Vorlage 1999-107: Erweiterung FHBB um Fachhochschulstudiengänge der Schule für Gestaltung Basel

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-107 vom 18. Mai 1999


Erweiterung der FHBB um die Fachhochschulstudiengänge der Schule für Gestaltung Basel (partnerschaftliches Geschäft)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





5. Das Departement Gestaltung der FHBB

5.1 Die vom BBT anerkannten und subventionierten Studiengänge
Der Studiengang Visuelle Kommunikation (VISKOM)

Der Studienbereich bietet drei Spezialisierungsbereiche an: «Bild», «Typografie» und «Interaktive Medien». Die Studierenden erreichen in diesen Bereichen eine hohe gestalterische Qualität, ohne das ganze Spektrum der visuellen Kommunikation aus den Augen zu verlieren.
Der Bereich «Bild» umfasst die fundamentale Auseinandersetzung mit allen Formen der bildlichen Darstellung. Die Wirkungsweise von Bildern und deren Bedeutung stehen im Zentrum der Ausbildung, welche folgende Schwerpunkte behandelt: Visualisierung abstrakter Inhalte, Bildzeichnen und Zeichensysteme, Illustrationen, fotografische Bilder, digitale Realbilder, Zusammenhang Bild/Text, Semiotik.

Der Bereich «Typografie» baut auf soliden typografischen Grundkenntnissen auf und bildet mit den folgenden Unterrichtsinhalten absolute Spezialisten aus: Entwurf von Alphabeten, Wort-Bild-Zusammenhänge, Strukturieren komplexer Informationen, typografische Zeichen, typografische Systeme für das Corporate Design, Editorialtypografie, Buchtypografie, Bildschirmtypografie.

Beim Bereich «Interaktive Medien» steht die gestalterische Auseinandersetzung mit Film, mit Video und mit dem Computer als interaktives Medium im Zentrum. Inhaltlich wird bearbeitet: bewegte Grafik, Ton und Bild, Videodokumentation, interaktive Informationsaufbereitung, Publikationen in Netzwerken (Web-Design, Internet, Intranet etc.), Kommunikation mit Automaten.

In allen drei Bereichen ist die Reproduktion der Entwürfe in Print- und digitalen Medien ein Teil der Ausbildung.
Studiendauer: 3 Jahre

Beim Studiengang VISKOM sind auf verschiedenen Gebieten Synergien mit bestehenden FHBB-Angeboten geplant: An erster Stelle ist hier der Studiengang HyperWerk, ein anerkanntes Ausbildungsangebot im Schnittstellenbereich zwischen Ingenieurwesen, Wirtschaft und Gestaltung, zu nennen. Die Synergien wurden bereits im Vorfeld der Einführung von Hyperwerk (per April 99) abgeklärt und dargestellt. Am Studiengang HyperWerk beteiligen sich denn auch mehrere DozentInnen und AbsolventInnen der SfG, und dieses Zusammenwirken der Dozierenden soll weitergeführt werden.


Studiengang Modedesign (Körper und Kleid)

Modedesign ist eine Synthese aus künstlerischer und praktischer Arbeit. Neben der Vermittlung der beruflichen Kompetenz werden folgende Schwerpunkte gesetzt: persönliche Standortbestimmung, Orientierung in einem komplexen Arbeitsprozess durch Projektmanagement, Bezug und Wissenstransfer zur Industrie und Berufsrealität, sowie Kennenlernen verschiedener Bereiche und Nischen in der Modebranche.

Der gestalterische Unterricht behandelt die Bereiche «Fläche» (Bild, Material, Farbe, Illustration), «Raum und Körper» (Körperwahrnehmung, Kleid, Accessoire) und «Zeit» (Bewegung, Präsentationsformen).

Ein zweijähriger technischer Grundkurs lehrt Schnittechnik, Schnittgestaltung, Verarbeitung und Materialkunde.

Im theoretischen Unterricht bildet die neuere Kunst- und Kulturgeschichte (inkl. Geschichte der Bekleidung) das Fundament. Als Bindeglied zur Berufsrealität werden Methoden der ästhetischen Analyse, Public Relations und Image-Bildung vermittelt.

Studiendauer: 3 Jahre plus 1 Semester Diplomarbeit

Der Studiengang Körper und Kleid wirkt auf den ersten Blick - bereits in der SfG, besonders aber in der FHBB - als Fremdkörper. Mit diesem Studiengang sind auch am wenigsten unmittelbare Synergien denkbar. Der Fachhochschulrat hat sich denn auch eingehend mit dem Sinn der Integration der Modefachklasse befasst und hat aus nachstehenden Gründen die Integration dieses Studiengangs in die FHBB empfohlen:

Die AG HGK hat - wie oben dargelegt - alle gestalterischen Studiengänge und deren Resultate begutachtet und ist zum Schluss gekommen: Das Basler Angebot ist in qualitativer und innovativer Hinsicht führend in der deutschen Schweiz. Mit dem Studiengang Modedesign bietet Basel hier und heute bereits Herausragendes. In der übrigen deutschen Schweiz existiert kein entsprechendes Angebot; der Studiengang wird als einziger Studiengang den Schwerpunkt Modedesign abdecken.

Damit erfüllt der Studiengang das Kriterium der Wettbewerbsfähigkeit und darüber hinaus die von der AG HGK explizit geforderte Internationalität. Gerade Studiengänge im Modebereich müssen internationale Ausstrahlung und eine hohe Attraktivität für die Studierenden besitzen.

Es gibt in der Schweiz eine nicht zu unterschätzende Modeszene mit anerkanntem Niveau; die Absolventinnen und Absolventen der SfG Basel machen einen wesentlichen Teil dieser Szene aus.

Innerhalb des neu zu schaffenden Departements Gestaltung der FHBB hat der Studiengang Modedesign eine wichtige Funktion: Innerhalb der vorgesehenen Forschungsaktivitäten zur Bild- und Designtheorie (vgl. Kapitel 5.3), welche der gesamten FHBB zugutekommen sollen, übernehmen die Modedesigner/innen eine Leitfunktion: Sie werden unter anderem die Spannungsfelder zwischen Trend und Tradition, Dauer und Kurzlebigkeit vermitteln, und zudem soll in den Studierenden ein Gespür für «Gegenwartsdiagnostik» geweckt werden. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Thema «Lebensstile» (Lebensstilforschung), und mit kulturtheoretisch fundierten Designtheorien.

Diese Aufgaben werden von den Bundesbehörden ausdrücklich als Ziele der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung im Gestaltungsbereich erwähnt. Ebenso ist beim Wissenstransfer und den Dienstleistungen die Zusammenarbeit mit Kunstinstitutionen (Museen, Galerien usw.) erwünscht. Der Studiengang Mode Design der SfG leistet diesen Wissenstransfer und diese Dienstleistungen bereits erfolgreich.

Die Qualität, Innovationsfähigkeit und der gute Ruf auf experimentellem Gebiet sind für diesen Studiengang unbestritten. Die Ausbildung ist fachspezifisch, was die reale Kunst des Verfertigens von Kleidungsstücken angeht, auf anerkannt hohem Niveau. Seit Jahren bearbeiten Dozierende und Studierende dieses Studienbereichs das Thema Körper - eines der wichtigsten Themen in der Gestaltung, Kunst und Kulturwissenschaft der letzten Jahre. Der Leistungsausweis des Studiengangs ist in einer eindrücklichen Dokumentation zusammengestellt und schlägt sich in häufigen Auszeichnungen und Anlässen des Studienbereichs nieder. Damit ist auch gesagt, dass im Bereich Modedesign gute Arbeit auf dem Gebiet der Performances geleistet wird. Zu jedem Projekt gehört die Überlegung, wie die Ergebnisse präsentiert werden sollen, und die Qualität der Modeschauen, Ausstellungen und anderen Events der Basler ModedesignerInnen ist anerkannt. Die AbsolventInnen beherrschen die bewegliche Umhüllungs- und Raumkunst, und erzielen damit sogar auch im wirtschaftlichen Sinne eine gute Performance, wie Zusammenarbeiten mit verschiedenen Firmen beweisen. Gerade hier ergeben sich intensive Kontakte und Synergien mit den Departementen Wirtschaft, Bau und Industrie.

Es ist keine Übertreibung, im Zusammenhang mit diesem Studiengang von Exzellenz zu sprechen. Der FHBB steht dieses Aushängeschild «Modedesign» gut an.


Studiengang Innenarchitektur, Produkt- und Baugestaltung (FFI)

Der Studiengang beinhaltet drei Schwerpunkte: Innenraumgestaltung (Raumdesign), damit verbunden die Einrichtungsgestaltung (Mobilien) sowie Ausstellungs- und Messstandgestaltung (Standbau).
Der Erwerb von Kompetenzen stützt sich auf Unterrichts- und Arbeitsformen, die sich gegenseitig ergänzen:

Unterricht zum Erwerb elementarer gestalterischer Fähigkeiten und Techniken (Zeichnen, räumliches Gestalten, Farbe und Form, Foto/Video).

Fachunterricht, in welchem Orientierungswissen und Grundfertigkeiten erworben werden (Metall- und Holzbearbeitung, Bautechnik, Lichttechnik, Kulturgeschichte, Design- und Architektur- und Kulturtheorie, soziologische Ästhetik/Trend, Präsentationstechniken, sprachlicher Ausdruck).

Projektunterricht, fächerübergreifend in Blöcken erteilt, begleitet von Seminarien und Vorträgen. In diesen Projekten werden - in der Regel zusammen mit einem Unternehmen - turnusgemäss Aufgaben zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten angepackt: Aussenraum, Innenraum, Objektdesign (Einrichtung), Standbau/Messebau/Ausstellungsgestaltung, experimentelle Gestaltung.
Studiendauer: 3 Jahre

Synergien dieses Studiengangs mit der Abteilung Architektur der FHBB sind in verschiedenen Bereichen vorstellbar: So könnte die Abteilung Architektur beispielsweise einen Kurs zum Thema Konstruktion für die Innenarchitekten anbieten, die SfG dagegen Kurse zum Thema Farben; ebenso wäre es sinnvoll, Theorieveranstaltungen für beide Studiengänge abzuhalten. Zudem ist die Durchführung gemeinsamer Lehrveranstaltungen oder Module im Grundjahr abzuklären, und schliesslich ist die gemeinsame Durchführung von Projekten und Forschungsvorhaben denkbar.


5.2 Die kantonal getragenen Studiengänge

Gemäss einem Bericht der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) beschreitet die Schweiz auch im Bereich der gestalterischen Ausbildung einen föderalistischen Sonderweg: In keinem anderen Land in Europa sind getrennte Zuständigkeiten für die verschiedenen Studiengänge in bildender Kunst und in der Lehrerbildung gebräuchlich. Die EDK will daher auch die kantonal geführten Studiengänge einem Anerkennungsverfahren auf Fachhochschulstufe unterziehen. Schon heute aber sind die Fachklassen für Kunst von der EDK als Angebote auf der Stufe der Höheren Fachschulen evaluiert und anerkannt.

Studiengang Freie Kunst

Der Studiengang Freie Kunst hat drei Vertiefungsrichtungen: «Freies bildnerisches Gestalten» (Malklasse), «Freies Räumliches Gestalten» (Skulptur, Objekt, Installation), und «Audiovisuelle Gestaltung». Die Ausbildung in diesem Studiengang dient primär der Förderung der künstlerischen Anlagen. Dazu gehört die Schulung der Kritikfähigkeit, die Beschäftigung mit Fragen der Wahrnehmung, das Kennenlernen und Diskutieren von Positionen der Kunst in der Vergangenheit und in der Gegenwart, die Sensibilisierung für ästhetisches und interdisziplinäres Denken, die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte, mit dem Ausstellungsbetrieb und mit öffentlichen Aufträgen.
Die SfG hat Bundessubventionen für die Studierenden der Freien Kunst erhalten. Die Ausbildung im Bereich «Freies bildnerisches Gestalten» (Malklasse) besteht aus folgenden Pflicht- und Wahlpflichtfächern:

Pflichtfächer sind: «Atelier» (zusammen mit den lehrenden Künstlern), Seminar/Besprechungen/Reflexion über die eigenen Bilder, Kunstgeschichte.

Wahlpflichtfächer bilden die Bereiche Foto-Projekte, Experimentelles Zeichnen, Filmkurs, Filmprojekte.

Das «Freie Räumliche Gestalten» befasst sich mit raumbezogenen künstlerischen Werken, Installationen, Projekten und Untersuchungen. Die Ausbildung gliedert sich in drei Hauptbereiche:

Freie künstlerische Arbeit: Entwickeln einer authentischen künstlerischen Sprache, Erarbeiten adäquater Mittel, Klärung der eigenen Positionen.

Handwerkliche und technische Schulung: Erlernen einer handwerklichen, technischen und materialkundlichen Basis; Umgang mit verschiedenen Verfahren und Materialien (Holz-, Metall- und Steinbearbeitung, Modellieren, Giessen, Fotografieren etc.).

Theoretische Bildung: Kritische Betrachtung eigener und fremder Arbeiten (Arbeitsbesprechungen), Information und Diskussion über gegenwärtige künstlerische Positionen, Beschäftigung mit gesellschaftlichen, kunst- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen (Seminare, Vorlesungen).

In der «Audiovisuellen Gestaltung» entstehen Arbeiten im Bereich der Kunst, der Installation und der Dokumentation. Genutzt werden die Medien Video, Fotografie/ Multivision, Audio sowie Installation.

Der Lehrgang besteht aus Pflichtfächern (Produktion, Projektbesprechung, Projektpräsentation, Videotechnik, Videotheorie, Videothek) und aus

Wahlfächern (Studio/Produktion, Foto/Projekte, Filmtheorie, Kunstgeschichte, Einführung in Akustik im elektronischen Studio der Musikakademie).

Die Ausbildung dauert bei allen Vertiefungsrichtungen 3 Jahre, wobei für das abschliessende dritte Projektjahr eine Bewerbung einzureichen ist.

Der Studienbereich Freie Kunst hat gegenüber den anwendungsorientierten gestalterischen Ausbildungsgängen, aber auch für die Fachhochschule als Ganzes, eine befruchtende und innovative Funktion. In der Freien Kunst ist zudem von Bedeutung, dass die gestalterische Ausbildung in der Schweiz, im Unterschied zu den Disziplinen der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften in den Universitäten keine Partner hat, welche Grundlagenforschung betreiben. Die Schweiz kennt keine Kunstakademien, sondern sichert die entsprechende Grundlagenarbeit mit den Studiengängen der Freien Kunst an ihren Fachhochschulen.

Der Kunst kommt nach heute international gültiger Lesart die Rolle der Grundlagenforschung für den gesamten Bereich der Visualität zu, weil sie sich - wie jede Grundlagenforschung - primär frei, d.h. ohne unmittelbaren Nutzen - mit dem gesamten Spektrum von Bildern und Räumen, mit der Umschaffung und Veränderung von Bildern und Räumen, mit allen Sorten medial vermittelter Bilder sowie mit der sinnlichen Ausstattung des Menschen, mit seinen Arten, Weisen und Fähigkeiten der Wahrnehmungen befasst.

Die freien Künste geben gerade durch ihre prinzipielle Unabhängigkeit von jeglicher übergeordneter Instanz die notwendigen Impulse für die «angewandten» Gestalterbereiche, die auf einem umfassenden Design-Markt bestehen müssen. Von den freien Künsten wird in unserer Kultur geradezu das Überraschende, Fremde und Andere erwartet, sie spüren auf und antizipieren, was Kultur und Gesellschaft bewegt und an Bewegung auf uns zukommt. Im Erfinden des Neuen haben die Künste eine wahre Meisterschaft entwickelt; von ihnen ist eine Ökonomie des Neuen zu lernen. Zudem sind Künstler/innen Kommunikationsspezialisten, weil sie die grundlegende Frage bearbeiten, wie die Menschen zu sich und zur Welt in Beziehung treten können.

Die Departemente Wirtschaft, Bau und Industrie der FHBB können von diesem kreativen Potential profitieren und wertvolle Erfahrungen Im-Sich-Aussetzen vor dem Fremden, dem Nicht-Wissen und dem Anderen machen.

Der Nutzen einer Integration des Studienganges Freie Kunst in die FHBB liegt in diesem «interesselosen» Freiheitspotential: In unseren modernen Gesellschaften hat nur die Kunst diesen Spielraum, und weil ausser ihr niemand tut, was sie tut, ist sie unentbehrlich und stellt den Menschen ein für sinnliche Erfahrungen unerschöpfliches Reservoir zur Verfügung.



Lehramt für bildende Kunst (LbK, Fachzeichenlehramt)

Diese Ausbildung befähigt Studierende zum Erteilen von Unterricht in den Fächern Zeichnen, Manuelle Gestaltung (Werken) und Kunstbetrachtung (Kunstgeschichte / Visuelle Kommunikation) an Schulen mittlerer und oberer Stufen. Der LbK-Studiengang bereitet die zukünftigen Lehrkräfte in fachlicher Hinsicht auf ihre Aufgabe vor.

Die Ausbildung erfolgt in folgenden Fachgebieten:

Zeichnen und Malen (Gegenstand, Naturstudium, Objekt - Landschaft, Architektur, Umwelt - Tier - Menschliche Figur)

Farbe und Form (Farbtheorie, Fotografie, Räumliches Gestalten, Freie Gestalterische Projekte, Drucktechniken, Kunstgeschichte, Visuelle Kommunikation, Schrift)

Handwerkliche Grundlagen (Papier und Pappe, Holz, Metall, Kunststoff)

Werken und Konstruktives Zeichnen

Folgende Wahlfächer werden zusätzlich angeboten:

- Videotechnik
- Computer Grundlagen
- Schriftgeschichte
- Handdrucktechniken
- Film
- Anatomie
- Holz
- Pappe und Papier

Die Ausbildungszeit und das Ausbildungsprogramm umfasst drei Jahre Fachstudium an der SfG sowie ein Jahr berufswissenschaftliches Studium am Pädagogischen Institut Basel-Stadt.

Die Ausbildung dieser Fachlehrkräfte ist inhaltlich v.a. mit dem Studiengang der Freien Kunst verbunden, hat aber auch Berührungspunkte mit den anderen gestalterischen Studiengängen. Diese Breite und die Professionalität der Ausbildung macht den Studiengang attraktiv und erfolgreich. Da sich die entsprechenden Ausbildungsangebote in Bern, Luzern, Zürich und in der Westschweiz strukturell und/oder inhaltlich stark vom Basler Studiengang unterscheiden, stärkt diesen zusätzlich: Seit mehr als zehn Jahren übersteigt die Anzahl der Bewerbungen um Aufnahme in den Studiengang die Zahl der Studierenden und Diplomierten um das drei- bis fünffache. LbK-Absolvent/innen fanden und finden in verschiedenen Schultypen und in mehr als 15 schweizerischen Kantonen eine Anstellung. Es ist anzunehmen, dass die Attraktivität dieses Studiengangs noch steigt, wenn das Angebot innerhalb der FHBB angesiedelt wird.

Der Fachhochschulrat der FHBB hat in Kenntnis dieses Potentials den beiden Kantonsregierungen die Integration der LbK in das Departement Gestaltung der FHBB empfohlen. Als «Rumpfangebot» auf der Tertiärstufe kann der Studiengang innerhalb der AGS nicht weitergeführt werden. Eine Integration in die Hochschule für pädagogische und soziale Berufe beider Basel ist aufgrund der fachlichen Synergien mit den anderen gestalterischen Studiengängen ebenfalls nicht sinnvoll. Zudem besteht die Hochschule für pädagogische und soziale Berufe noch nicht; die Integration des Gestaltungsbereichs in die FHBB muss aber zügig vorangetrieben werden. Und schliesslich wird mit dieser Empfehlung ein bewährtes Modell weitergeführt: Die Hochschule für pädagogische und soziale Berufe würde sich auf die berufswissenschaftliche Ausbildung konzentrieren (Pädagogik, Didaktik), während die fachwissenschaftliche Ausbildung von entsprechenden Partnerinstitutionen (Uni, Berufs- und Frauenfachschule BFS, Musikakademie und FHBB) wahrgenommen wird.

Weil die LbK keine Subventionen vom Bund erhält, ist dieser Studiengang deutlich teurer als die anderen Angebote. Auf Empfehlung des Fachhochschulrates sind die beiden Regierungen übereingekommen, diesen Studiengang auf der Kostenhöhe der anderen Studiengänge gemeinsam zu tragen. Das bedeutet, dass die fehlenden Bundessubventionen wie bisher den städtischen Haushalt belasten und der Kanton Basel-Stadt die Mehrkosten der LbK gegenüber dem Studiengang Freie Kunst übernimmt.
Nachdiplomstudiengang (NDS): Corporate Design Management

Die Schule für Gestaltung beteiligt sich seit drei Jahren an der Entwicklung des Nachdiplomstudienganges CODEM (Corporate Design Management). Dieser Studiengang beruht auf der Vernetzung folgender Fachhochschulen für Technik, Wirtschaft und Gestaltung: Fachhochschule Solothurn/Nordwestschweiz, Fachhochschule Aargau/Nordwestschweiz, Fachhochschule Bern, Fachhochschule Westschweiz, Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, Schule für Gestaltung Basel. Die beteiligten Organisationen sind in einem Trägerverein ND CODEM organisiert. Sekretariat und Studienadministration befinden sich an der Fachhochschule Solothurn/Nordwestschweiz, an der Hochschule für Wirtschaft in Olten. Das ND CODEM ist selbsttragend.

Das ND CODEM befähigt Fachhochschulabsolvent/innen verschiedenster Studienrichtungen (Technik, Wirtschaft und Gestaltung), Aufgaben auf dem Gebiet des Corporate Design und des Designmanagements zu übernehmen. Das nebenberufliche Studium dauert zwei Jahre, der Unterricht findet vorwiegend freitags und samstags statt, der erste Kurs begann am 1. März 1999.


5.3 Forschung und Entwicklung (aFuE), Dienstleistungen (DfD), Wissenschafts- und Technologietransfer (WTT)

Institut für Bild- und Designtheorie

Innerhalb des Departements Gestaltung der FHBB soll ein Institut für Bild- und Designtheorie aufgebaut werden. Dieses Institut kann für die gesamte Fachhochschule Dienstleistungen erbringen. An diesem Institut werden Infrastrukturen und Know-How gebündelt und die vorhandenen Ansätze für Forschung und Dienstleistung gemäss den Anforderungen des Fachhochschulgesetzes koordiniert und ausgebaut. Diese Erneuerungen können im gegebenen Budgetrahmen geleistet werden, indem die vorhandenen Theorieangebote gebündelt und die zu erwartenden Bundesbeiträge eingesetzt werden.

Im einzelnen wird das Institut für Bild- und Designtheorie folgende Funktionen erfüllen:

- Das Institut bietet Kurse für die gesamte Fachhochschule an. Es vermittelt allen Studierenden der FHBB ästhetisches Orientierungswissen, und zwar komplementär zu ihrem Fachwissen.

- Es bündelt die vorhandenen Theorieangebote, d.h. es organisiert und koordiniert den fachbezogenen Theorieunterricht.

- Das Institut ist für die Durchführung von Seminaren, Kursen, Vorlesungsreihen, Symposien und Weiterbildungsveranstaltungen zuständig. Die Weiterbildungskurse sind - wie bisher an der SfG praktiziert - sowohl für Fachleute als auch für die interessierte Öffentlichkeit zu konzipieren.

- Es ist sinnvoll, hier auch die vorgesehene Publikations- und Öffentlichkeitsarbeits-Stelle des Departements anzugliedern.
Wissens- und Technologietransferstelle (WTT)

Die bestehende WTT-Stelle der FHBB wird auch als Anlaufstelle für den gestalterischen Bereich und für interdisziplinäre kulturelle Projekte dienen.

Auf der Fachhochschulstufe hat der Gestaltungsbereich einen erweiterten Leistungs- und Bildungsauftrag zu erfüllen. Im Departement Gestaltung müssen also auch aFuE getrieben werden, und es sind Dienstleistungen für Dritte zu erbringen. Im Gestaltungsbereich gibt es kaum Erfahrung auf diesem Gebiet, wie auch die eidgenössische Kommission für Technologie und Innovation (KTI) einräumt. Deshalb wurden die Gestalterschulen aufgerufen, zusammen mit der KTI bei den Dozierenden eine Projektkompetenz aufzubauen. Dazu gehören auch die theoretische und praktische Forschungserfahrung. In diesem mittel- bis langfristigen Prozess wird das Basler Institut für Bild- und Designtheorie eine tragende Rolle spielen.

Als Wissens- und Technologietransfer (WTT) zählen für Gestalterschulen auch Ausstellungen, Modeschauen, Tagungen mit Publikationen etc. In diesen Bereichen wird das Departement Gestaltung von seinem eigenen Know-How und von den Erfahrungen der anderen Lehrdepartemente der FHBB profitieren können.

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