Vorlage an den Landrat


7. Kosten und Finanzierung

7.1. Investitionskosten


Gemäss detailliertem Kostenvoranschlag für die neue Kantonsbibliothek Baselland wurden folgende Kosten als Kostendach kalkuliert (Kostengenauigkeit +0 / -10%).


Preisbasis für den Kostenvoranschlag: April 2001, Index 110.1 (Basis 1998)

Im Investitionsprogramm 2000-2009 sind die notwendigen Mittel für die Realisierung dieses Projektes vorgesehen.


Der Kostenvergleich mit vergleichbaren aktuellen Projekten (Landesbibliothek Bern 5'024.--/m 2 , Institutsbibliothek ETH 6'500.--/m 2 ) zeigt für die Kantonsbibliothek mit 4'550.--/m 2 tiefe Werte.


Die in der Vorprojektvorlage ausgewiesenen Investitionskosten (Fr. 15'800'000.--) basierten auf einer Kostenschätzung mit Genauigkeitsgrad +/- 20%. Sie betragen inkl. Teuerung Fr. 17'174'980.--. Die effektive Veränderung der Investitionskosten zum Bauprojekt belaufen sich auf Fr. 725'020.-- (+4,2%). Folgende Mehrleistungen begründen die Kostenerhöhung:




7.2. Investitionskosten Bibliothekstechnik


Bereits in der Vorprojektvorlage wurden Bereiche der Bibliothekstechnik bezeichnet, deren Kosten über das Betriebsbudget der Kantonsbibliothek resp. der Erziehungs- und Kulturdirektion beizubringen seien. Da es sich um einmalige betriebliche Investitionen handelt, sollen sie als separater Verpflichtungskredit beantragt werden.


Die auf vier Geschossen frei zugänglichen Bücher und Medien in der Freihandbibliothek müssen gegen Diebstahl geschützt werden können. Dazu ist eine entsprechende Ausrüstung der einzelnen Bücher und Medien sowie eine Ausgangskontrolle notwendig. Ohne diese technische Diebstahlsicherung wäre auf allen Geschossen eine Überwachung durch Bibliothekspersonal notwendig. Diese Infrastruktur bietet gleichzeitig die technische Grundlage für eine kontrollierte Selbstausleihe. Erfahrungsgemäss kann damit gerechnet werden, dass 15 -20% der Gesamtausleihen von den Benutzerinnen und Benutzern selbst verbucht werden. Die Selbstausleihe entlastet das Ausleihpersonal vor allem in Spitzenzeiten. Diebstahlschutz und Selbstausleihe sind wichtige Voraussetzungen, dass die Bibliothek mit dem geplanten Personalbestand betrieben werden kann.


Die EDV muss für die erweiterte Freihandbibliothek, die steigende Benutzung und die stark wachsende Nachfrage nach Internetplätzen entsprechend ausgebaut und erneuert werden. Auf allen Geschossen sind Internetarbeitsplätze vorgesehen. Für Einführungen in die Bibliotheksbenutzung für Gruppen sind 12 PC-Arbeitsplätze eingeplant. Die Kantonsbibliothek stellt zudem als Verbundszentrale den Betrieb des Baselbieter Bibliotheksverbundes BBV mit 9 Filialbibliotheken sicher.


Für die technische Ausrüstung der Bücher und Medien sowie für deren Reparatur und Reinigung sind entsprechende Geräte in der Buchbinderei notwendig. Für Reproduktionen wird ein Buchscanner eingesetzt. Für die Nutzung und Bearbeitung der Medien (Tonkassetten, CDs, Videos und DVDs) stehen dem Publikum und der Verwaltung entsprechende Abspielgeräte zur Verfügung.


Die Umzugskosten (Ein- und Auspacken der Bücher) werden zur Hälfte den Betriebseinrichtungen belastet.


Mit der neuen Kantonsbibliothek wird ein Kulturgebäude von grosser Bedeutung erstellt. Dessen Eröffnung soll mit verschiedenen kulturellen Veranstaltungen und Events im Laufe des Jahres 2004 entsprechend gefeiert werden können.


Gemäss detailliertem Kostenvoranschlag für die Bibliothekstechnik der neuen Kantonsbibliothek Baselland wurden folgende Kosten als Kostendach kalkuliert (Kostengenauigkeit +0 / -10%).
Preisbasis für den Kostenvoranschlag: April 2001, Index 110.1 (Basis 1998)

Die Kosten für die Bibliothekstechnik fallen in den Jahren 2003 bis 2005 an. Die notwendigen Mittel sind im entsprechenden laufenden Verpflichtungskredit vorgesehen.




7.3. Jährlich wiederkehrende Folgekosten


Betriebliche Folgekosten
In der neuen Kantonsbibliothek können alle bisherigen sechs Standorte der Kantonsbibliothek an einem Standort konzentriert werden. Das Gebäude bietet den erforderlichen Raum, um die von der Regierung am 1. Juli 1997 (RRB Nr. 1664) beschlossenen ‚Konzeptionellen Grundlagen und Entwicklungsperspektiven der Kantonsbibliothek' umzusetzen. Die Nutzfläche der neuen Freihandbibliothek ist rund 30% grösser als die Nutzflächen der bestehenden Kantonsbibliothek an allen 6 Standorten zusammen. Damit kann die rasante Entwicklung seit 1984 - Ausleihen plus 951% sowie Benutzerinnen und Benutzer plus 1010% - aufgefangen werden.


Die Zusammenlegung der Standorte führt zu einer Ersparnis beim Betriebsaufwand von ca. 0,3 Stellen. Andererseits erfordert die mit dem Projekt realisierte Vergrösserung des Publikumsbereiches und die Optimierung der Dienstleistungen eine höhere Personalpräsenz auf den Etagen. Für die Sicherstellung des Bibliotheksbetriebes mit ausgebauten Internetabfragemöglichkeiten sowie verbesserter Unterstützung und Beratung der Benutzerinnen und Benutzer sind bei Eröffnung der neuen Kantonsbibliothek zusätzlich 3 Stellen (je Fr. 125'000.- Personalvollkosten p.a. (3) ) nötig. Für den Betrieb der um 30% grösseren Freihandbibliothek sind 17% mehr Personal notwendig. Auch mit dieser Personalaufstockung liegen die Ausleihumsätze pro Mitarbeiterin immer noch deutlich über den Werten vergleichbarer Bibliotheken (AG, GL, SH, SO).


Das Buch- und Medienangebot soll in den ersten beiden Betriebsjahren auf das erforderliche Mass ausgebaut werden.


Im Bereich Hauswartung wird mit der Inbetriebnahme der neuen Kantonsbibliothek eine Stelle (Fr. 110'000.- Personalvollkosten p.a.) notwendig. Diese können nicht durch die Aufgabe der bisherigen sechs Standorte kompensiert werden, da es sich um kleinere Einheiten handelt, die bis auf eine Ausnahme (Lesesaal) weiterhin von der kantonalen Verwaltung genutzt werden (Kap. 5.8. Nachfolgenutzung aufgehobener Standorte).

Betriebliche Folgekosten


Bauliche Folgekosten:


Einsparungen


Einnahmen


Jährliche Gesamtbelastung

Im Moment hat die Kantonsbibliothek rund 17 Stellen (inkl. Lehrlinge und Praktikanten) mit einem Totalbudget von Fr. 1,6 Mio. (ohne Raumkosten).


Der Pachtvertrag für die Fremdvermietung des Lesecafés wird bei einem Gastrobetrieb gemäss Branchenusanz mit fünf bis zehn Prozent des zu erwartenden Umsatzes von Fr. 235'000.-- berechnet. Bei fünf Prozent ergibt dies einen Pachtzins von rund Fr. 12'000.- im Jahr.





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Fussnoten:


1 Den Mehrkosten zur Erreichung des Minergie-Standards von Fr. 300'000.-- (2,6% der Gebäudekosten BKP 2) stehen jährliche Betriebskosteneinsparungen von rund Fr. 15'000.-- gegenüber.


2 Da zur Zeit die Umgebungsplanung im Bahnhofsgebiet nicht abgeschlossen ist, ist noch unklar, wo Besucherparkplätze für die Bibliothek realisiert werden können. Der in den Kosten eingesetzte Betrag entspricht der Ersatzabgabe an die Stadt Liestal, falls keine Parkplätze zur Verfügung gestellt werden können. Primäres Ziel ist es jedoch Parkplätze zu erstellen resp. zu mieten.


3 Die Personalvollkosten setzen sich gem. Vollkostensatz aus dem Jahreslohn und den Gemeinkosten (20% Arbeitgeberbeiträge, 20% Overheads, rund 5% Nebenkosten Arbeitsplatz) zusammen.


4 Um einen kontinuierlichen jährlichen Wert zu erhalten, wird mit den betriebswirtschaftlichen Abschreibungen, basierend auf der angenommenen technischen Nutzungsdauer gerechnet. Nach FHG § 16, Abschreibungen, ist das Verwaltungsvermögen jährlich mit 10% des Restbuchwertes des Vorjahres abzuschreiben. Auf diese Weise erhält man die budgetrelevanten Abschreibemittel, welche für die ersten fünf Jahre wie folgt aussehen: Anlagewert 17,9 Mio. Franken; Abschreibungen, Jahr 1: 1,79 Mio. Franken; Jahr 2: 1,61 Mio. Franken; Jahr 3: 1,45 Mio. Franken; Jahr 4: 1,3 Mio. Franken; Jahr 5: 1,17 Mio. Franken.