Vorlage an den Landrat


5. Das Projekt

5.1. Raumprogramm


Pathologie




Zusätzlicher Projektteil




5.2. Bau- und Haustechnikkonzept


Das Bau- und Haustechnikkonzept ist auf hohe Funktionalität bei möglichst einfacher und wirtschaftlicher Ausführung angelegt. Die baulichen Gegebenheiten (niedrige Geschosshöhen) des Bestandes werden berücksichtigt und die baulichen Massnahmen und technischen Anlagen entsprechend konzipiert.


Ein zentraler Technikraum für Heizung, Lüftung, Sanitär wird im Anbauteil auf der Nordostseite im Untergeschoss U2 angeordnet. Dabei wird dort eine angemessene, grössere Geschosshöhe für die haustechnischen Anlagen vorgesehen. Vom Technikraum aus werden alle Laborräume einzeln über vertikale Schächte erschlossen. Dadurch ist einerseits eine grösstmögliche Flexibilität gegeben, andererseits kann auf horizontales Verlegen der Leitungen in den Geschossen verzichtet werden.


Die zentrale Lage des Technikraums, sowie die unmittelbare Andienung der Labors gewährleisten direkte Leitungswege mit hoher Funktionalität und Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung aller Aspekte. Unterstützt wird dies durch die Organisation des Nutzungslayouts, bei dem die grossen Laborräume direkt über der Technikzentrale im neuen Anbau angeordnet werden. Im Sinne der Flexibilität hinsichtlich möglicher Nutzungsänderungen wird die vernetzte Struktur der vertikalen Schächte auch in angrenzenden Räumen, die zunächst als Büros für Nebennutzungen vorgesehen sind, eingerichtet.


Die bestehende Heizungszentrale im Nordflügel wird baulich angepasst, so dass die Heizung des bestehenden Gebäudeteils und des umzubauenden Südflügels von dort weiterhin betrieben werden kann. Die gesamte Heizanlage (inkl. Heizkörper) in diesem Bereich kann durch geschickte bauliche Integration beibehalten werden.


Die Elektroversorgung des Südflügels wird ähnlich der Lüftungs- und Sanitäranlagen von einem zentralen Technikraum im U2 betrieben. Er ist gegenüber dem neuen Technikraum HLKS im Umbaubereich angeordnet und erschliesst über eine zentrale Steigzone alle Geschosse. Der Raum wird so dimensioniert, dass eine spätere Kapazitätserweiterung möglich ist.


Alle Leitungen der Haustechnik im Decken-, teils auch Wandbereich werden offen, sichtbar und sauber installiert. Es sind aufgrund der geringen Raumhöhen keine abgehängten Decken möglich, lediglich die Bauteile mit Brandschutzanforderungen (vertikale Schächte) werden entsprechend verkleidet.


Die Kapellen in den Labors sind als Umluftkapellen (Workstation) vorgesehen, so dass geringe Luftwechsel möglich sind. Künstlich be- und entlüftet werden lediglich Labors und innenliegende Räume (WC). Über ein integriertes Filtersystem in den Kapellen können die Schadstoffe direkt an der Quelle zurückgehalten und entsorgt werden.


Alle Medien werden in den Labors unter der Decke geführt. Die Arbeitstische werden "von oben" versorgt, im Anbauteil wird die Elektroverteilung über Brüstungskanäle gewährleistet. Ansonsten wird auch die gesamte Elektroverteilung im Umbaubereich (Labors und Büroräume) über offen unter der Decke verlegte Trassen geführt, wobei die Anschlüsse mittels flexibler Energiesäulen in den Einzelräumen nach Bedarf erfolgen.


Insgesamt wird das Ziel verfolgt in sanftem Umgang mit dem Bestand eine möglichst einfache und für zukünftige Nutzungen offene haustechnische Installation vorzusehen. Auf diese Weise wird eine hohe Ökonomie, Ökologie und Funktionalität der Massnahme sichergestellt. Die angemessene Dimensionierung und räumliche Ausstattung ermöglicht auch in Zukunft problemlose Nutzungsänderungen und -erweiterungen. So sind die Räume der ergänzenden Projektteile (siehe auch 5.4) entsprechend konzipiert und in das Haustechnikkonzept integriert.




5.3. Um- und Anbau Pathologie


Das Projekt sieht die Umnutzung des Südflügels "Personalhaus KSL" zum "Kantonalen Institut für Pathologie" (KIP) in den Geschossen U2 bis 01 vor. Der bestehende Gebäudeteil wird entsprechend umgebaut, im Nordosten wird ein Neubauteil mit einem internen Treppenhaus angefügt. Die tragende Struktur dieses Neubaukörpers ist so ausgebildet, dass eine spätere Aufstockung um ein Geschoss möglich ist. Zur Sicherstellung der gesetzlich geforderten Fluchtwege wird im Süden ein neues Treppenhaus mit Aufzug (Betten-gängig) über alle Geschosse des Südflügels vorgesehen. Der zweite Fluchtweg wird über das bestehende Treppenhaus des Personalhauses gewährleistet. Hierzu erfolgen dort bauliche Anpassungen (automatische Brandmelder, T30-Brandabschlüsse).


Der neue Zugang zum Institut erfolgt auf der Südwestseite beim neuangebauten Treppenhaus, gegenüber der Notfallaufnahme Kantonsspital Liestal (KSL). Die Anlieferung KIP erfolgt über eine neue Rampe von der Mühlemattstrasse her. Ebenfalls von der Mühlemattstrasse werden fünf neue Parkplätze auf der Rückseite des Gebäudes ebenerdig erschlossen.


Der bestehende Südflügel wird in seiner baulichen Substanz zu einem grossen Teil erhalten. Es werden vertikale Durchbrüche für Schächte der Haustechnik und horizontale Durchbrüche bei jeder zweiten Trennwand in den Obergeschossen zwischen den ehemaligen Personalzimmern vorgesehen. Dadurch werden je zwei kleinformatige Zimmer zu grossen Nutzeinheiten zusammengefasst. Die entfernte Wand wird konstruktiv durch eine Stahlkonstruktion (Unterzug) ersetzt. Alle Sanitärzellen der ehemaligen Personalzimmer werden entfernt und in diesem Bereich die neuen Schächte eingerichtet.


Grundsätzlich werden alle Labors über Einzelschächte erschlossen, da die bestehende, niedrige Raumhöhe kein grossflächiges, vertikales Verlegen von haustechnischen Leitungen ermöglicht. Alle Schächte werden im Technikraum im Geschoss U2 zusammengeführt. Der neue Technik-raum liegt zentral angeordnet im Anbau, hier ist eine notwendige, grössere Raumhöhe vorzusehen. Alle grossen Labors liegen unmittelbar über dem zentralen Technikraum im Anbauteil und sind so über kurze Leitungswege mit diesem verbunden. Im Süden des Anbaus gewährleisten zwei Kamine die störungsfreie Versorgung der Lüftungsanlage für die Labors mit Zu- und Abluft.


Geschossweise werden unterschiedliche interne Nutzungen eingerichtet. Das U2 (1. UG) ist wesentlich mit Nebennutzungen eingerichtet: Technikräume, Garderoben, Archivräume. Im U1 (ebenerdiges Geschoss) erfolgt der Zugang. Es wird aufgrund der grösseren Räumhöhe des Bestands als zentrales Laborgeschoss vorgesehen. Das Geschoss 00 (1. OG) wird fast aus-schliesslich mit Büronutzungen (Institutsräume, Verwaltung und Ärztezimmer) belegt. Im Geschoss 01 (2. OG) ist der Anbauteil mit ergänzenden Labors vorgesehen, der Umbauteil wird mit Räumen für Assistenzärzte des KSL eingerichtet. Diese Flächen können gegebenenfalls später als Erweiterungsräume der Pathologie genutzt werden.


Insgesamt wird durch die präzise horizontale und vertikale Gliederung der baulichen Massnahmen und der Nutzungsstruktur eine hohe Funktionalität resp. kostengünstige Anpassung in Bezug auf spätere Veränderungen gewährleistet. Innen sind alle Räume hell eingerichtet. Die Installationen werden in den Räumen sichtbar geführt, der technische Charakter eines Laborgebäudes wird als Gestaltungsleitlinie interpretiert, so dass Form und Funktion nicht nur eine Einheit bilden, sondern zum ästhetischen Konzept mutieren.


Die Gestaltung der Gebäudehülle sieht zunächst die sanfte Sanierung des Bestandes vor, bei dem die Aussenputzflächen ausgebessert und neu gestrichen werden. Zudem werden neue Fenster mit hohem Wärmeschutzwert in ähnlicher Gliederung wie der Bestand eingebaut.


Während der bestehende Südflügel im Sinne des Gesamtensembles KSL saniert wird, wird der Anbauteil im Nordosten als neuer Gebäudekörper, präzise optisch ebenso fassbar als neues Element, eingefügt. Die Materialien der Aussenverkleidung (hinterlüftete, zweischalige Fassade) sind ähnlich denen des neuen Bettenhauses KSL (Faserzementplatten), zeichnen sich in Glie-derung und Farbgestaltung jedoch als neu hinzugefügter Gebäudeteil ab.




5.4. Ergänzende Projektteile


Assistenzärzte KSL


Für die Assistenzärzte des Kantonsspitals Liestal besteht ein dringender Raumbedarf, weil die Unterbringung im Berrischen Gut aufgehoben worden ist. Diese Räume werden durch eine andere Verwaltungsnutzung beansprucht. Im 2. Obergeschoss des Personalhauses sind bereits heute Räume provisorisch hergerichtet für eine Nutzung durch die Assistenzärzte.


Im Geschoss 01 (2. OG), auf der gesamten Westseite des bestehenden Südflügels, werden Räume für Assistenzärzte des Kantonsspitals Liestal (KSL) eingerichtet. Analog in den darunter liegenden Geschossen U1 und 00, wird jede zweite Trennwand zwischen den ehemaligen Personalzimmern grossflächig abgebrochen. Dabei bleibt beim Fenster jeweils eine Wandschotte bestehen, sodass sowohl die Tragkonstruktion unterstützt wird, als auch die bestehende Heizanlage erhalten werden kann.


Anstelle der demontierten Trennwand übernimmt ein Stahlbalken die Auflagerlast der Decken des darüber liegenden Geschosses. In allen Räumen werden ebenfalls die bestehenden Sanitärzellen entfernt. In diesem Bereich werden die Schächte entsprechend der darunter liegenden Geschosse weitergeführt.


Einerseits ist eine Ausstattung der Räume als Hilfslabors oder Büros für die Assistenzärzte des KSL, andererseits eine optionale spätere Nutzung der Räume als Erweiterung KIP problemlos möglich, da die Schächte als direkte Steigzonen in die Technikräume des U2 führen. Im Sinne grösstmöglicher Funktionalität und Flexibilität, werden diese Räume hinsichtlich des Ausbaus der Boden- und Wandbeläge, identisch wie die Labors KIP behandelt.


Die Medienversorgung wird wie in den Räumen KIP, über offen geführte Leitungstrassen unter den Decken gewährleistet, wobei eine Energiesäule die unmittelbare Anbindung an die Endverbraucher sicherstellt.


Anpassungen / Sanierung Haustechnik


Die Räume des Südflügels im obersten Geschoss des Personalhauses sind seit 1. Juli 1997 für 10 Jahre fest, mit einer Option für weitere 5 Jahre, an die Spitex Liestal vermietet. Diese Organi-sation hat auch die räumlichen Änderungen für ihre Nutzungsbedürfnisse auf eigene Kosten vorgenommen.


Die vorgesehenen Anpassungen im Nutzungsperimeter der Spitex sind bedingt durch die vollständige Sanierung der Haustechnik im Südflügel und den Anbau des zusätzlichen Treppen-hauses an diesen Gebäudeflügel.


Im Geschoss 02 (3. OG) werden bauliche und haustechnische Anpassungen in den Räumen der Spitex vorgenommen, der Grundriss wird in seiner Struktur jedoch nicht verändert. Der Anschluss der Spitex an das neugeschaffene Treppenhaus mit Aufzug an der Südseite bedingt Anpassarbeiten, bzw. Nutzungsänderungen in angrenzenden Räumen. So wird aus dem beste-henden Besprechungsraum ein Lagerraum; ein neuer Besprechungsraum und ein zusätzliches Büro werden in der Nordwestecke des bestehenden Südflügels ersatzweise eingerichtet. In diesen zwei Räumen werden auch die bestehenden Sanitärzellen analog der Räume KIP und Assistenzärzte vollständig entfernt. In den bestehenden Büroräumen werden in den Bade-zimmern die Sanitäreinrichtungen ausgebaut, der Raum bleibt als Archiv erhalten.


In einem Sanitärraum wird als Ersatz ein Personal-WC Spitex geschaffen, in einem anderen eine neue Umkleide mit Dusche eingerichtet.


Gebäudehülle


Im Zuge des Umbaus des Südflügels Personalhaus KSL zum KIP wird eine Sanierung der Aussenhülle vorgenommen. Die Fenster werden ersetzt durch Rahmenkonstruktionen in Holz/ Alu mit Wärmeschutzglas. Ebenso werden entsprechend der Wärmeschutzberechnung verschiedene Dämmmassnahmen, vornehmlich im Untergeschoss und an Bauteiluntersichten, vorgenommen.


Die bestehenden Putzoberflächen werden ebenso wie die bestehenden Sichtbetonfertigteile instandgesetzt, gereinigt und neu gestrichen. Eine nachträgliche aussenliegende Wärmedämmung der verputzten Wandflächen ist aus Gründen des Schallschutzes nicht zu empfehlen. Abklärungen haben ergeben, dass die Schallemissionen der nahen Umfahrungsstrasse zu unerwünschten Schwingungen und Schallübertragungen führen und ins Gebäudeinnere geleitet würden.


Auch im Hinblick auf Belange der Denkmalpflege ist eine solche Massnahme nicht wünschenswert, da die äussere Erscheinung und Einbindung des Gebäudes ins Gesamtensemble KSL wesentlich beeinträchtigt würde.


Das Flachdach wird neu gedämmt und abgedichtet; ebenfalls werden die Spenglerarbeiten erneuert. Der Neu- bzw. Anbauteil erhält eine zweischalige, hinterlüftete Fassade mit sehr guter Wärmedämmung. Die Gebäudehülle des umgebauten Südflügels entspricht durch die genannten Massnahmen in ihrer Gesamtheit den heutigen Wärmeschutzanforderungen.


Anpassungen Nordflügel


Der Nordflügel des Personalhauses KSL ist nicht Teil der Umbaumassnahme, lediglich dort, wo die Umbaumassnahme des Südflügels zu notwendigen baulichen Anpassungen führt, werden diese vorgenommen.


Im Einzelnen sind dies die Nachrüstung mit Brandschutztüren zur Ausbildung des Treppenhauses als Brandabschnitt, sowohl beim Korridor des Nord- und Südflügels wie auch die Ausstattung des Treppenhauses mit einer Brandmeldeanlage (2. Fluchtweg für den Südflügel). Ausserdem wird im Technikraum des Nordflügels (ehemalige Zentrale für das gesamte Personalhaus) die Heizungszentrale in dem Bereich nachgerüstet, der weiterhin Heizfunktionen für den umgebauten Südflügel übernimmt.


Ansonsten bleibt der Nordflügel in seiner baulichen Gestalt und Funktion weiterhin als Personalhaus bestehen, wobei durch die Einrichtung der baulichen Abschnitte (Brandabschnitte) und der Nutzung eine klare Trennung bzw. Loslösung vom Südflügel erfolgt.


Der Nordflügel wurde innen in den letzten Jahren gestrichen und renoviert. Das KSL sieht vor, in den nächsten Jahren, aussen geplante Massnahmen der Instandhaltung fortzusetzen.


Es ist vorgesehen, diese Unterhaltsmassnahmen koordiniert mit der Verwirklichung des Um- und Anbauprojektes umzusetzen.




5.5. Pläne


Pläne [PDF-Format; 464 KB]
- Situation
- Untergeschoss, Ebene U2
- Erdgeschoss, Ebene U1
- 1. Obergeschoss, Ebene 00
- 2. Obergeschoss, Ebene 01
- 3. Obergeschoss, Ebene 02
- Dachgeschoss, Ebene 03
- Schnitte
- Fassaden




5.6. Ökologie und Energie


Baubiologie


Es werden beim Umbau vor allem baubiologisch einwandfreie Stoffe mit Zulassung verwendet. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des geringen Betriebsunterhalts werden alle Details in tradi-tioneller baukonstruktiver Ausführung nach den bewährten Regeln der Baukunst entwickelt. Die vorgesehenen Materialien zeichnen sich durch Dauerhaftigkeit aus und werden in ökologisch unbedenklichen und energiesparenden Herstellungsprozessen erzeugt und bearbeitet.


Mit den Wärmedämmungsmassnahmen wird ein Heizenergiebedarf erreicht, welcher 20 % unter dem verlangten Wert der Verordnung über die rationelle Energienutzung liegt. Daneben bildeten die Norm SIA 380/1 "Thermische Energie im Hochbau" und 380/4 "Elektrische Energie im Hoch-bau" die Basis für die Projektierung der haustechnischen Anlagen.


Eine extensive Begrünung der ebenfalls neu gedämmten Flachdachflächen dient als natürlicher Wasserspeicher und auch der mikroklimatischen Kühlung im Sommer.


Insgesamt ist das Rezyklieren der bestehenden Bausubstanz selbst bereits eine ökologische Massnahme, die durch das Hinzufügen kompakter, energetisch günstiger Baukörper unterstützt wird.


Energie/Haustechnik


Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt wie bis anhin ab der Fernwärmeversorgung Liestal. Die Heizverteilung erfolgt über Heizkörper mit Thermostatventilen.


Die erforderliche Lüftungsanlage für die Laborräume (Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung) kann durch den Einsatz von Workstations (Umluftkapellen) in ihrer Luftleistung reduziert ausgeführt werden gegenüber von herkömmlichen Kapellen.


Die Abwärme der Kältemaschine wird für die Vorwärmung des Brauchwarmwassers zurückgewonnen. Die Speicherfähigkeit der Gebäudemasse wird genutzt, damit Kälteenergie eingespart werden kann.


Die verschiedenen Energieverbraucher werden messtechnisch erhoben, um die Möglichkeit der Auswertung und Optimierung zu nutzen.


Energiekosten


Bei den zu erwartenden Energiekosten ist zu beachten, dass die neue Pathologie gegenüber der bestehenden Situation wohl eine verbesserte Wärmedämmung aufweist, andererseits aber aufgrund der heutigen gesetzliche Anforderungen an die Arbeitsplatzhygiene eine kontrollierte Be- und Entlüftung verlangt.


Diese Umstände führen dazu, dass die Energiekosten für Wärme eine leichte Reduktion (ca. Fr. 1 000.-- pro Jahr) erfahren, während die Kosten für Elektrizität zunehmen werden (ca. Fr. 2 500.-- pro Jahr).


Regenwasser


Das gesamte Regenwasser im Bereich des umzubauenden Südflügels wird natürlich versickert. Ein Teil wird über die Wasserspeicherkapazität der begrünten Flachdächer aufgenommen und entsprechend über Verdunstung wieder der Luft zugefügt. Der Rest wird gesammelt und in einen neu angelegten Sickerschacht eingeführt (auf der Nordseite des Gebäudes). Alle Aussenanlagen werden so ausgebildet, dass eine natürliche Versickerung möglich ist; die Parkplatzflächen werden ebenfalls mit offenem Rasenpflaster ausgestattet. Da derzeit das Regenwasser gesamthaft in das Kanalsystem eingeleitet wird, stellen die genannten Massnahmen einen wesentlichen ökologischen Beitrag dar.




5.7. Denkmalpflegerische Massnahmen


Das gesamte Ensemble des Kantonspitals Liestal stellt in seiner baulichen Einheit einen markanten Bauzeugen der Nachkriegsmoderne dar, hier ein besonderes Beispiel der Spitalbauten der 50er und 60er Jahre. Die durchgehende Gestaltung in Form und Materialien ist auch durch Umbauten weitgehend zu erhalten, um die Wirkung der Gesamtanlage nicht zu zerstören. Insofern werden die Putzfassaden sanft saniert. Die Neubauteile stellen sich als eigenständige Baukörper dar, wobei darauf geachtet wird, dass Materialien anderer Umbauten des Ensembles wieder aufgenommen werden.




5.8. Benutzerspezifische Aspekte


Brandschutz, Arbeitssicherheit


Alle Aspekte des baulichen Brandschutzes und der Arbeitssicherheit wurden frühzeitig abgeklärt und in die Planung aufgenommen, um hier zu einer integrierten Lösung zu gelangen, die wirtschaftlichen und funktionalen Anforderungen entspricht.


Alle Geschosse werden in neue Brandabschnitte unterteilt, die durch rauchdichte Brandschutztüren (T30) voneinander abgetrennt werden. Eine wesentliche Massnahme ist die endständige Erstellung eines neuen Fluchttreppenhauses beim Südflügel. An dieses Treppenhaus ist jeder Fluchtkorridor direkt angeschlossen und der Weg führt im EG unmittelbar ins Freie. Darüber hinaus besitzt das Treppenhaus auf jeder Geschossebene einen Fluchtbalkon zum Anleitern.


Das bestehende Treppenhaus im Nordflügel wird im Sinne des baulichen Brandschutzes mit verschiedenen R30/T30 Türen ergänzt, sodass der Treppenraum von den Korridoren der Personalzimmer abgegrenzt wird. Im Treppenraum des Nordflügels wird eine Brandmeldeanlage nachgerüstet, ansonsten erhält der umzubauende Südflügel Vollschutz entsprechend KSL-Standard. Die Brandmeldeanlage wird auf jene des KSL aufgeschaltet. Alle Leitungen, Schächte etc. werden nach Vorschrift brandgeschottet (baulich geschlossen oder mit Brandschutzklappen versehen).


Alle Wände zwischen den Labors werden in F60 Qualität, alle Türen zwischen Labors und Fluchtkorridor in T30 Qualität ausgebildet.


Die Labors und potentiellen Laborflächen (mögliche Nutzungsänderungen) werden mit ableitfähigen Böden (Potentialausgleich) versehen. Im U2 wird ein zentraler Ex-Raum eingerichtet in dem alle Großmengen leicht entzündlicher Stoffe unter entsprechenden Sicherheitsstandards gesammelt werden. Der Ex-Raum ist gleichzeitig die Schnittstelle zur Entsorgungskette der Laborchemikalien durch das KSL. Hier werden sie aus der Verantwortung des Nutzers in das bestehende, funktionierende Entsorgungssystem des Spitals übergeben.


Innerhalb der Labors wird durch sorgfältige Laborplanung, mittels Sicherheitsabzugshauben, Workstations, Sicherheitsschränken etc. eine grösstmögliche bauliche Arbeitssicherheit und


-hygiene erreicht, die natürlich durch die Bedienung der Geräte, bzw. das Verhalten des Nutzers unterstützt werden muss.


Schallschutz


Gegenüber der Umfahrungsstrasse im Nordosten des Gebäudes werden verschiedene Schallschutzmassnahmen getroffen. Bei allen Fenstern von Arbeitsräumen auf dieser Seite werden spezielle Verglasungen mit entsprechenden Schallschutzwerten (RW 38 dB) neu eingesetzt. In den Labors, die mechanisch be- und entlüftet sind, werden die Fenster nicht geöffnet, sodass auf diese Weise ein Schallschutz gegenüber Emissionen von aussen gewährleistet ist. Im Bürogeschoss, das natürlich be- und entlüftet ist, wird im Bereich des Fensters zusätzlich ein Fensterlüftungssystem vorgesehen, das durch Umlenkung der Zu- und Abluft, zwischen innen und aussen, die Schallübertragungswege unterbricht.


Auf den Aussenwänden des Altbaus wird kein starres Wärmedämmverbundsystem aufgebracht um Schwingungsübertragungen zu vermeiden. Die An- bzw. Neubauteile werden mit einer zweischaligen hinterlüfteten Fassadenkonstruktion versehen, die mithilft Schallübertragungen zu dämpfen.


Die Belastungen durch Schall entlang der Schnellstrasse liegen knapp unter den Grenzwerten, die gesetzliche Massnahmen zwingend machen würden. Im Sinne der Arbeitsplatzhygiene, des Gesundheitsschutzes, aber auch der notwendigen konzentrierten Arbeitsatmosphäre werden die aufgezeigten Massnahmen von Bauherrn freiwillig ergriffen und als Zukunftsinvestition verstanden.




5.9. Bauablauf


Der Bauablauf wird präzise geplant und vorbereitet, um die Bauzeit möglichst kurz zu halten und so Kosten zu sparen und die Bauemissionen für die Nachbarschaft zu reduzieren. Für die Spitex wird über die Dauer der Baumassnahmen ein Provisorium im Nordflügel geschaffen. Die bestehenden Räume können für kurzzeitige Tätigkeiten und Lagerfunktionen weitergenutzt werden, das operative Geschäft hingegen wird vom Provisorium aus durchgeführt. Arbeitsvorbereitend werden die Ver- und Entsorgungsleitungen im Südflügel, sowie die Verbindungen zum Nordflügel und zum Bettenhaus KSL demontiert, bzw. provisorisch neu installiert, wo dies zur Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig ist. Nach Erstellung des Provisoriums werden die Abbruch- und die Baumeisterarbeiten des Neu- bzw. Umbaus ausgelöst und die weiteren Baumassnahme entsprechend dem Terminplan umgesetzt.



Fortsetzung >>>
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