Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Weiterführung und Finanzierung des Projektes Take-off, eines Präventionsprojektes für Jugendliche im sekundären Bereich für die Jahre 2002, 2003, 2004 | |
| vom: | 11. Dezember 2001 | |
| Nr.: | 2001-294 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
2. Positive Zwischenbilanz
In einem Bericht vom Juni 2001 zieht die Projektleitung die folgende positive Zwischenbilanz:
"Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer benötigen ein niederschwelliges Angebot, um überhaupt beruflich und sozial in unsere Gesellschaft integriert werden zu können. Je niederschwelliger und "kundenfreundlicher" dieses Angebot ist, desto eher wird es von den Jugendlichen optimal genutzt. Im Kanton Baselland sind einige Angebote zur beruflichen Integration vorhanden. Keines ist jedoch so niederschwellig wie Take-off. Take-off kann mittel- und langfristig zur Kostensenkung im Bereich Sucht und Arbeitsintegration beitragen.
Da die Nachfrage für das Tagesprogramm sichtbar ansteigt, wird deutlich, dass ein niederschwelliges und intensiv pädagogisch-therapeutisches Tagesprogramm ein Bedürfnis ist. Ziel ist es deshalb, die Anzahl der Plätze im Tagesprogramm auf acht Jugendliche zu erweitern. Gleichzeitig soll die Betreuung intensiv bleiben, so dass die Jugendlichen möglichst viel profitieren können; vereinzelt benötigen unsere Jugendlichen eine Einzelbetreuung.
Unsere Jugendlichen gehören laut den Forschungsergebnissen zum grossen Teil zu den sog. "Hochrisikojugendlichen". Aufgrund dieser Tatsache werden wir in Zukunft vermehrt Gruppentherapie anbieten.
Unser Ziel ist, die Jugendlichen beruflich und sozial in die Gesellschaft zu integrieren. Aufgrund der schulischen und persönlichen Defizite ist dies unsere grösste Herausforderung. Es ist daher angebracht, zusätzlich eine Fachperson mit lerntherapeutischer Ausbildung anzustellen. Die Jugendlichen aus dem individuellen Betreuungsprogramm sollen vermehrt stundenweise unser Weiterbildungsangebot in Anspruch nehmen, um ihre berufliche Integration zu optimieren bzw. zu sichern. Um Problemen wie Delinquenz, Suchtverhalten, Gewalt, Verwahrlosung etc. zu begegnen, werden weiterhin externe TherapeutInnen beigezogen.
Sechs Jugendliche nehmen am Tagesprogramm teil. Davon belegen abwechslungsweise drei die Arbeitsagogik und drei nehmen die Weiterbildung in Anspruch. Die Jugendlichen unterscheiden sich sowohl in Bezug auf die Arbeitshaltung wie auch auf das Bildungsniveau. Dies hat zur Folge, dass eine 1:3-Betreuung die obere Limite einer optimalen Förderung bedeutet. Bei einzelnen Jugendlichen ist eine 1:2- oder sogar eine 1:1-Betreuung angebracht. Das Tagesprogramm wird von Jugendlichen besucht, die nicht zur Schule gehen, keine Lehrstelle gefunden oder eine Lehrstelle abgebrochen haben. Das Gewöhnen an eine Tagesstruktur fällt diesen Jugendlichen nicht leicht, da die meisten mehrere Monate "herumhingen". Das Ziel ist, dass diese Jugendlichen für eine Anschlusslösung individuell vorbereitet werden.
Sechs weitere Jugendliche nehmen im Freizeitprogramm die individuelle Unterstützung in Anspruch. D.h. sie gehen in die Schule, in die Lehre oder sind an einem Arbeitsplatz. Zusätzlich kommen sie einen halben Tag ins Programm und beanspruchen einen Teil unseres Weiterbildungsprogrammes in Kombination mit dem Gruppenangebot. Das Ziel ist hier, die Jugendlichen in ihrer bestehenden Struktur individuell zu unterstützen und zu fördern."
Drogenprävention
"Jugendliche sind eher drogengefährdet, wenn sie psychisch noch ungefestigt sind, sich ausgestossen und einsam fühlen. Sie entwickeln dann rasch Minderwertigkeitsgefühle. Jugendliche die sich von nahestehenden Personen zu wenig geliebt fühlen oder gar ständig von ihnen verletzt werden, suchen Zuflucht im Entspannungs- und Glücksgefühl, das Drogen anfänglich vermitteln können. [...] Sekundäre Prävention bedeutet Früherkennung von bisher experimentellem, aber riskantem Drogenkonsum und Verhinderung des Übergangs zu chronischem Substanzmissbrauch. Die Zielgruppe weist ein hohes Risikopotential auf, so dass diese auf primäre Prävention, wie sie zum Beispiel an Schulen durchgeführt wird, nicht ansprechen.
Take-off ist kostengünstiger als andere Massnahmen im Drogenbereich. Das Projekt hat zum Ziel, die Wirksamkeit der sekundärpräventiven Interventionen bei gefährdeten (d.h. bereits "auffälligen") Jugendlichen zu überpüfen. Unsere These ist, dass das Modell Take-off die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden unterstützt. Take-off soll mit seinen ressourcenorientierten Angeboten die soziale Integration fördern und damit bei den Jugendlichen eine Suchtentwicklung oder eine kriminelle Karriere verhindern helfen.
Dass Suchtbehandlungen, Strafen und Heimeinweisungen viel teurer sind als Take-off ist klar. Wie viel teurer, ist schwer zu sagen. Für den Suchtbereich sind Zahlen aus dem stationären Bereich für die Jahre 1995 - 1998 vorhanden (BAG-Studie; Zusammenfassung im Forschungsbereich Band 3). Danach lagen die durchschnittlichen Kosten pro Betreuungstag und Klient/Klientin bei 280 Franken, was zu der üblichen Schätzung von 100'000 Franken pro Klient und Jahr führt. Sowohl bei Delinquenten wie auch bei Süchtigen fallen natürlich noch andere Kosten (Repression, volkswirtschaftliche Kosten usw.) an, die jedoch sehr schwer zu berechnen sind.
Die finanziellen Aufwendungen des Staates für die vier Säulen der Drogenpolitik (Repression, Behandlung, Überlebenshilfe und Prävention) sind enorm. Die Repression verschlingt rund die Hälfte der staatlichen Mittel, in die Prävention wird am wenigsten investiert. Ein Jugendlicher im Take-off-Tagesprogramm (6 Monate) kostet 20`000 Franken, ein Jugendlicher im Take-off-Freizeitprogramm (6 Monate) 7`000 Franken."
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