Vorlage an den Landrat


14. Parlamentarische Vorstösse

14.1 Motion 1999/216 Rita Kohlermann, FDP-Fraktion, betreffend Schaffung von Strukturen für die Koordination nach innen und den gemeinsamen Auftritt nach aussen, die dem Kanton Basel-Landschaft eine optimale touristische Weiterentwicklung ermöglichen


Die Motion wurde am 28. Oktober 1999 eingereicht und vom Landrat in seiner Sitzung vom 23. März 2000 überwiesen (Beschluss Nr. 429). Die Motion geht davon aus, dass Tourismusförderung mit Wirtschaftsförderung gleichzusetzen sei. Der Tourismus, der auf kleingewerbliche Strukturen abgestützt sei, erhalte und schaffe Arbeitsplätze, die sich nicht ohne weiteres wegrationalisieren lassen würden. Es wird weiter festgestellt, dass der Kanton mit Basel-Stadt und der Wirtschaft zusammen funktionierende Strukturen geschaffen habe, die jedoch den Tourismus ausser acht lassen würden. Die Tourismus-Messe in Liestal habe gezeigt, dass in unserem Kanton ein mannigfaltiges touristisches Angebot vorhanden sei. Es gelte, dieses optimal zu nutzen. Aus diesem Grunde seien Strukturen zu schaffen, die sowohl eine Koordination nach innen gewährleisten als auch einen gemeinsamen Auftritt nach aussen ermöglichten. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den Partnern in der Nordwestschweiz und am Oberrhein wichtig und einzubeziehen.


Einziger aktiver Akteur in der Förderung touristischer Aktivitäten war in der Vergangenheit der Verkehrsverein Baselland. Dieser wirkte als Dachorganisation der 26 örtlichen Vekehrs- und Verschönerungsvereine. Finanziell wurde der Verkehrsverein mit einem jährlichen Beitrag von rund 30'000 Franken aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds unterstützt. Die Hälfte dieses Beitrages konnte für eigene Aktivitäten verwendet werden, die andere Hälfte war an Basel Tourismus weiterzuleiten, zwecks Sicherstellung einer minimalen Vertretung des Baselbietes bei internationalen Marketingmassnahmen. Die Überweisung der Motion im Rahmen der Landratssitzung vom 23. März 2000 und die Willensbekundung des Regierungsrates im Regierungsprogramm 1999-2003, welche seitens des Landrates am 13. April 2000 durch Genehmigung des Regierungsprogrammes bekräftigt wurde, zeitigte, wie weiter vorne dargelegt, eine sehr erfreuliche Wirkung: Der Verkehrsverein Baselland nahm die Signale auf und fühlte sich in seinem eigenen Willen bestärkt, die Strukturen des Vereins zu überprüfen und eine Professionalisierung der eigenen Aktivitäten in die Wege zu leiten. Daraus hervorgegangen ist der Verein "Baselland Tourismus". Eingebunden in die neuen Strukturen ist auch die Interessengemeinschaft "IG Blick ins Baselbiet" in der neuen Form als "Konferenz der Leistungsträger". Der Ursprung dieser Interessengemeinschaft geht im übrigen ins Jahr 1998 zurück. Damals fanden sich verschiedene Institutionen aus den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Landwirtschaft und Kultur in einer Interessengemeinschaft "Messe Lörrach" zusammen, um gemeinsam einen Stand an der Regio Messe 1999 zu realisieren. Die Geschäftsstelle von "Baselland Tourismus" ist in der Aufbauphase im "Haus der Wirtschaft" eingemietet und kann auf die dort vorhandene Infrastruktur (Empfangsschalter, Telefonzentrale, EDV, Konferenz- und Schulungsräume, Spedition, etc.) zurück greifen.


Der Regierungsrat stellt mit Genugtuung und Freude fest, dass die vom Regierungsrat und vom Landrat zum Ausdruck gebrachte wirtschaftspolitische Absicht, den Tourismus als Impulsgeber zur Steigerung der Attraktiviät des Baselbietes als Lebens- und Wirtschaftsraum zu fördern, zum Entstehen der auch in der Motion angesprochenen touristischen Strukturen geführt hat. Das erste Betriebsjahr von Baselland Tourismus wurde auf der Basis eines Leistungsauftrages durch einen Beitrag von 350'000 Franken aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds mitfinanziert. Mit dem vorgelegten Tourismusgesetz soll nun in einem weiteren Schritt die Rechtsgrundlage für die zukünftige Mitfinanzierung aus allgemeinen Staatsmitteln geschaffen werden.




14.2 Motion 1999/217 Rita Kohlermann, FDP-Fraktion, betreffend Erarbeitung einer Wertschöpfungsstudie als Grundlage für die Optimierung der touristischen Entwicklung des Kantons Basel-Landschaft


Die Motion wurde ebenfalls am 28. Oktober 1999 eingereicht und vom Landrat in seiner Sitzung vom 23. März 2000 überwiesen (Beschluss Nr. 430). Der Tourismus komme in den Wirtschaftsbarometern kaum oder nur am Rande vor und die schweizerische Öffentliche Statistik kenne den Begriff Touristik nicht. Zwar würden die gesamtschweizerisch erhobenen Indikatoren über die Anzahl der Übernachtungen Auskunft geben, nicht jedoch über die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus insgesamt. Diese gehe bekanntlich weit über die eigentlichen Einnahmen aus Übernachtungen hinaus. So würden zum Beispiel Bereiche wie Detailhandel, Banken, Transportunternehmen, Versicherungen, Landwirtschaft etc. ebenfalls von den Vorleistungen der touristischen Leistungsträger profitieren. Die Motion fordert deshalb den Regierungsrat auf, eine Wertschöpfungsstudie zu initiieren, allenfalls mit Privaten zusammen, aufgrund derer die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für den Kanton Basel-Landschaft sichtbar wird und Massnahmen zur Optimierung der touristischen Entwicklung erkennbar werden.


Wie unter Ziffer 2 dieser Vorlage dargelegt, beauftragte die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion im Frühjahr 2002 ein interdisziplinärens Expertenteam unter der Leitung von Professor Dr. Peter Keller, Abteilung Tourismus der Universität Lausanne, mit der Erarbeitung einer Wertschöpfungsstudie und einem Marketingkonzept für "Baselland Tourismus". Die Wertschöpfungsstudie über den Tourismus im Kanton Basel-Landschaft gibt umfassend Auskunft über den Stellenwert des Tourismus in unserem Kanton. Überraschend ist insbesondere die hohe Anzahl Tagesgäste, die mit rund 3,2 Millionen Besuchern eruiert wurde. Die Zahl der übernachtenden Besucherinnen und Besucher wird mit knapp 600'000 Übernachtungen veranschlagt. Die direkte Wertschöpfung der tourismusabhängigen Unternehmungen und Branchen am kantonalen Bruttoinlandprodukt (BIP) belief sich im Jahre 2001 auf 1,3 %. Unter Berücksichtigung der Vorleistungskäufe und Investitionen der touristischen Leistungsträger sowie der Einkommenseffekte beträgt der gesamte durch den Tourismus ausgelöste Wertschöpfungsanteil im Kanton Basel-Landschaft rund 2 % des BIP.



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