Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Ökologischer Ausgleich in der Landwirtschaftszone: Fortführung für die Jahre 2004 bis 2008; Verpflichtungskredit | |
| vom: | 25. November 2003 | |
| Nr.: | 2003-292 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
7. Kosten und Finanzierung
7.1. Kostenentwicklung und Kalkulationsgrundlagen
Die Flächen- und die Kostenentwicklung der ökologischen Ausgleichsflächen verlief in den letzten Jahren wie folgt:
Grafik: Entwicklung Ökologische Ausgleichsfläche BL
Grafik: Kosten Bewirtschaftungsbeiträge brutto
Aus diesen Grafiken wird ersichtlich:
| - | Die Flächenzunahme ist noch nicht abgeschlossen (Ziel:10 - 20 % der landw. Nutzfläche). Buntbrachen und Hecken verzeichnen - wie erwünscht - kontinuierlichen Zuwachs. |
| - | Hecken, Buntbrachen und Streuobstbestände 'kosten' pro Fläche mehr als Magerwiesen und -weiden. Dies, weil sie meist auf ackerfähigem Land stehen. Gegenüber den auf ertragsschwächeren Standorten wachsenden Magerwiesen und -weiden werden höherer Ertragsausfallsentschädigungen pro Fläche fällig. |
| - | Für 1'642 Hektaren ökologische Ausgleichsflächen wurden im Jahre 2002 Fr. 3.043 Mio. aufgewendet (brutto; Bundessubventionen Fr. 2.238 Mio. = 74 %) |
| - | Im Durchschnitt beträgt die jährliche Abgeltung Fr. 1'853.-- pro Hektare ökologische Ausgleichsfläche. Die Spanne der Beitragsansätze pro Hektare reicht von Fr. 609.-- (Magerweiden) bis Fr. 5'264.-- (Hecken auf Ackerland; meist nur wenige Aren gross). |
Nach Flächentypen gewichtet, zeigt sich folgendes Bild (Stand 31.12.2002):
| Fläche in ha | % | Kosten in CHF, 2002 | % | Kosten pro ha / Jahr | |
| Magerwiesen | 585 | 35.6 | 1'114'339.-- | 36.6 | 1'905.-- |
| wenig intensive Wiesen | 102 | 6.2 | 112'755.-- | 3.7 | 1'105.-- |
| Magerweiden | 635 | 28.7 | 386'847.-- | 12.7 | 609.-- |
| Obstbäume | 169 | 10.3 | 692'398.-- | 22.8 | 4'097.-- |
| Hecken | 63 | 3.8 | 331'668.-- | 10.9 | 5'265.-- |
| Buntbrachen | 75 | 4.6 | 362'048.-- | 11.9 | 4'827.-- |
| Spezialstandorte | 13 | 0.8 | 43'254.-- | 1.4 | 3'327.-- |
| Total / O | 1'642 | 100 | 3'043'369.-- | 100 | O 1'853.-- |
Für die Kostenkalkulation wird angenommen:
| - | Magerwiesen, wenig intensive Wiesen und Magerweiden werden mässig zunehmen. Es handelt sich vorwiegend um Ergänzungen zum Schutz derjenigen Gebiete, welche im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung als Arrondierungsflächen aufgeführt sind. Annahme: Flächenzunahme um 15 - 20 % |
| - | Auch bei den Streuobstbeständen wird eine gewisse Abflachung erwartet. Annahme: Flächenzunahme um 15 % |
| - | Hecken und Buntbrachen werden stark zunehmen, v.a. in ökologischen Defizitgebieten. Annahme: Flächenzunahme um 30 - 50 % |
| - | Die Spezialstandorte (vorwiegend Kleinbiotop-Strukturen) werden als Vernetzungselemente ('Trittstein-Biotope') stark an Bedeutung gewinnen. Annahme: Flächenzunahme um 100 % |
| - | Für die botanische Expertin sind Lohnkosten von jährlich Fr. 85'000.-- einschliesslich sämtlicher Nebenkosten einzusetzen. |
| - | Die Vergütungen für die Kommission für ökologischen Ausgleich betragen rund Fr. 5'000.-- pro Jahr, diejenigen für die Berufspraktika rund Fr. 10'000.-- pro Jahr. |
7.2. Prognose 2004 - 2008; Projektkosten
Der Kostenprognose liegen folgende Werte zugrunde:
| - | Flächen- / Kostenentwicklung bisher (Kap. 7.1.) |
| - | Kosten pro ha Ökol. Ausgleichsfläche; typenspezifisch; Erfahrungswerte |
| - | Flächenprognosen; Ziele gemäss Vernetzungskonzept ÖQV |
gemäss folgender Tabelle:
| Stand 2002 ha |
Prognose 2003 ha |
Ziel 2008 ha |
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| Magerwiesen | 585 | 620 | 740 |
| wenig intensive Wiesen | 102 | 110 | 130 |
| Magerweiden | 635 | 660 | 790 |
| Obstbäume | 169 | 180 | 210 |
| Hecken | 63 | 70 | 105 |
| Buntbrachen | 75 | 90 | 135 |
| Spezialstandorte | 13 | 20 | 40 |
| Total | 1'642 | 1'750 | 2'150 |
Darauf basierend, ergeben sich folgende Jahres- und Gesamtkosten brutto 2004 bis 2008:
| KCHF | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | Total |
| Abgeltungsbeiträge | 3'450 | 3'600 | 3'750 | 3'900 | 4'050 | 18'750 |
| botanische Expertin | 85 | 85 | 85 | 85 | 85 | 425 |
| Kommission/Praktika | 15 | 15 | 15 | 15 | 15 | 75 |
| Total | 3'550 | 3'700 | 3'850 | 4'000 | 4'150 | 19'250 |
Zur programmgemässen Fortführung des Naturschutzprogramms 'Ökologischer Ausgleich in der Landwirtschaft' ist somit für die Jahre 2004 bis 2008 ein
| Brutto-Kredit von Fr. 19'250'000.-- erforderlich. |
Dank der Beiträge des Bundes an die Projektkosten (vgl. Kap. 1. & 7.3.) verbleiben dem Kanton Basel-Landschaft
| Netto-Kosten von Fr. 4'042'500.-- |
7.3. Projektfinanzierung / Beiträge Dritter
Das Projekt wird als 5-jähriger Verpflichtungskredit finanziert. Der Landrat bewilligt die Bruttokosten. Die Jahrestranchen unterliegen der Genehmigung im Rahmen des jährlichen Voranschlages.
An die Projektkosten leistet der Bund folgende Beiträge :
| · rund 82 % | in Gebieten, in welchen die Anforderungen an die Biotopvernetzung gemäss eidg. Öko-Qualitätsverordnung erfüllt sind oder in den nächsten 3 Jahren erfüllt werden |
| · rund 78 % | in Gebieten, in welchen die Anforderungen an die Biotopvernetzung gemäss eidg. Öko-Qualitätsverordnung erfüllt sind oder in den nächsten 6 Jahren erfüllt werden |
| · rund 69 % | in Gebieten, in welchen die Anforderungen nicht erfüllt sind |
| · rund 30 % | an die Lohnkosten der botanischen Expertin |
Im Kanton Basel-Landschaft sind diese Anforderungen an die Biotopvernetzung bei programmgemässem Projektfortschritt
| - | auf 33 % der Kantonsfläche heute (2002) erfüllt; |
| - | auf 66 % der Kantonsfläche bis in 3 Jahren erfüllt; |
| - | auf 86 % der Kantonsfläche bis in 6 Jahren erfüllt. |
Im Schnitt können für die Periode 2004 - 2008 Bundesbeiträge von 79 % erwartet werden. Es ergibt sich folgende Beitrags-Bilanz:
| Kosten (18) bei planmässiger Weiterführung gemäss Vernetzungskonzept | Zum Vergleich: Kosten bei Sistierung auf status quo (Basis: Budget 2004) |
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| 2004 | 3'550'000.-- | 3'550'000.-- |
| 2005 | 3'700'000.-- | 3'550'000.-- |
| 2006 | 3'850'000.-- | 3'550'000.-- |
| 2007 | 4'000'000.-- | 3'550'000.-- |
| 2008 | 4'150'000.-- | 3'550'000.-- |
| Total 2004 - 2008 | 19'250'000.-- | 17'750'000.-- |
| abzgl. Bundessubventionen | 79 % 15'207'500.-- |
74 % 13'135'000.-- |
| verbleibende Nettokosten Kanton BL | 4'042'500.-- | 4'615'000.-- |
Trotz Steigerung des Brutto-Aufwandes auf Fr. 4.15 Mio. im Jahre 2008 wirkt sich der Bundessubventionsfluss somit positiv auf die Netto-Bilanz aus
Allerdings werden die Bundesbeiträge nur unter der Voraussetzung gewährt, dass das Naturschutzprogramm gemäss dem kantonalen 'Vernetzungskonzept Ökologischer Ausgleich' ÖQV planmässig fortgeführt wird (vgl. Kap. 3.; 4.; 6.2.). In den Gebieten mit 3- resp. 6-jährigem Realisierungshorizont werden sie bei Sistierung oder Verzögerung des Naturschutzprogramms gekürzt.
Den bisherigen Subventionsfluss zeigt folgende Grafik (vgl. auch Kap 1.):
Grafik: Finanzierung Kantonale Ökobeiträge
Mit der eidgenössischen Öko-Qualitätsverordnung, und dem darauf gestützten kantonalen Vernetzungskonzept ökologischer Ausgleich, steht also ein Lenkungsinstrument zur Verfügung, welches die Fortführung und Stärkung des ökologischen Ausgleichs in der Landwirtschaft mit überproportional ansteigenden Bundesbeiträgen fördert.
Es liegt durchaus im Interesse des Kantons Basel-Landschaft, diesen Subventionsfluss zu nutzen. Er verleiht dem Naturschutzziel 'Arten- und Biotopschutz in der Landwirtschaft' eine wertvolle, sowohl ökologisch wie auch finanziell wirksame Synergie.
Für bereits vorhandene ökologische Ausgleichsflächen besteht eine vertraglich festgelegte Finanzierungsverpflichtung seitens des Kantons. Im Zeitraum 2004 bis 2008 sollen die ökologischen Ausgleichsflächen auf rund 2'150 Hektaren erweitert werden. Auch für diese Flächen werden in den Anschlussjahren gleiche Jahreskosten aufzubringen sein. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Laufende Kosten. Investitionsbedingte Folgekosten fallen deshalb nicht an.
Wie in Kap. 7.3. aufgezeigt, profitiert der Kanton bei plangemässer Fortführung des Naturschutzprogramms von massgeblich erhöhten Bundesbeiträgen, während ihm bei Sistierung des Programms auf dem status quo höhere Nettokosten erwachsen würden:
| Kosten brutto 2004 - 2008 | Bundesbeiträge 79 % |
Kosten netto bei planmässiger Fortführung |
Kosten netto bei Sistierung auf status quo |
| 19'250'000 | 15'207'500 | 4'042'500 | 4'615'000 |
Die Folgekosten für den Kanton im Zeitraum 2004 - 2008 liegen bei planmässiger Fortführung des Programms somit um
Fr. 572'500.-- tiefer
als bei Sistierung auf dem status quo. Dies entspricht einer jährlichen Entlastung von rund Fr. 100'000.-- , gemäss folgenden Finanzierungszahlen:
Finanzierungszahlen zum Projekt Ökologischer Ausgleich 2004 - 2008 nach FHG § 35 5
Grafik: Planung der Netto-Investition 2001-2011
Grafik: Finanzierungssaldo nach Finanzplan 2001-2008
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Fussnote:
18 einschl. Lohnkosten botanische Expertin