Vorlage 1998-064: Transportrisikoanalyse Strasse Basel-Landschaft

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-064 vom 31. März 1998


Transportrisikoanalyse Strasse Basel-Landschaft


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





4. Vergleich der Risiken Strasse - Schiene

Ein objektiver Vergleich der Risiken auf den Strassen mit den Risiken auf den Schienen ist nur mit einem methodisch gleichen Risikoansatz möglich. Die bestehenden Analysen im Kanton Basel-Landschaft - für die Schienen ein Kurzbericht, für die Strassen eine Risikoanalyse - entsprechen nicht einem vergleichbaren Ansatz.


Der Aufwand für eine Risikoermittlung für die Bahn im Kanton Basel-Landschaft, analog zur Transportrisikoanalyse Strasse, wird aufgrund einer Offerte auf Fr. 350'000.- geschätzt. Die SBB haben es abgelehnt, eine Risikoermittlung Bahn als „basellandschaftliche Lösung" zu finanzieren.


Demgegenüber hat sich die ETH Zürich aufgrund guter Beziehungen freundlicherweise bereit erklärt, den Kurzbericht SBB und die Transportrisikoanalyse Strasse für den Kanton Basel-Landschaft zu begutachten, die Ergebnisse zu kommentieren und eine Grobabschätzung der Störfallhäufigkeit bei der Verlagerung eines Teiles des Mineralöltransporte auf die Schiene vorzunehmen.


Die ETH Zürich kommt zum Schluss, dass


- beide Analysen die Zielsetzung erfüllen und aufzeigen, welche Strecken einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind,


- die Ergebnisse beider Studien nicht übertragbar sind und nicht direkt miteinander verglichen werden können,


- beide Bewertungen empfehlen, das erhöhte Risiko vor allem durch organisatorische Massnahmen zu verkleinern.


Die ETH Zürich hat eine Grobabschätzung der Störfallhäufigkeit bei der Verlagerung des Mineralöltransportes auf die Schiene vorgenommen und fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen:


- Zwei Untersuchungsmethoden ergeben bei der Verlagerung von 2 Mio. Tonnen Mineralöl von der Strasse auf die Schiene ähnliche Ergebnisse.


- Bei der Verlagerung von 2 Mio. Tonnen Mineralöl würden pro Jahr auf der Strasse rund 2 bis 4 Unfälle weniger vorkommen und auf der Schiene müssten eine Zunahme von 0,3 bis 0,5 Unfälle pro Jahr erwartet werden. Die Unfälle auf der Schiene würden sich vor allem im Rangierbereich ereignen. Als Unfälle werden Ereignisse bezeichnet, die eine Schadensumme von über Fr. 3'000.- aufweisen.


Die ETH Zürich schlägt folgendes weitere Vorgehen vor:


1. Weitere, tiefergreifende Analysen würden keine wesentlich neuen Erkenntnisse ergeben, vielmehr sollten konkrete Massnahmen untersucht und deren Machbarkeit geprüft werden.


2. Eine wirkungsvolle und für den Kanton kostengünstige Variante stellt die Verlegung der Mineralöltransporte beim Transitverkehr von der Strasse auf die Schiene dar. Die Machbarkeit dieser organisatorischen Massnahme sollte geprüft und von den politischen Verantwortlichen gefördert werden.


3. Für die Verminderung des Risikos auf den Strecken mit hohem Gefährdungspotential wäre folgendes Vorgehen zu empfehlen:


- Festlegung von vier konkreten Störfallszenarien in den Schutzzielstufen Störfall und schwerer Störfall,


- Erstellung einer einfachen, standardisierten Auswirkungsanalyse für jeden spezifischen Streckenabschnitt,


- Prüfung von organisatorischen und technischen Massnahmen auf ihre Wirksamkeit unter Einbezug der vorhandenen Ereignisdienste (Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz etc.),


- Empfehlungen von zusätzlichen Massnahmen pro Streckenabschnitt.



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