1999-162_2.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-162 vom 17. August 1999
Verpflichtungskredit für die Durchführung eines befristeten Sportklassenversuchs
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
B. Bericht
1. Ausgangslage
1.1. Vorstösse im Landrat
Ausgangspunkt für die Erarbeitung des Sportklassenversuchs (2) (Schulversuch) waren zwei Landratsmotionen vom 12. März 1998:
a) Motion betreffend „Sportförderung durch unsere Schulen" des Landrates Karl Rudin und zehn Mitunterzeichnenden
b) Motion betreffend „Errichtung einer Sportschule im Kanton Basel-Landschaft (Nordwestschweiz) des Landrates Emil Schilt und neun Mitunterzeichnenden.
Während anlässlich der Landratssitzung vom 14. Mai 1998 die in ein Postulat umgewandelte Motion von Emil Schilt grossmehrheitlich abgelehnt wurde, wurde die Motion von Karl Rudin mit folgenden zwei Kernaussagen an die Regierung überwiesen:
1. Der Regierungsrat erlässt Rahmenbedingungen für Klassen mit erweitertem Sportunterricht auf der Sekundarstufe I.
2. Auf der Sekundarstufe II führt der Kanton mindestens eine Sportklasse an einer bestehenden Schule.
1.2. Auftrag des Vorstehers der Erziehungs- und Kulturdirektion
Per Mandat vom 14. Mai 1998 hat Peter Schmid, Vorsteher der Erziehungs- und Kulturdirektion, das Sportamt beauftragt, einen Projektbeschrieb zum Thema Sportklassen zu verfassen.
1.3. Vorgehen/Arbeiten des Sportamtes
Zur Erfüllung seines Auftrages setzte der Leiter des Sportamtes die Projektgruppe „Sportklasse" ein. Diese setzte sich wie folgt zusammen:
| Ernst Lehmann, Vorsitz | Leiter Sportamt Baselland |
| Eduard Bai | Leiter Sportamt Basel-Stadt |
| René Glauser | Schulinspektor |
| Marcel Hottiger | Sportchef Fussball-Club Basel |
| Thomas König | Ausbildungsverantwortlicher Sportamt Baselland |
| Hansjörg Thommen | Lehrer, Sporttechnischer Mitarbeiter Sportamt Baselland |
| Karl Rudin | Gemeindepräsident Oberdorf, Landrat, Mitglied Parlamentarische Gruppe Sport des Landrates |
| Thomas Rutishauser | Stellvertretender Direktionssekretär der Erziehungs- und Kulturdirektion des Kantons Basel-Landschaft |
| Heinz Suter | Projektleiter Spitzensport+Schule des Schweizerischen Olympischen Verbandes |
| Thomas Beugger, Projektleiter | Verwaltungsadjunkt Sportamt Baselland |
Für die Erarbeitung des Projektbeschriebs stand ein Zeitraum von vier bis sechs Monaten zur Verfügung.
Der Projektbeschrieb wurde dem Vorsteher der Erziehungs- und Kulturdirektion am 30. November 1998 eingereicht. Dieser beauftragte in der Folge das Sportamt mit der Ausarbeitung eines Entwurfs für eine entsprechende Landratsvorlage.
In der Erarbeitung des Projektbeschriebs verlagerten sich auf Grund einer Erhebung bei den Sportverbänden und in den Schulen die Prioritäten des Auftrags im Ein-verständnis des Motionärs auf einen Sportklassenversuch auf der Sekundarstufe I.
Folgende fünf Hauptgründe waren dafür entscheidend:
1. Die Nachfrage für eine Sportklasse im Kanton Basel-Landschaft ist auf der Sekundarstufe I viel grösser als auf der Sekundarstufe II.
2. In den meisten Sportarten fällt der Einstieg in den Leistungssport in den Altersbereich der Sekundarstufe I. Bereits während der obligatorischen Schulzeit sind je nach Sportart tägliche Trainingseinheiten nötig, um mindestens den Anschluss an die nationale Spitze zu gewährleisten.
3. Der Kanton Basel-Stadt erarbeitet zur Zeit ein Sportklassenangebot auf der Sekundarstufe II.
4. Klassen mit erweitertem Sportunterricht auf der Sekundarstufe I, wie es die Motion Rudin fordert, sind höchst begrüssenswert, bewirken aber für die Sportbegabtenförderung wenig, da das sportartspezifische Leistungstraining nicht an der Schule, sondern nur im Verein oder Verband unter der Leitung eines Spezialisten erfolgen kann.
5. Mit dem Sportklassenversuch soll ein deutliches Zeichen für die Sportbegabtenförderung gesetzt werden.
Fussnote:
2. Der Sportklassenversuch gilt als Schulversuch gemäss Schulgesetz §127, Absatz 5