1998-040_vsd_18.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998


Amtsbericht 1997 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





16 Vermessungs- und Meliorationsamt

16.1 Rechtssetzung


Das Amt wirkte bei den Entwurfserarbeitungen des neuen Raumplanungs- und Baugesetzes für den Teil „Baulandumlegung und Grenzmutationen" und beim Landwirtschaftsgesetz sowie bei den zugehörigen Verordnungen mit.




16.2 Organisation


Im September bezogen das Vermessungs- und Meliorationsamt und das Kreisgeometerbüro Liestal-Waldenburg im Verwaltungsbau Gutsmatte die neuen Räumlichkeiten. Das Informatikzentrum LIS bleibt an seinem Standort in der BUD. In der Hauptabteilung Vermessung wurden zwecks Effizienzsteigerung die Arbeitsabläufe analysiert. Dabei wurden funktionelle Aenderungen im personellen Bereich notwendig.




16.3 Personelles


Insgesamt waren im Vermessungs- und Meliorationsamt, eingeschlossen die vier Kreisgeometerbüros, 57 Mitarbeiter/ innen (inkl. Teilzeit-/ temporär Angestellte) beschäftigt. 9 Lehrtöchter/Lehrlinge befanden sich in der Berufsausbildung zur Vermessunsgzeichnerin bzw. zum Vermessungszeichner. Die Lehrabschlussprüfung bestanden die zwei angemeldeten Kandidaten (Lehrlinge) mit gutem Erfolg. Die Nachfrage nach kurzfristigen Praktikumsstellen im Vermessungs- und Informatikbereich ist nach wie vor rege. 2 Studenten und 2 Hochschulabsolventen, davon 1 Student der THS Dresden im Austauschprogramm der Ing. Schule beider Basel, wurden temporär beschäftigt. Jörg Meyer, Aesch, ist per 1.10.1997 als Techn. Angestellter für die Kreisgeometerbüros Binningen und Arlesheim gewählt worden.




16.4 Leistungsausweis


16.4.1 Amtliche Vermessung (AV)


Fixpunkte


Die Revision der Lagefixpunkte (LFP2) Laufental konnte abgeschlossen und durch die Eidg. Vermessungsdirektion 25.11.1997 genehmigt werden. Die Punkte LFP2 weisen nun kantonsweit den gleichen technischen Standard auf.


Die Arbeiten der Ersterhebung der Höhenfixpunkte (HFP2) Laufental sind fortgesetzt worden.


Die periodische Kontrollbegehung (Nachführung) der Lage- und Höhenfixpunkte erfolgte in den Gemeinden Binningen, Buus, Wintersingen, Füllinsdorf, Lampenberg und Arlesheim. Die Kontrolle umfasste 116 Lagefixpunkte (LFP1/2) und 78 Nivellementspunkte (HFP1/2). Es mussten Nachführungsarbeiten an 17 Lagefixpunkten und an 16 Höhenfixpunkten ausgeführt werden.


Parzellarvermessung


Ende 1997 standen 10 Neuvermessungen (NV), 10 Erneuerungen (ER) von amtlichen Vermessungen (AV) und im Projekt Realisierung einer 1. Etappe der AV93 18 Provisorische Numerisierungen (PN) und 5 Erhebungen Fixpunkte Laufental in Arbeit. Hinzu gekommen sind 1997 1 NV, 5 ER, 13 PN und 5 Erhebungen Fixpunkte. Die Gesamtkosten dieser Operate betragen ca. 8,04 Mio. Franken. In die Arbeiten teilen sich die privaten Vermessungsbüros mit 38 und die staatlichen mit 5 Operaten.


Im Berichtsjahr sind neben 7 Teilverifikationen die Schlussverifikationen der Operate Oltingen Los 3, Tenniken Los 3 und Wintersingen Lose 2 und 3 sowie von 21 Provisorischen Numerisierungen ausgeführt worden.


Hoheitsgrenzen


Im Anschluss an die Erstellung der Velowegverbindung Laufen - Breitenbach wurde die Kantons- und Gemeindegrenze zwischen den Kantonen Basel-Landschaft (Gemeinden Wahlen / Brislach) und Solothurn (Gemeinde Breitenbach) flächengleich reguliert und den neuen Verhältnissen angepasst.


Wegen einer Baugebietserschliessung wurde die Gemeindegrenze Aesch / Pfeffingen im Gebiet „Tschuppackerweg - Klaffenbrunnen" flächengleich reguliert.


Baulandumlegungen


Ende 1997 verzeichnete man 14 laufende öffentlich-rechtliche Baulandumlegungsverfahren mit verschiedenen Bearbeitungsständen. Mit der Genehmigung des Vermarkungsplanes durch den Regierungsrat konnte lediglich 4 Verfahren abgeschlossen werden. Neu hinzugekommen sind 2 Verfahren.


Nachführung der Vermessungswerke


In der Nachführungstätigkeit ist die starke Veränderung der Mutationen bei den Gebäuden im Vergleich mit 1996 auf die neue Vermessungsverordnung zurückzuführen. Danach müssen solche Nachführungsarbeiten innerhalb von einem Jahr seit Zustellung des Gebäudeinformationsblattes (Gebäudeschätzung) erledigt werden. 1997 wurde entsprechend aufgearbeitet.





16.4.2 Leitungskataster


Das Amt hat in 8 Gemeinden Grundlagen- und Leitungspläne verifiziert .


Arbeitsstand Ende 1997:


In 14 Gemeinden ist der Leitungskataster über das ganze Baugebiet fertig erstellt . Ueber ca. 58% der gesamten Baugebietsfläche des alten Kantonsteils (ohne Bezirk Laufen) sind die Grundlagenpläne erstellt und verifiziert . Ueber ca. 54% der gesamten Baugebietsfläche des alten Kantonsteils sind die Leitungen eingetragen und verifiziert .




16.4.3 Informatik-Zentrum Landinformationssystem (IZL)


Applikationsentwicklung


Das im VMA entwickelte Programmpaket Grivis wurde im Berichtsjahr funktionell erweitert mit dem Ziel, die Bearbeitung und Qualitätssicherung der Daten der amtlichen Vermessung noch effizienter durchzuführen. Die Realisierung der Amtlichen Vermessungsschnittstelle (AVS) für Grivis verbessert laufend die Qualität der Vermessungsdaten und beschleunigt die Verifikationstätigkeit. Die Archivierung der Vermessungsdaten im AVS-Format ermöglicht langfristig die Unabhängigkeit von einem einzelnen Systemhersteller. Grivis wird von privater Seite mit Erfolg an Vermessungsbüros und öffentliche Verwaltungen in der ganzen Schweiz vertrieben. Bis Ende 1997 wurden 62 Lizenzen an 35 Kunden verkauft. Durch den regelmässigen Informationsaustausch mit der Herstellerfirma der GIS-Basissoftware ist das VMA besser in der Lage, künftige Entwicklungen auf dem GIS-Markt einzuschätzen und die eigenen Projekte optimal anzupassen.


GIS-Technik Projektgruppe


Zwei Mitarbeiter des IZL arbeiten in der GIS-Technik Projektgruppe. Diese bearbeitet im Auftrag der GIS-Kommission grundlegende technische Problemkreise: Die Speicherung und der Austausch von GIS Daten, die Erweiterung von GIS Funktionen in Richtung Analysen und Auswertungen sowie die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit der Anwendersoftware. Im Rahmen des Pilotprojektes für das Lufthygieneamt und den Natur- und Landschaftsschutz werden erste Lösungsansätze gezeigt.


Betrieb IZL


Das IZL betreut die Hardware und die GIS-Software für das Vermessungs- und Meliorationsamt, das Amt für Orts- und Regionalplanung, das Forstamt, das Amt für Kultur und das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain. Eingesetzt werden in diesen Dienststellen 34 GIS Arbeitsstationen und 4 Server für die Datenverwaltung und die Planerstellung. Bis auf 7 Unix-Arbeitsstationen wurden bis Ende 1997 alle auf Windows umgestellt.


In der Planzentrale des IZL wurden durch die beteiligten Dienststellen 960 Pläne (Vorjahr 860) im Format A0 erstellt, davon 420 (220) durch das IZL selbst. Im Auftrag der Kantonspolizei wurde ein Projekt unter Verwendung von GIS-Daten bearbeitet.


Im Auftrag des Statistischen Amtes wurden für die Bodenpreisstatistik die Schnittflächen der Ebenen „Parzellen" und „Zonen" in 67 Gemeinden gebildet.


Im Rahmen der Strategischen Informatikplanung befragte das IZL die GIS- Anwender in der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion über ihre Projekte und die verwendeten Daten.


Support


Ein grosser Teil des Arbeitsaufwandes entfiel wie jedes Jahr auf die Betreuung der Hard- und Software der am IZL beteiligten Dienststellen. Für diverse Dienststellen erfolgten Informationen über die Möglichkeit, GIS-Daten sinnvoll einzusetzen. Das IZL verifizierte die Datenabgabe der Nachführungsgeometer und unterstützte diese in technischen Belangen.


Zusammen mit der Abteilung Informatik der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion organisierte das IZL den Umzug der EDV-Geräte des VMA und des Kreisgeometerbüros Liestal in den Neubau Gutsmatte. Gleichzeitig mit dem Umzug erfolgte die Ausbildung und die Einführung von Windows NT und Mail.




16.4.4 Fachstelle Melioration


Gesetzesgrundlagen


In einer Feldsitzung liess sich die landrätliche Kommission für ein neues Landwirtschaftsgesetz in Wintersingen über das Wesen und die Wirkung von Gesamtmeliorationen informieren. In zwei weiteren Kommissionsitzungen wurde der neue Abschnitt D. Strukturverbesserungen durchberaten. Der Landrat verabschiedete diesen Abschnitt in seiner 1. Lesung ohne Änderung.


Güterzusammenlegungen


Im Berichtsjahr waren 6 (5) Felderregulierungen (FR) in den verschiedensten Ausführungsphasen zu bearbeiten, zu betreuen und zu beaufsichtigen. Die wichtigsten Aktivitäten in den einzelnen Unternehmen werden wie folgt zusammengefasst:


FR Wintersingen


Am 4. Februar genehmigte der Regierungsrat den Restkostenverteiler, nachdem die dagegen erhobenen Einsprachen gütlich erledigt werden konnten. - Die Schlussabrechnung der I. Etappe für den Teil Feld (vermessungstechnische und planerische Arbeiten) wurde vom Kanton am 18. August und vom Bund am 3. September genehmigt. - Die Durchführung der Arbeiten am Meliorations-Leitungskataster erfolgte vertrags- und programmgemäss. Im Herbst wurden die erstmals digital erstellten Pläne zur Verifikation eingereicht.


FR Rickenbach


Auf den 1. Oktober konnte im Teil Feld der Nutzungsantritt der neuzugeteilten Parzellen bewilligt werden. Die zweijährige Verzögerung des Neuantritts resultierte aus den langwierigen Beschwerdeverhandlungen und -entscheiden auf den Stufen Genossenschaft (28 Fälle), Regierungsrat (8 Fälle), Verwaltungsgericht (3 Fälle) und Bundesgericht (1 Fall). Dadurch mussten auch die von der Neuzuteilung abhängigen Bauarbeiten vorläufig sistiert werden. - Die ordentlichen Bauarbeiten der VIII. Etappe wurden im Juni fristgerecht abgeschlossen. Die Bauabrechnung der V. Etappe wurde vom Kanton am 25. Februar, vom Bund am 19. März genehmigt.


FR Roggenburg


Die Bauarbeiten der II. Etappe wurden im Juni programmgemäss abgeschlossen. Von Bund und Kanton erfolgten Mitte des Jahres die Beitragszusicherungen für die kulturtechnischen Bauarbeiten der III. Etappe. Diese Arbeiten wurden nach vorheriger öffentlicher Submission im August in Angriff genommen. - Die Feld-Bonitierungsarbeiten wurden gemäss Grundsatzprotokoll von der Schätzungskommission und der Technischen Leitung auf der Basis der Bodenkartierung programmgemäss durchgeführt und im Herbst weitgehend abgeschlossen. Die EDV-mässige Weiterbearbeitung ist im Gange. - Am 26. November liess sich der Direktionsvorsteher Regierungsrat Eduard Belser von den Regulierungsorganen über den Stand der Arbeiten vor Ort orientieren. Der Besuch darf in jeder Beziehung als Erfolg gewertet werden.


FR Biel-Benken


Nach intensiven Vorarbeiten erfolgte im April erstmalig in der Schweiz die öffentliche Submission der Regulierungsarbeiten in Kombination mit den vermessungstechnischen Arbeiten. In das Regulierungsvorhaben eingeschlossen ist die Ausarbeitung eines "Entwicklungskonzeptes Landwirtschaft und Landschaft (ELL)" im Sinne des "Schweizerischen Leitbildes für moderne Meliorationen". Auf dieser Basis erliess der Regierungsrat am 9. Dezember den Subventionsbeschluss samt Genehmigung der beantragten Arbeitsvergabe und Genehmigung einer freiwilligen Perimetererweiterung von 4.2 Hektaren. Die Arbeitsvergabe erfolgte an eine fachlich bestausgewiesene Ingenieurgemeinschaft aus den Kantonen Basel-Landschaft und Aargau.


FR Schönenbuch


Im Jahre 1994 wurde die Durchführung einer Felderregulierung von den beteiligten Grundeigentümern abgelehnt. Am 17. September stellte der Gemeinderat von Schönenbuch den Wiedererwägungsantrag zur erneuten Einleitung einer Felderregulierung, da der Bedarf dafür nach wie vor besteht. Die entsprechenden Vorprojektstudien und Vorbereitungen für eine Orientierungsversammlung sind im Gange.


LU Bruderholzacker, Bottmingen


Als Folge der Nichteinzonung bzw. Einweisung in die Landwirtschaftszone des Gebietes "Bruderholzacker" und aufgrund des Bundesgerichtsentscheides vom 24. Juni 1992 stellte der Gemeinderat am 3. September den Antrag auf Anordnung einer Landumlegung (LU), da seine Bemühungen zur Durchführung einer freiwilligen Landumteilung auf dem Mutationsweg nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Die Landumlegung soll nach dem Felderregulierungsverfahren durchgeführt werden und bezweckt die Reprivatisierung des überschüssigen Strassenareals. Zur Zeit laufen diesbezüglich Vorabklärungen in technischer, planerischer, juristischer und finanzieller Hinsicht.


Bundes- und Kantonsbeiträge


Auf der Basis der jährlich festgelegten Kreditkontingente des Bundes wurden für den Kanton Basel-Landschaft an Bodenverbesserungen Beiträge durch den Kanton von Fr. 718'788 und den Bund von Fr. 431'399 zugesichert bzw. Fr. 632'880 und Fr. 403'033 ausbezahlt.


Subventionsrückerstattungen


Die Rückerstattungen von Bundes- und Kantonsbeiträgen im Sinne von Art. 84 ff LG (Zweckentfremdung) und § 21 EG LG (gewinnbringende Handänderung) betragen für:


Erlasse


Die Fachstelle Melioration bearbeitete im Auftrag der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion 3 Regierungsratsbeschlüsse, 2 Beitragszusicherungen, 2 Etappenschlussabrechnungen und 174 Verfügungen gem. Art. 84 ff LG und § 21 EG LG, § 3, davon 59 mit Rückerstattungsfolge.




16.5 Kommission Geografisches Informationssystem (GIS)


Die Kommission hat ihre Arbeit mit vier Sitzungen aufgenommen. Die Arbeiten an der Strategischen Informatikplanung GIS (SIP GIS) sind im Gang. Zwei Standards im GIS Bereich wurden mittels RRB festgelegt: Es betrifft dies die einheitliche Gebäudenumerierung und die Strassennumerierung im Kanton. Verwaltungsintern wurde eine Informationsveranstaltung für die Dienststellen über die vorhandenen GIS-Daten-Bestände und GIS-Applikationen durchgeführt. Das GIS-Pilot-Projekt AOR/Lufthygieneamt unter Leitung der BUD wurde vorbereitet und gestartet. Dieses Projekt hat das Ziel, die technischen Möglichkeiten betreffend Migration unterschiedlicher verteilter Datenbanken abzuklären und die Anwendung von externen GIS- Standardauswertemodulen in der Praxis zu überprüfen.




16.6 Besonderes


Auf dem Weg zur volldigitalen amtlichen Vermessung als notwendige Grundlage für Geographische Informationssysteme wurden grosse Fortschritte gemacht. Im Rahmen der Realisierung der AV93 1. Etappe 1996-2000 stehen wir bei einem Numerisierungsstand der Grundbuchpläne von ca. 70% der Kantonsfläche. Die Revision des Lagefixpunktetzes 2 (Triangulation 4.Ordnung) im Bezirk Laufen wurde abgeschlossen. Modern konzipierte Meliorationen konnten erstmals am Beispiel der Felderregulierung Biel-Benken eingeleitet werden. Erstmals wurde dabei in der Schweiz eine Güterzusammenlegung in Kombination mit der amtlichen Vermessung öffentlich submittiert. Im Frühjahr wurde eine Medienpräsentation über moderne Meliorationen durchgeführt. In den Kreisgeometerbüros führten die Anstrengungen zu rationelleren Arbeitsabläufen in der Nachführung der AV sowohl im finanziellen wie auch im technischen Bereich zu spürbaren Ergebnissen.In der Informatik ist mit der Realisierung der amtlichen Vermessungsschnittstelle (AVS) ein technologischer Sprung gelungen. Die AVS erhöht die Qualität der Datenbestände der AV in eine neue Dimension und trägt als Nebeneffekt auch zur Beschleunigung der Verifikationstätigkeit bei. GRIVIS - die AV93-Software des VMA BL - ist im Begriff, sich in der Schweiz als führendes Produkt zu etablieren.



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