Vorlage 1999-097: Integration der Trinationalen Ingenieurausbildung in den Leistungsauftrag der Fachhochschule beider Basel (FHBB)
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-097 vom 27. April 1999
Integration der Trinationalen Ingenieurausbildung in den Leistungsauftrag der Fachhochschule beider Basel (FHBB)
(partnerschaftliches Geschäft)
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
2. Ausgangslage
2.1 Ziele, Inhalte und Diplome der Trinationalen Ingenieurausbildung
Unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen in den drei Ländern befähigt das Studium die Absolvent/innen, Projekte vom Entwurf bis zum Vertrieb zu bearbeiten. Die so ausgebildeten Ingenieur/innen werden sowohl durch ihre Sprachkompetenz als auch durch die Kenntnis der unterschiedlichen Industriekulturen in international orientierten Unternehmen gute Entwicklungschancen haben.
Zudem ist mit der Fachrichtung "Mechatronik" ein Ausbildungsangebot geschaffen worden, das Elemente der traditionellen Ingenieurwissenschaften "Elektrotechnik" und "Maschinenbau" mit der Elektronik und der Informatik verbindet. Die Trinationale Ingenieurausbildung legt auch besonderes Gewicht auf die Übermittlung von Managementwissen, das zunehmend das Anforderungsprofil des Ingenieurs und der Ingenieurin bestimmt. Projektmanagement, kommunikative Kompetenz und Führungsqualitäten sind auch in einer Studie, die 1995 zur Erhebung des Bedarfs einer Trinationalen Ingenieurausbildung in Auftrag gegeben wurde, von der regionalen Wirtschaft als wichtige Anforderungen genannt worden. Diese Erwartungen sind unmittelbar in das Lernprogramm der Trinationalen Ingenieurausbildung eingeflossen.
Die Studierenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss des Studiengangs
- ein Diplom der FHBB. Das Diplom ist durch den Bund im Rahmen des Studienganges Maschinenbau anerkannt.
- das "Ingénieur-Ma"tre"-Diplom des IUP Génie Mécanique der Université de Haute Alsace (EU-weit anerkannt)
- ein spezielles Zertifikat des Trinationalen Ausbildungsganges.
- Allen Absolventinnen und Absolventen mit der Eintrittsvoraussetzung Matura/Abitur/Baccalauréat, verleiht das Land Baden-Württemberg den Titel "Diplom-Ingenieur/in (BA)".
2.2 Die Organisation des Studiengangs
Die Studiendauer beträgt vier Jahre und umfasst neben sechs Vorlesungssemestern mehrere Industrieaufenthalte. Die Vorlesungen werden semesterweise abwechselnd in Mulhouse (Technische Universität), Muttenz (FHBB) und Lörrach (Berufsakademie) angeboten, so dass jede/r Studierende zwei Studiensemester in jedem der drei beteiligten Länder verbringt.
Der gesamte Studiengang ist auf ca. dreissig Studierende pro Jahr ausgelegt, von denen je zehn aus jedem Land kommen sollen. Diese trinationale Gruppe bildet für das gesamte Studium einen gemeinsamen Kurs. Vorlesungen und praktische Übungen in kleinen Gruppen sowie die individuelle Betreuung erleichtern das Studium und ermöglichen die Anwendung moderner Lehr- und Lernmethoden ebenso wie die intensive Nutzung von Hard- und Software durch jeden einzelnen Studierenden.
Das gesamte Studium wird von den beteiligten Ländern zu jeweils einem Drittel in Lehre und Organisation getragen. Die Projektleitung organisiert die Lehre, akquiriert Industriearbeitsplätze für die insgesamt einjährige Praktikumsphase (47 Wochen inkl. Diplomarbeit) und wirbt die zukünftigen Studierenden an. Dies erfordert bei den Industriebetrieben und den Schulen in der Region gezielte Informations- und Überzeugungsarbeit.
Die Organisationsstruktur, die den Studiengang trägt, präsentiert sich heute wie folgt: