Vorlage 1999-097: Integration der Trinationalen Ingenieurausbildung in den Leistungsauftrag der Fachhochschule beider Basel (FHBB)

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-097 vom 27. April 1999


Integration der Trinationalen Ingenieurausbildung in den Leistungsauftrag der Fachhochschule beider Basel (FHBB)
(partnerschaftliches Geschäft)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





1. Zusammenfassung

Im April 1997 haben der Landrat und der Grosse Rat Basel-Stadt der Einrichtung des Studiengangs "Trinationale Ingenieurausbildung, Technisches Projektmanagement in Mechatronik" zugestimmt und dafür einen Sonderkredit bewilligt. Die Kosten des neuen Studiengangs wurden damit aber nur teilweise gedeckt; die Einführung der Trinationalen Ingenieurausbildung wurde ausserhalb des FHBB-Budgets mit Bundes- und EU-Fördermitteln abgesichert (INTERREG II, vgl. Kapitel 3.1). In der Landratsvorlage von 1997 wurde zudem festgelegt, dass über die Weiterführung des Studiengangs nach Ablauf der ersten zwei Schuljahre zu entscheiden sei. Die Regierung legt nun den entsprechenden Antrag auf Weiterführung der erfolgreich angelaufenen Ausbildung vor. Partner des Projekts sind der französische Staat, die Region Elsass, das Departement Haut Rhin, das Land Baden-Württemberg, der Landkreis Lörrach sowie die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Es wird beantragt, die Trinationale Ingenieurausbildung fest in den Leistungsauftrag der FHBB zu integrieren und den globalen Beitrag der Trägerkantone an die Betriebskosten der FHBB entsprechend um Fr. 750'000.-- / Jahr zu erhöhen. Dabei soll der für die ganze FHBB angewandte Kostenteiler (67% des FHBB-Defizits trägt BL, 33% übernimmt BS) gelten. Dies bedeutet für den Kanton Basel-Landschaft für das Jahr 2002 einen Mehraufwand von Fr. 375'000.--, ab 2003 Mehrkosten von Fr. 500'000.-- / Jahr (vgl. Kapitel 4). In der jetzigen Aufbauphase hat die Koordination mit Frankreich und Deutschland den Vorrang. Daher soll die Trinationale Ingenieurausbildung direkt der FHBB-Direktion unterstellt bleiben, bis der zweite Klassenzug die Ausbildung abgeschlossen hat. Mit dieser Unterstellung werden schnelle, unkomplizierte Entscheidungen sichergestellt. Die strukturelle Einbindung in das Departement Industrie der FHBB soll im Jahr 2003 erfolgen. Der Studiengang "Mechatronik" führt im Rahmen der FH-Abschlüsse "Maschinenbau" und "Elektrotechnik" zu einem von schweizerischen, französischen und deutschen Behörden anerkannten Diplom.

Die Parlamentsvorlage von 1997 sah schliesslich eine Evaluation des Projekts durch alle beteiligten Partner vor. Die Ergebnisse liegen jetzt vor (vgl. Kapitel 3.2-3.5) und liefern die Grundlage für den Antrag der Regierung, die Trinationale Ingenieurausbildung finanziell (Leistungsauftrag/Globalbeitrag) und strukturell zu sichern.

Nicht nur die quantitativ und qualitativ messbaren Erfolge begründen den Antrag. Die Trinationale Ingenieurausbildung hat auch eine europapolitische Funktion. Aus europäischer Warte dokumentiert der Studiengang die Handlungsfähigkeit einer europäischen Region und stärkt somit jene Tendenzen innerhalb Europa, welche die regionale Entscheidungs- und Handlungsebene gegenüber den Zentralinstanzen stärken wollen. Gleichzeitig erhält Europa ein Modell der Zusammenarbeit mit einer Schweiz, die der EU nicht beigetreten ist.

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