1998-059_4.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-059 vom 17. März 1997


Bewilligung der Verpflichtungskredite für den Neubau der Abwasserreinigungsanlagen in den Gemeinden Maisprach und Hersberg


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





5 Das konkrete Projekt

5.1 Projektbeschreibung


Die beiden Anlagen sind gemäss untenstehender Prinzipskizze grundsätzlich gleich konzipiert: Mischwassersieb, Mischwasserbecken, Schneckenpumpwerk, Siebschnecke, Belebungsbecken mit integriertem Nachklärbecken, Schlammstapel, Hilfsanlagen und separat stehendes, kleines Betriebsgebäude.



Legende:


RRS Mischwassersieb


RR0 Mischwasserbecken


MP0 Schneckenpumpwerk


MR0 Siebschnecke


BB0 Belebungsbecken


BN0 Nachklärbecken


SE1 + 2 Schlammstapel




Abb. 3: Lokale ARA in Kompaktbauweise




Vor der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage wird die mechanische Reinigungsstufe angeordnet. Das Abwasser wird durch das Schneckenpumpwerk angehoben und durch den Siebrechen in das Belebungsbecken geführt. Mit dem Siebrechen werden dem Abwasser Feststoffpartikel wie Ohrenstäbchen, Tubendeckel, Binden usw. entzogen, welche sonst in den Schlamm gelangen und bei der landwirtschaftlichen Verwertung stören würden. Sand und Steine werden im als Sand-Steinfang ausgebildeten Sumpf des Schneckenpumpwerkes zurückgehalten und periodisch entfernt.


Die biologische Reinigungsstufe wird als längsdurchströmtes Becken mit feinblasiger Belüftung ausgebildet. Der aus dem Nachklärbecken abgezogenen Ueberschussschlamm wird in den beiden Schlammstapeln gespeichert. Das Volumen der Schlammstapel ist für 6 Monate dimensioniert, aus dem Grunde, dass der Einsatz des unhygienisierten Schlammes stark eingeschränkt ist und seit 1997 nur im Ackerbau im Frühling und Herbst ausgebracht werden darf.


Ein wesentlicher Bestandteil der neu ausgebauten lokalen Kläranlagen ist die Mischwasserbehandlung.


Bei Regenwetter übersteigt die auf der Anlage ankommende Mischwassermenge sehr rasch die Dimensionierungswassermenge für die biologische Reinigungsstufe. Bei Regenbeginn bringt das ankommende Wasser einen erhöhten Schmutzanfall. Die Kanalablagerungen und die von der Oberfläche abgeschwemmten Stoffe werden in einem Mischwasserbecken aufgefangen. Wenn das Mischwasserbecken vor Regenende voll ist, fliesst das Mischwasser über das Mischwassersieb in den Vorfluter. Dabei werden Feststoffpartikel, welche grösser sind als 5 mm zurückgehalten. Nach Regenende wird das stark verschmutzte Wasser aus dem Mischwasserbecken der biologischen Reinigungsstufe der Anlage zugeführt.


Für die Zukunft werden die Gemeinden ihr Entwässerungssystem teilweise vom Misch- zum Trennsystem bzw. Versickerung umstellen. Da diese Massnahmen recht schwierig und kaum vollumfänglich zu realisieren sind (wie auch aus Kap. 3.3 hervorgeht), wird noch lange Zeit Mischwasser auf die Kläranlagen geführt. Bescheiden dimensionierte Mischwasserbehandlungsanlagen sind daher jetzt und auch in naher Zukunft nötig, um die gesteckten Ziele des Gewässerschutzes erreichen zu können.


Der Energiebedarf der beiden Anlagen wird ausschliesslich durch zugeführte elektrische Energie gedeckt. Die Belüftungseinrichtung im biologischen Teil der Anlage benötigt am meisten elektrische Energie. Da der spezifische Verbrauch allerdings geringer ist als bei der bestehenden Belüftungseinrichtung, wird der Energieverbrauch trotz grösserer Leistung in Zukunft etwa auf dem heutigen Stand bleiben. Die Heizung des Betriebsgebäudes im Winter erfolgt durch die warme Abluft der Belüftungsgebläsekühlung.


Der Brauchwasserbedarf für die Spülung des Siebrechens und das Ausspritzen der Becken wird durch die im Nachklärbecken montierte Brauchwasserpumpe abgedeckt.


Das Betriebsgebäude ist ein eingeschossiger Backsteinbau aussen isoliert und mit Holzverschalung und Ziegeldach versehen.


Die Lärmemissionen können dank den Schallschutzhauben über den aussen aufgestellten Belüftungsgebläsen gering gehalten werden.


Die befestigten Flächen werden minimal gehalten. Die mit Lastwagen zu befahrenden Flächen werden mit befahrbaren "Verbundsteinen", die Gehwege mit Mergel ausgeführt. Das Oberflächenwasser versickert oder wird in den Bach geleitet. Das Areal wird mit einem 2 m hohen Maschendraht umzäunt. Die restlichen Flächen des Grundstückes werden in Zusammenarbeit mit der Abt. Natur- und Landschaftsschutz des Amtes für Orts- und Regionalplanung naturnah gestaltet.




5.2 Betrieb der Abwasserreingungsanlagen


Die lokalen Anlagen werden im Auftrag des Amtes für Industrielle Betriebe durch einen ortsansässigen Wartungsbeauftragten nebenamtlich kontrolliert.


Wartungs- und Reparaturarbeiten werden durch das Personal des Amtes für Industrielle Betriebe ausgeführt.




5.3 Eigentumsverhältnisse


Die beiden Abwasserreinigungsanlagen (inkl. Mischwasserbehandlung) Maisprach und Hersberg werden durch den Kanton erstellt und bleiben im Eigentum des Kantons.


Für den Neubau der beiden Abwasserreinigungsanlagen ist kein Landerwerb notwendig.




6 Realisierung


Der generelle Terminplan sieht für beide Anlagen das Baugesuchsverfahren und die Ausführungsplanung in der ersten Hälfte 1998 vor. Der Bau der Anlage soll im Sommer 1998 begonnen und im Herbst 1999 mit der Inbetriebnahme abgeschlossen werden.


Bei der ARA Maisprach kann der Betrieb der bestehenden Anlage nicht bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage aufrecht erhalten werden. Der Betrieb der alten Anlage wird während der Bauzeit so lange wie möglich aufrecht erhalten. Danach wird als Provisorium das neue Regenbecken als Absetzbecken genutzt. Durch Zugabe von Fällmitteln werden zusätzlich Schmutzstoffe eliminiert.


Bei der ARA Hersberg wird die bestehende Anlage bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage weiterbetrieben. Während dem Bau der Anlage sind gewisse Provisorien (Leitungen usw.) notwendig.



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