelifting der Stationen nach dem Programm RV05 mit dem Ziel, ein einheitliches modernes Erscheinungsbild der Stationen zu erreichen.


Entsprechende Investitionsprogramme der anderen Kantone der Nordwestschweiz (BS, AG, SO und JU) auf ihrem Kantonsgebiet liegen vor. Sie werden zur Zeit dem politischen Entscheid zugeführt.


Die SBB sind gemäss Bundesgesetz über die Schweizerischen Bundesbahnen (SBBG, SSR 742.31) dazu verpflichtet, die Eisenbahninfrastruktur in gutem Zustand zu erhalten und den Erfordernissen des Verkehrs und dem Stand der Technik anzupassen. An Investitionen und Leistungen, die über diese Verpflichtungen hinausgehen, haben sich Dritte, die daran besonders interessiert sind und entsprechende Begehren stellen, angemessen zu beteiligen (SBBG, Art. 3 Absatz 3 und 4). Die nachstehend aufgeführten Kostenverteiler basieren auf dem SBB-internen Reglement R 44.1 über die Beiträge Dritter an Investitionen der SBB, welches schweizweit angewendet wird.


*) Lesehilfe zum besseren Verständnis der Tabelle: Wird eine Anlage erneuert, welche schon älter als 25 Jahre alt ist, trägt die SBB 20 % an die neue Investition bei. Wurde die letzte Investition vor weniger als vor 25 Jahren getätgit, beteiligt sich die SBB nicht an den Investitionskosten. Die Beitragsanteile der SBB können kumuliert werden. Beispiel: Wenn die Anlage schon älter als 25 Jahre alt ist und wenn für die SBB an der neuen Investition ein übergeordnetes, mittleres bis grosses Interesse besteht, erhöht sich der Kostenanteil der SBB auf 30 % (20 % für das Alter plus 10 % für das Interesse), usw.




5.1 Ausbauinvestitionen für die bestehenden Haltepunkte


Die Ausbauinvestitionen zu den einzelnen Haltepunkten sind aus den Übersichtskarten im Anhang ersichtlich. Die Investitionskosten pro Haltepunkt und der vom Kanton Basel-Landschaft zu übernehmende Anteil sind in Abschnitt 7 über die Kosten und Finanzierung aufgeführt.


*) Sissach


Die SBB benötigt in Sissach ein neues Stellwerk. Gleichzeitig baut die SBB den Bahnhof Sis-sach bis zum Jahr 2007 um. Eine neue zentrale Personenunterführung wird erstellt. Die beiden bestehenden Personenunterführungen werden zugeschüttet. Sämtliche Kosten für das Stellwerk und die Umbauten werden von der SBB übernommen.


Die ursprünglichen Projektpläne der SBB sahen den Abriss des alten Postgebäudes vor. Kanton, Gemeinde und SBB wollen das denkmalpflegerisch wertvolle alte Postgebäude schützen. Gemeinsam konnte eine allseits akzeptable Lösung unter Einbezug des Postgebäudes (sog. Grundvariante "quer") gefunden werden, welche aber mit Mehrkosten verbunden ist, die teilweise von Dritten übernommen werden müssen. Ein Vorprojekt mit Planunterlagen liegt im Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts noch nicht vor. Die Kosten werden auf CHF 450'000.-- geschätzt. Die SBB beteiligt zu einem Drittel an diesen Kosten. Die Kostenaufteilung zwischen Kanton und Gemeinde ist noch Gegenstand laufender Verhandlungen.




5.2 Neubauinvestitionen für zusätzliche Haltepunkte (mit BL-Beteiligung)


Details zu den Neubauinvestitionen für die beiden zusätzlichen Haltepunkte "Basel Dreispitz" und "Längi Pratteln" sind aus den Übersichtskarten (Anhang) ersichtlich.


* Der Kanton ist Eigentümer des Grundstücks für den Bahnhof-Vorplatz




5.3 Investitionen für die kombinierte Mobilität


Details zu den einzelnen Investitionen bei den Haltepunkten sind aus den Übersichtskarten (Anhang) ersichtlich. Die Kosten sind im Abschnitt 7.1 aufgeführt; sie sind mit einer Genauigkeit von ± 20 % geschätzt.


Grellingen
Einrichtung eines Busstandplatzes für einen zweiten Normbus.


Zwingen
Neuanordnung der zwei Busstandplätze: Markierung der Standplätze, Haltestellen- und Fahrplantafeln.


Laufen
Die Station Laufen ist einer der wichtigsten Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs im Kanton mit Halt der Schnellzüge, der Züge des Regionalen Personenverkehrs SBB sowie Ausgangspunkt von sechs Buslinien der Postauto Nordwestschweiz. Der bestehende Busterminal weist sehr enge Verhältnisse und eine unklare Fussgängerführung auf. Zur Spitzenzeit fahren innerhalb weniger Minuten 16 Busse auf den Platz, was oft zu gefährlichen Situationen führt. In gemeinsamer Arbeit zwischen Kanton, Gemeinde, SBB und Postauto Nordwestschweiz wurde nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Die beste Lösungsvariante ordnet die Standplätze für die Buslinien (Normbusse) schräg an. Die Standplätze werden mit Inselperrons versehen und überdacht. Die Optimierung des Busterminals kostet CHF 2'090'000.--. Diese Lösung macht allerdings Anpassungen an der Bahnhofstrasse notwendig (Kosten CHF 355'000.--), da der Einfahrtsbereich des Busterminals nach Süden verschoben werden muss. Die Busse benötigen mehr Zirkulationsfläche. Deshalb müssen zwei Fahrleitungsmasten und ein Hochspannungsmast verschoben werden. Nördlich des Aufnahmegebäudes wird als Gemeindeprojekt ein neuer Velounterstand gebaut und der bestehende abgebrochen. Auf der Südseite des Platzes werden anstelle von P+R-Parkplätze Haltekanten für Gelenkbusse direkt am Bahnperron geschaffen. Abstellplätze für die Beiwagen, welche in den Spitzenzeiten eingesetzt werden, verringern das Konfliktpotenzial mit den ein-, aus- und umsteigenden Fahrgästen.


Die Gemeinde fordert, dass die lichte Höhe der Strassenunterführung zu vergrössern ist. Ein Kreisel bei der Strassenunterführung kann den Betriebsablauf auf dem südlichen Teil des Platzes verbessern. Die Abklärungen zwischen der Gemeinde, der SBB und dem kantonalen Tiefbauamt (Federführung) sind im Gange. Eine entsprechende Projektgenehmigung steht noch aus. Die Finanzierung muss in einer separaten Vorlage zu gegebener Zeit geregelt werden.


Liestal
Ein Bushof wird erstellt. Die Brücke beim Bahnhof über die Oristalstrasse muss verbreitert werden. Im Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts liegt noch kein Vorprojekte vor. Die Kosten für den Bushof und die Brücke werden auf CHF 3'200'000.-- veranschlagt. Die Kostenaufteilung zwischen SBB, Kanton und Gemeinde ist noch Gegenstand laufender Verhandlungen.


Lausen Nord
Die SBB verschiebt den Personenbahnhof Lausen westwärts an einen neuen Standort auf der Höhe Furlenstrasse. Die Kosten der Bahnhofverschiebung gehen voll zu Lasten der SBB. Es ist ein neuer Bahnhofplatz mit Busvorfahrt geplant. Die Kosten betragen CHF 446'500.--. Es ist vereinbart, dass sich die SBB, der Kanton und die Gemeinde Lausen zu je einem Drittel daran beteiligen.


Sissach
Die SBB bauen bis 2007 den Bahnhof Sissach um. Es wird eine neue, zentrale Personenunter-führung erstellt. Die beiden bestehenden Unterführungen werden zugeschüttet. Dank Wegfall des Freiladegeleises zwischen den heute bestehenden Bushaltestellen und den Streckengeleisen der SBB steht dem Busterminal mehr Platz zur Verfügung. Dies eröffnet die Möglichkeit, den Busterminal näher an das Aufnahmegebäude heranzurücken und neu zu gestalten. Das neue Konzept, welches gemeinsam vom Kanton, der Gemeinde Sissach und den Busbetreibern ausgearbeitet wurde, bietet den Fahrgästen wesentlich attraktivere Umsteigebedingungen. Die Wartebereiche werden zum Schutz der Fahrgäste vor der Witterung überdacht. Das heutige Busnetz mit drei Linien kann bei Bedarf erweitert werden.


Gelterkinden
Gelterkinden ist mit Schnellzugs- und Regionalzugshalt sowie fünf zum Bahnhof führenden Buslinien ein wichtiger öV-Knoten und Umsteigeknotenpunkt. Den zubringenden Buslinien steht heute jedoch zu wenig Raum zur Verfügung. Die Fussgängerströme sind nicht geführt und die Fahrgäste deshalb unfallgefährdet. Der Situation des Busterminals ist heute schlecht gelöst. Kanton, Gemeinde Gelterkinden, die SBB und die Postauto Nordwestschweiz haben deshalb gemeinsam ein Konzept zur besseren Anbindung der Busse erarbeitet. Dieses Konzept sieht vor, die nicht mehr benötigten Velounterstände zu entfernen und stattdessen den Platz auf der Südseite aufzuschütten und mit einer Stützmauer abzuschliessen. Mit dieser Umgestaltung können sechs voneinander unabhängige Busstandplätze erstellt werden. Fünf Standplätze können von Gelenkbussen angefahren werden. Dank Haltestellen-Inseln können den Fahrgästen gut signalisierte, sichere Wartebereiche eingerichtet werden. Die neuen Inseln haben Haltekanten zum behindertengerechten Ein- und Aussteigen. Neben der Auffahrtsrampe können auf dem vorhandenen Platz zwei Fahrzeuge während Betriebspausen abgestellt werden. Der heute bestehende Ausfahrtsbereich zur Bahnhofstrasse ist zu eng und muss ausgeweitet werden. Das Nebengebäude der SBB muss um drei Meter verkleinert werden.


Tecknau
Wende- und Standplatz für den Gelenkbus der Postauto Nordwestschweiz befinden sich heute auf dem SBB-Areal nördlich des Bahnhofgebäudes. Neu muss der Bus via P+R-Platz Süd wenden können. Aus diesem Grund muss der heutige Standplatz auf die Strasse vor dem Bahnhof verschoben werden. Es fallen Kosten für die neuen Markierungen und das Versetzen von Halte-stellen- und Fahrplantafeln an.


Läufelfingen
Infolge der Neugestaltung des Bahnhofs Läufelfingen muss die Bushaltestelle verschoben werden. Es fallen Kosten für die neuen Markierungen und das Versetzen der Haltestellen- und Fahrplantafeln an.



Fortsetzung >>>
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