Anzahl Passagiere
Landrat / Parlament || Vorlage 1998-145 vom 18. August 1998 (Inhalt)
Investitionsbeitrag an den binationalen Flughafen Basel-Mülhausen (Investitionsvorhaben 1997-2004) (Partnerschaftliches Geschäft mit dem Kanton Basel-Stadt)
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
2.1.2 Verkehrsentwicklung seit 1970
2.1.2.1 Die luftverkehrliche Bedeutung im Passagier- und Frachtverkehr
Der Passagierverkehr zeigte in den Jahren 1970-1983 eine lange, relativ gemässigte Wachstumsperiode von durchschnittlich 2% (696'230 bis 900'922 Passagiere). Das Wachstum steigerte sich zwischen 1984 und 1992 auf ein durchschnittliches jährliches Wachstum von nahezu 10%. Seit 1993 ist wieder ein gemässigtes Wachstum mit einem Jahresdurchschnitt von 5,3% zu verzeichnen. Im Jahre 1997 wurden 2,7 Mio. Passagiere abgefertigt.
Der Flughafen Basel-Mulhouse ist gemessen am Passagieraufkommen der drittgrösste schweizerische Flughafen und der fünftgrösste französische Provinzflughafen (Jahr 1997).
Das Frachtgeschäft zeichnet sich durch eine hohe Sensibilität des Verkehrs auf die Entwicklung des Transportangebotes aus und ist deshalb stark von der unternehmerischen Ausrichtung der Fluggesellschaften abhängig. In den Jahren 1982 bis 1992 zeigte sich auf dem Flughafen Basel-Mulhouse eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des abgefertigten Volumens von 7,6%, zwischen 1993 und 1997 von 11,6 %. Zur normalen Fracht wird auf dem Flughafen Basel-Mulhouse zusätzlich auch Expressfracht abgewickelt.
2.1.2.2 Die Entwicklung der Flugbewegungen
Als gewerbsmässige Flüge werden vereinfacht ausgedrückt Flüge bezeichnet, die entgeltlich sind oder der Oeffentlichkeit offenstehen (vgl. Artikel 100 Luftfahrtverordnung). Die übrigen Flüge gelten als nicht gewerbsmässig. Von 1970 bis 1981 zeigte sich eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2,5% bei den gewerbsmässigen und von 0,4% bei den nicht gewerbsmässigen Flügen; von 1981 bis 1997 eine solche von 7% bei den gewerbsmässigen und -2,6% bei den nicht gewerbsmässigen Flügen. Die gewerbsmässigen Flüge stellten im Jahr 1997 67,3% aller Flugbewegungen dar, verglichen mit nur 28,5% im Jahr 1970.
2.1.3 Die Prognosen für die langfristige Verkehrsentwicklung
Eine vom Institut du Transport Aérien (I.T.A.) im Juni 1997 unter Zugrundelegung verschiedener Randbedingungen (Wirtschaftswachstum, Entwicklung der Flughäfen in der Region, Bau europäischer Hochgeschwindigkeitsbahnen, Preisentwicklung und dgl.) durchgeführte Studie entwickelte verschiedene Szenarien für das mögliche künftige Verkehrsaufkommen im Passagier- und Frachtverkehr. Das vom Verwaltungsrat des Flughafens zugrundegelegte mittlere Szenario geht von einem Wirtschaftswachstum in den Industrieländern von 2,5% pro Jahr bis ins Jahr 2007 und von 2% ab 2007, einhergehend mit einem stabilen Oelpreis aus. Zudem wurden die Deregulierung im europäischen Luftverkehr, das Vorhaben „EuroCross" der Crossair und die Entwicklung des TGV Rhin-Rhône berücksichtigt.
Die Prognose für die Verkehrsentwicklung im Passagierverkehr lautet wie folgt:
Anzahl Passagiere |
2002 | 2007 | 2012 |
| Linienflüge | 2,4 Mio (+5,9%) | 3,1 Mio (+5,3%) | 4,0 Mio (+5,2%) |
| Charterflüge | 1,0 Mio (+6,1%) | 1,3 Mio (+5,4%) | 1,5 Mio (+2,9%) |
| Total | 3,4 Mio (+6,0%) | 4,4 Mio (+5,3%) | 5,5 Mio (+4,6%) |
Das für das Jahr 2012 prognostizierte Passagieraufkommen liegt damit immer noch deutlich unter dem heutigen Passagieraufkommen des Flughafens Genf-Cointrin (1997: 6,1 Mio.)
2.1.3.1 Die Prognosen für die Flugbewegungen im gewerbsmässigen Passagierverkehr und im Frachtverkehr
Die durchschnittliche Anzahl Passagiere pro Flugbewegung wird von 39 im Jahre 1996 auf 50 im Jahre 2012 anwachsen. Damit wird die Zahl der Flugbewegungen nur unterproportional zur Anzahl der Passagiere pro Flugzeug zunehmen. Die in absoluten Zahlen relativ niedrige Anzahl Passagiere pro Flugzeug hängt eng mit der Ausrichtung des Flughafens als europäischem Regionalflughafen zusammen. Zur Gewährleistung der regionalen Verbindungen werden nämlich nur Flugzeuge kleinerer und mittlerer Kapazität eingesetzt.
Durch das Projekt „Eurocross" der Crossair, das die Möglichkeit eines schnellen Umsteigens voraussetzt und deshalb vom Ausbau der Flughafens abhängt, dürfte sich die Sitz-Auslastung der einzelnen Flugzeuge erhöhen.
Gemäss Prognose werden die Anzahl Flugbewegungen im Frachtverkehr absolut jeweils um rund 2% jährlich zunehmen. Da im Frachtverkehr Vollfrachtflugzeuge eingesetzt werden, macht der Frachtverkehr weiterhin nur einen geringen Teil aller Flugbewegungen aus (ca. 5%).
2.1.3.2 Die Prognosen für die „Allgemeine Luftfahrt"
Unter der „allgemeinen Luftfahrt" wird u.a. die „Privatfliegerei" verstanden. Diese ist für den Flughafen sekundär und kann deshalb nur soweit betrieben werden als es der gewerbsmässige Verkehr zulässt. Die Anzahl der Flugbewegungen der „allgemeinen Luftfahrt" wird sich in Zukunft im Vergleich zu den gesamten Flugbewegungen immer mehr verringern.
2.1.4 Die Notwendigkeit der vorgesehenen Investitionen
2.1.4.1 Zu kleine und nicht mehr zweckmässige Infrastruktur
Der letzte Ausbau des Terminals fand im Jahre 1990 statt und war auf ein Passagieraufkommen von 1,8 Mio. ausgerichtet. Inzwischen müssen mit dieser auf 1,8 Mio. Passagiere ausgerichteten Infrastruktur 2,7 Mio. Passagiere (1997) abgefertigt werden. Es ist klar, dass die Abfertigung unter diesen Umständen teilweise unter sehr ungünstigen Bedingungen erfolgt. Dieser Engpass soll mit dem Ausbau des Terminals beseitigt werden.
Es handelt sich beim geplanten Ausbau insbesondere darum, einen Ausgleich fehlender Kapazität zu erreichen. Auf unbestimmte Zeit hinaus bestehende freie Reserven werden damit nicht geschaffen (6) .
Für den Fracht-Terminal gilt ähnliches. Dieser ist heute auf eine Kapazität von 60'000 Tonnen ausgelegt, obwohl derzeit 94'000 Tonnen jährlich umgeschlagen werden. Auch hier müssen die Anlagen dringend angepasst werden.
Zudem muss die schon bestehende Bausubstanz in einwandfreiem Zustand gehalten und es müssen die vielfältigen bestehenden Anlagen an die technologische Entwicklung angepasst werden.
2.1.4.2 „EuroCross": Die Plattform für schnelle Anschlussverbindungen der Crossair
Die Crossair hat als erste europäische Regionalfluggesellschaft seit mehreren Jahren ihren Sitz am Flughafen Basel-Mulhouse und ist dementsprechend sehr stark mit der Region Basel verbunden.
Der Personalbestand der Crossair ist von 461 Personen im Jahr 1987 auf 2'280 im Jahr 1996 angestiegen; fast zwei Drittel der Mitarbeiter arbeiten auf dem Flughafen, wo sich auch das Schulungszentrum der Gesellschaft und der Flugzeugunterhaltsbetrieb mit rund 300 hochqualifizierten Fachkräften befinden. Der Unterhaltsbetrieb verfügt über eine Spezialwerkstatt von europäischem Bekanntheitsgrad für die Turboproptriebwerke der Saab 340 und Saab 2000 sowie über eine geschlossene Testzelle für Motorenprüfläufe.
Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind Aktionäre der Crossair. Der Kanton Basel-Stadt ist im Verwaltungsrat durch ein Regierungsmitglied vertreten.
Die Crossair bertreibt direkte Flugverbindungen zu allen wichtigen europäischen Wirtschaftszentren. Diese Strecken werden von den grossen Fluggesellschaften nicht betrieben, da diese Strecken den Einsatz grosser Flugzeuge nicht rechtfertigen. Dieser Regionalluftverkehr zielt vor allem auf das Anbieten von Tagesrandverbindungen ab und ist damit auf Geschäftskunden ausgerichtet, die ihre Reisen innerhalb eines Tages machen wollen: Abflug früh morgens und Rückflug am Abend. Zudem sichert die Crossair für die Region Basel den Zubringer zu den grossen europäischen Verkehrsdrehscheiben.
Die Crossair deckt in hohem Masse die Bedürfnisse der Region Basel. Entsprechend sind fast 50% der gewerblichen Flüge und über 30% des Passagieraufkommens im Linienverkehr auf dem Flughafen Basel-Mulhouse von der Crossair generiert.
Mit dem seit 1996 erfolgenden Aufbau einer Umsteige-Drehscheibe für den europäischen Regionalverkehr, dem sog. „EuroCross", kann über eine geschickte Gestaltung des Flugplanes ein zeitlich attraktives Umsteigen ermöglicht werden. Infolge der hierdurch verbesserten Auslastung können weitere Märkte für unsere Region verkehrlich erschlossen werden, beispielsweise in Osteuropa (Polen, Ungarn, Russland).
Der Terminal soll nun baulich derart gestaltet werden, dass ein attraktives und schnelles Umsteigen möglich wird. Angestrebt wird eine Umsteigezeit von maximal 20 bis 30 Minuten.
Die Anwesenheit und die gute Entwicklung der Crossair auf dem Flughafen sind mitentscheidend für die finanzielle Leistungsfähigkeit des Flughafens. So macht die Crossair heute bereits ungefähr 20% des Umsatzes des Flughafens aus.