Vorlage 1999-107: Erweiterung FHBB um Fachhochschulstudiengänge der Schule für Gestaltung Basel

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-107 vom 18. Mai 1999


Erweiterung der FHBB um die Fachhochschulstudiengänge der Schule für Gestaltung Basel (partnerschaftliches Geschäft)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





3. Umfeld

Die FHBB erhält Kompetenzzentren im Bereich Gestaltung

Die eidgenössische Fachhochschulkommission hat für den Gesaltungsbereich eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Einen umfassenden Überblick über die Gestaltungsangebote der Schweiz hat diese Arbeitsgruppe «Hochschule für Gestaltung und Kunst» (AG HGK) in einem Bericht geliefert, der auf einer Evaluation der einzelnen Schulen durch die Kommission beruht. Das Ziel der AG HGK war es, im Gestaltungsangebot eine Konzentration und sinnvolle Ergänzung der einzelnen Angebote zu erreichen, denn stärker als in den Bereichen Technik und Wirtschaft sind in der Schweiz die gestalterischen Studienangebote in kleine Einheiten zersplittert. Es galt deshalb, das Vorhandene so zu bündeln, dass trotz der geographischen Streuung ein sinnvolles Ganzes entsteht. Die Vorschläge der AG HGK für die Verteilung der Studiengänge in der deutschen Schweiz sowie die Entscheidungen der Nordwestschweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (NW EDK) mit Zürich als assoziiertem Mitglied wurden den Bewilligungen des Bundesrats zugrunde gelegt.

Das Basler Angebot wurde von der AG HGK sehr positiv bewertet. Die Basler Fachhochschulplanung im Gestaltungsbereich wurde vom Bundesrat im Gegensatz zu anderen kantonalen Vorhaben, die starke Korrekturen erfuhren, vollumfänglich bewilligt. Damit hat sich ausgezahlt, dass sich die Schule für Gestaltung von Anfang an auf den Grundgedanken der sinnvollen Bündelung des Angebots ausgerichtet, ihre Stärken ausgebaut und auf die Führung eines Fachhochschulstudiengangs Textildesign verzichtet hat. Der Bundesratsentscheid legt nun fest, dass Modedesign und Innenarchitektur in der deutschen Schweiz einzig von Basel angeboten werden und die Schule für Gestaltung Zürich die entsprechenden Angebote schliessen muss. Neben der Bestätigung der Angebotsplanung sehen die verantwortlichen Instanzen in Basel in diesem Entscheid auch eine Anerkennung der Qualität des Basler Angebots.

Mit dem Bericht der AG HGK und den unten ausgeführten Plänen für einen «Campus Deutschschweiz» wurde die Basis für ein gestalterisches Kompetenzzentrum der FHBB gelegt. Für die Studienangebote Mode Design, Innenarchitektur und Visuelle Kommunikation wird Basel Kompetenzzentrum, weil das Departement Gestaltung der FHBB genügend Studienplätze sowie die entsprechende Studienqualität aufweisen wird. Dies bedeutet aber auch eine Verpflichtung: Die FHBB wird mit ihren Dozierenden verpflichtet sein, auf diesen Gebieten den international zeitgemässen Stand zu kennen und ihre Lehre und Forschung auch künftig auf die aktuellen Erkenntnisse auszurichten.

Mit der Integration des Gestaltungsbereichs wird die FHBB alle drei BBT-Sparten (Technik, Wirtschaft und Gestaltung) führen. Dies stellt einen gewichtigen Standortvorteil dar. Zudem wird das Basler Angebot im Gestaltungsbereich aus bestehenden Strukturen heraus entwickelt und verfügt somit über ein bereits gegebenes Budget.


Koordination und Kooperation in der Nordwestschweiz

Der Kanton Aargau hat mit Vehemenz Fachhochschulplanungen im Gestaltungsbereich angemeldet (geplanter Start Herbst 1999), um im eigenen Kanton alle drei BBT-Fachhochschulbereiche abzudecken. Dafür hat der Grosse Rat des Kantons Aargau beträchtliche Mittel vorgesehen. In der Einsicht, dass diese Aargauer Zusatzmittel nur bewilligt werden, wenn der Aargau einen eigenen Standort verwirklichen kann, hat sich Basel - im Unterschied zu Zürich - den Aargauer Plänen gegenüber offen gezeigt. Die beiden Kantone sind übereingekommen, ihre Schulentwicklung im Gestaltungsbereich zu koordinieren.

Von Anfang an war klar, dass der Aargau mit dem Studiengang Industrial-Design (gemäss Terminologie der AG HGK eine Vertiefungsrichtung) ein Angebot plant, das die Basler Studiengänge ergänzt. Daher wurde den Aargauern vorgeschlagen, nur dieses eine Grundstudium zu führen und ihre Angebote im Bereich Nachdiplomstudien (NDS) sowie Forschung und Entwicklung auf die Schule in Basel abzustimmen. Demgegenüber sehen die Aargauer allerdings eine «volle» Schule vor, die zwei vom BBT anerkannte Grundstudiengänge sowie ein kantonal geführtes Angebot «Medienkunst» als Teilbereich der Freien Kunst anbietet.

Unter diesen Bedingungen haben sich die beiden Partner darauf geeinigt, dass der BBT-Studiengang Visuelle Kommunikation vollumfänglich von Basel angeboten wird. Im Verlauf der Studienplanrevision, die die SfG in diesem Jahr durchführt, werden zudem beide Seiten vereinbaren, wie der Studiengang Produkte- und Industrie-Design in Bezug auf die Abschlüsse der Vertiefungsrichtung Mode-Design (BS) und Industrie-Design (AG) organisiert und dem BBT zur abschliessenden Bewilligung unterbreitet wird. Die Kooperation wird zusätzlich erschwert durch den Umstand, dass sich der Aargau nach Zürich ausrichtet und vierjährige Ausbildungsgänge im Gestaltungsbereich führen will. Die beiden Basel hingegen haben sich, nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, gegen eine Verlängerung der bestehenden dreijährigen Studiengänge (vgl. Kapitel 5) entschieden.


Campus Deutschschweiz

Die Direktoren der Gestalterschulen Luzern, Zürich, Basel, Bern und Aargau haben vereinbart, nach Massgabe der Bundesratsentscheide einen «Campus Deutschschweiz» einzurichten. Die Studiengänge sollen gegenseitig so abgestimmt und modular aufgebaut werden, dass Studierende die Möglichkeit haben, ein Modul oder mehrere Module an einer Partnerschule zu absolvieren. Zunächst ist deshalb vorgesehen, dass die deutschschweizerischen Hochschulen für Gestaltung und Kunst ein gemeinsames Vorlesungsverzeichnis erstellen.

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