1998-040_vsd_5.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998
Amtsbericht 1997 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
3 Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain
3.1 Rechtsetzung
3.1.1 Agrarpolitik 2002 des Bundes
Der Nationalrat beriet als Erstrat das neue Bundesgesetz zur Förderung der Landwirtschaft. Er beschloss verschiedene umstrittene Änderungen. Der Ständerat wird sich 1998 mit dem Gesetz befassen.
3.1.2 Kantonales Landwirtschaftsrecht
Das Landwirtschaftsgesetz wurde im Landrat beraten. Die Verwaltung unterbreitete die Verordnungsentwürfe den betroffenen landwirtschaftlichen Organisationen zur Stellungnahme.
3.2 Organisation
Im ersten Halbjahr überprüfte das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain einzelne Zuordnungen von Abteilungen. Der Regierungsrat beschloss antragsgemäss zwei Wechsel: Die Abteilung Landtechnik wechselte von der Hauptabteilung Landwirtschaftliche Infrastruktur zur Landwirtschaftlichen Ausbildung; der Konvikt wurde umbenannt in Betriebshaushalt und wechselte von der Landwirtschaftlichen zur Hauswirtschaftlichen Ausbildung.
Das Konzept des Betriebshaushaltes ist neu. Drei Personen teilen sich die Aufgabe: Eine hauswirtschaftliche Betriebsleiterin (Teilzeit), eine Köchin und eine hauswirtschaftliche Betriebsangestellte (Teilzeit). Das Team ist verantwortlich für die Verpflegung und die Unterkunft.
3.3 Personelles
Die Mitarbeiterin Renate Heinzelmann starb am 6. Januar 1997 nach einer längeren, schweren Krankheit.
3.4 Leistungsausweis
3.1 Landwirtschaftliche Ausbildung
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Wintersemester | |
| Schülerzahlen/Prüfungen | ||
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1996/97 | 1997/98 |
| Landwirtschaftliche Berufsschüler | ||
| Schüler im 1. Lehrjahr | 18 | 13 |
| Schüler im 2. Lehrjahr | 23 | 18 |
| Total | 41 | 31 |
| Landwirtschaftsschüler | ||
| Schüler im 1. Kurs | 24 | 18 |
| Schüler im 2. Kurs | 22 | 23 |
| Total | 46 | 41 |
| Betriebsleiterschule (95/96) | 19 (97/98) | 18 |
Verstärkte Bioausbildung am Ebenrain
Seit Lehrbeginn Herbst 1997 wird Biolandbau auch auf der Stufe Berufsschule angeboten. In der Landwirtschaftsschule waren die Fächer Einführung in Biolandbau und Wahlfach Biolandbau bisher Pflichtfach. Seit Herbst 1997 wird zusätzlich die Vertiefung in Biolandbau im Rahmen einer Projektwoche angeboten. Auf vier Schülerbetrieben wurden die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Vorteile und Nachteile einer Umstellung auf Biolandbau eingehend diskutiert und bearbeitet.
Ausbildung Biolandbau am Ebenrain
Lehrbetrieb: Mindestens 1 Lehrjahr auf einem aner- kannten Bio-Lehrbetrieb (neu)
Berufsschule: 30 Lektionen Unterricht in Biolandbau (neu)
Landwirtschaftsschule:
| 15 Lektionen | Pflichtfach Biolandbau (bisher) |
| 30 Lektionen | Wahlfach Biolandbau (bisher) |
| 30 Lektionen | Vertiefung Biolandbau (neu) |
Lehrabschluss:
Lehrabschlussprüfung 1. Teil auf Bio-Lehrbetrieb
Lehrabschlussprüfung 2. Teil; Vorschlag:
- Obligatorische Prüfung in Ökologie und Biolandbau
- In beiden Fächer muss mindestens die Note 4 erreicht werden
Die Anerkennung des Ausbildungsganges durch den Bund ist noch offen.
Neuerungen bei der Meisterprüfung - Konsequenzen für die Betriebsleiterschule Ebenrain
Die Meisterprüfung kann ab 1998 in zwei Teilschritten abgelegt werden. Die Prüfungen in den Fachgebieten Pflanzenbau und Tierhaltung können vorgezogen werden, und der Teil Betriebswirtschaft kann zu einem späteren Zeitpunkt abgelegt werden. Bereits seit 1997 muss jeder Kandidat eine umfassende Betriebsstudie auf seinem Betrieb machen, die als Grundlage für den Betriebsbesuch dient.
Die Änderungen bei der Meisterprüfung, aber auch die neuen Anforderungen an die zukünftigen Betriebsleiter waren Anlass, dass die Betriebsleiterschule neu konzipiert wurde. Im Oktober 1997 startete eine Klasse mit dem neuen Konzept. Der fachliche Stoff wurde inhaltlich und zeitlich so programmiert, dass Teilnehmer der Betriebsleiterschule, die in die erste Teilprüfung der Meisterprüfung einsteigen wollen, entsprechend vorbereitet sind. Aus dem laufenden Kurs haben sich bereits einige Kursteilnehmer zur Teilprüfung Pflanzenbau / Tierhaltung für die Meisterprüfung 1998 angemeldet. Der betriebswirtschaftliche Teil wird schwerpunktmässig im Spätsommer und Herbst 1998 behandelt, so dass die Möglichkeit besteht, den zweiten Teil der Meisterprüfung im ersten Halbjahr 1999 abzulegen.
Landtechnik
In diesem Jahr wurden ausser den Feld- und Obstbauspritzen auch die Weinbauspritzen auf die genaue Ausbringung der Spritzmittel kontrolliert. Es wurden 58 Feldspritzen, 12 Obstbaugebläsespritzen und 23 Weinbauspritzen als IP-tauglich befunden.
Betriebe, die beim Projekt "Bim Buur in d'Schul" dabei sind und nicht Lehrbetriebe sind, müssen auf ihre Sicherheit geprüft werden. 11 Betriebe wurden ein erstes Mal kontrolliert.
Im November konnte die Beratungsstelle für Unfallverhütung ein erstes Mal einem Betrieb im Kanton eine Sicherheitsplakette überreichen.
3.4.2 Haushaltungsschule
Folgende Ausbildungen sind möglich:
Bäuerlich-hauswirtschaftliche Angestellte/Hauswirtschaftliche Angestellte
Einjährige Lehre, meist nach Abschluss der 9 obligatorischen Schuljahre
| Lehrjahr 1996 / 1997 | 11 Schülerinnen |
| Lehrjahr 1997 / 1998 | 15 Schülerinnen |
Bäuerlich-hauswirtschaftlicher Fachkurs
als Bestandteil der Bäuerinnenausbildung und offen für interessierte Frauen und Männer aus der ganzen Bevölkerung. Mindestalter: 18 Jahre
| Winterkurs 1996 / 1997 | 15 Kursteilnehmerinnen |
| Winterkurs 1997 / 1998 | 9 Kursteilnehmerinnen |
Die Teilnahme am Bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachkurs wird mehrheitlich als allgemeinbildende hauswirtschaftliche Ausbildung und als Grundlage zur persönlichen Lebensgestaltung genutzt. Die Kursteilnehmerinnen mit verschiedenen Berufsausbildungen, unterschiedlichem Alter und individuellen Lebensbiographien bilden heterogene Klassen. Für die Lehrpersonen bedeutet dies eine stetig neue Herausforderung.
Berufsbegleitender Bäuerlich-hauswirtschaftlicher Fachkurs (Offener Kurs)
als Bestandteil der Bäuerinnenausbildung.
| Kurs 1997 / 1999 | 11 Kursteilnehmerinnen |
Die Leiterinnen der Haushaltungsschule Ebenrain BL, Wallierhof SO und Liebegg AG erarbeiteten die Grundlagen für eine zukünftige Ausbildung von hauswirtschaftlichen Betriebsleiterinnen. Die Ausbildung schliesst sich an den bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachkurs an und soll die Schülerinnen zur Führung vielseitiger und grösserer Haushalte befähigen.
3.4.3 Weiterbildung
Den Landwirten, Bäuerinnen und weiteren Interessierten wurde im Winter 1996/97 und im Sommer 97 eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Von den ausgeschriebenen 71 Kursen (Sommer + Winter) konnten rund 2/3 durchgeführt werden. Diese Durchführungsquote liegt deutlich tiefer als in früheren Jahren (90% durchgeführt) obwohl das Kursangebot bereits gestrafft wurde (letztes Jahr 102 angebotene Kurse).
Eine Analyse der Situation ergibt folgenden Befund:
- Die IP-Welle, mit der die Weiterbildung so richtig ins Rollen kam, ist stark abgeflacht. Eine gewisse Sättigung scheint erreicht zu sein.
- Die Landwirte sind verunsichert. Das bedeutet für sie einen Investitions-Stopp auch für Investitionen in die eigene Weiterbildung.
- Kurse in den Bereichen Produktionstechnik, Direktzahlungen, PC allgemein, Hauswirtschaft und Gartenbau sind nach wie vor gefragt. Wenig bis gar nicht gefragt sind Kurse in den Bereichen Betriebsführung, Bauen, Handwerk, Landwirtschaftliche PC-Programme.
- Das Bild sieht in anderen Kantonen sehr ähnlich aus.
Als Konsequenz aus diesem Befund wurden folgende Massnahmen getroffen:
- Vermehrte Zusammenarbeit mit dem Wallierhof (Landwirtschaftsschule des Kantons SO) => gemeinsame Kursangebote und -ausschreibungen
- Verhandlungen mit der Bauernzeitung => Verbesserung der Kursausschreibung
- Ausprobieren neuer, attraktiver Kursformen
- Intensivere Bedürfnisabklärung bei der landwirtschaftlichen Praxis (Inhalt, Kursform)
- weitere Straffung des Kursangebotes
Die getroffenen Massnahmen zeigten Ende 1997 bereits erste Erfolge.
3.4.4 Gutsbetrieb
Der Gutsbetrieb fand am Ebenraintag bei den zahlreichen Führungen verschiedener Gruppen und bei den Kunden von Blumen, Gemüse und den übrigen Bio-Produkten wiederum starke Beachtung. Erste Muster aus der Versuchsanlage von schorfresistenten Apfelsorten konnten angeboten werden.
Der Gutsbetrieb bekommt auch die Verschärfung der Bio-Richtlinien zu spüren. So musste beim Einkauf auf das teurere Bio-Futter und -Saatgut umgestellt werden. Auch beim Viehzukauf schränken die Vorschriften die bisherige Praxis mit den Aufzuchtverträgen stark ein.
Im Zusammenhang mit dem Bau der Umfahrungsstrasse muss der Betrieb ab 1998 eine erste Tranche Kulturland (ca. 1 ha) abtreten. Das Vorhaben wird den Gutsbetrieb voraussichtlich während fünf Jahren belasten.
3.4.5 Schulgarten
Im Schulgarten wurden rund 300 verschiedene Pflanzenarten in über 500 Sorten kultiviert und für Ausbildung, Beratung sowie zur Dekoration und für die Schulküchen genutzt. Die Erfahrungen im biologischen Freilandanbau von Schnitt-blumen wurden in einer Broschüre zusammengefasst und in Kursen zugänglich gemacht.
Als Ersatz für die auslaufende Standaktion „Gsundi Gärte - gsundi Umwält" wurde das Pilotprojekt „Garten-Lehrpfad" in Münchenstein mitgestaltet.
3.4.6 Direktzahlungen und Pflanzenbau
Bundesmassnahmen
Die Bundesmassnahmen erfuhren im Jahr 1997 keine wesentlichen Änderungen.
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|
1996 | |
1998 |
| Fläche | Beiträge | Fläche | Beiträge | |
| ha | Fr. | ha | Fr. | |
| Direktzahlungen: | ||||
| Ergänzende | 22 840 | 16 583 016 | 22 831 | 16 097 567 |
| Ökologische | ||||
| - Obstbäume | 150 188 | 2 175 454 | 150 383 | 2 184 465 |
| - Extensive Wiesen | 648 | 688 552 | 708 | 756 649 |
| - Wenig int. Wiesen | 705 | 425 963 | 708 | 431 703 |
| - Wiesen auf Acker | 142 | 423 563 | 200 | 620 768 |
| - Buntbrachen | 6 | 19 890 | 17 | 49 650 |
| - Hecken | 58 | 62 875 | 57 | 62 359 |
| - Integrierte Prod. | 14 214 | 9 037 222 | 16 321 | 10 094 061 |
| - Biolandbau | 1959 | 1 477 042 | 2 313 | 1 722 794 |
| - Kontr. Freilandh. | |
599 354 | |
758 783 |
| - Tierfreund. Stallh. | |
129 511 | |
183 527 |
| Total Direktzahlungen | |
31 622 442 | |
32 962 326 |
| Pflanzenbaubeiträge: | ||||
| Futtergetreide | 2 138 | 1 673 334 | 2 050 | 1 571 862 |
| Grünbrache | 155 | 463 770 | 155 460 | 440 |
| Extenso Getreide | 4 066 | 1 993 695 | 4 077 | 1 928 687 |
| Bio-Rohstoffe | 23 | 66 720 | 19 | 58 560 |
| Total Pflanzenbau | |
4 197 519 | |
4 019 549 |
| Bewirtschaftungsbeiträge: | ||||
| Hangbeiträge | |
2 468 804 | |
2 486 623 |
| Sömmerungsbeiträge | |
64 000 | |
75 060 |
| Kostenbeiträge | |
2 530 710 | |
2 520 546 |
| Total Bewirtschaftungsbeitr. | |
5 063 514 | |
5 082 229 |
| Total Bundesbeiträge | |
40 883 475 | |
42 064 104 |
Nach hohen Zunahmen in den vergangenen Jahren ist das Gesamtvolumen an Bundesbeiträgen für die Landwirtschaft im Berichtsjahr nur noch wenig angestiegen. Einer Zunahme der Beiträge für die ökologischen Produktionsmethoden (Integrierte Produktion und Biologischer Landbau) steht eine Reduktion bei den ergänzenden Direktzahlungen und den Pflanzenbaubeiträgen gegenüber. Es ist anzunehmen, dass die Beiträge zukünftig nicht mehr ansteigen werden.
Kantonale Massnahmen
Die kantonalen Massnahmen im Bereich Ökologischer Ausgleich erfuhren 1997 eine weitere Zunahme um 8 Prozent. Das Budget wurde nicht vollumfänglich ausgeschöpft.
Während 6 Monaten hat eine befristet angestellte Biologin die Qualität der ökologischen Massnahmen im Bereich Hecken und Ackerbuntbrachen untersucht und ein Konzept für eine Erfolgskontrolle ausgearbeitet.
Übersicht Flächen und Kantonsbeiträge:
| |
|
1996 | |
1997 |
| Fläche | Beiträge | Fläche | Beiträge | |
| ha | Fr. | ha | Fr. | |
| Extensive Wiesen | 370 | 656 902 | 398 | 705 814 |
| Wenig int. Wiesen | 156 | 148 061 | 152 | 150 018 |
| Weiden | 571 | 340 804 | 573 | 345 676 |
| Hecken | 38 | 219 874 | 43 | 212 442 |
| Hochstammbäume | 158 | 551 950 | 165 | 611 190 |
| Spezialstandorte | 21 | 76 335 | 41 | 148 339 |
| Total | |
1 993 926 | |
2 173 479 |
Ölsaatenkontingente
1997 wurden folgende Flächenkontingente für die Produktion von Ölsaaten an die Landwirte verteilt:
| |
|
1996 | |
1997 |
| |
Pflanzer | Fläche | Pflanzer | Fläche |
| |
Anzahl | ha | Anzahl | ha |
| Raps | 138 | 290 | 138 | 305 |
| Soja | 43 | 115 | 48 | 120 |
| Ölsaaten total | |
405 | |
425 |
Die Flächen der Ölsaaten haben somit gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen.
Förderung des biologischen Landbaues
Es wurden folgende Beiträge an die Umstellung auf biologischen Landbau ausbezahlt:
| Anerkennung | 18 Betriebe | Fr. | 103 631.00 |
| 2. Umstellungsjahr | 22 Betriebe | Fr. | 113 033.00 |
| 1. Umstellungsjahr | 20 Betriebe | Fr. | 102 319.50 |