1998-040_vsd_16.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998
Amtsbericht 1997 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
14 Kantonales Institut für Pathologie
14.1 Organisation
Von der Sanitätsdirektion wurde eine Kommission zur Ueberprüfung möglicher Varianten einer Neuorganisation des Instituts eingesetzt, die zu Beginn des Jahres 2000 wirksam werden sollte.
14.2 Personelles
Zur Zeit sind alle 20 Stellen besetzt (16 Ganztages-, 7 Teilzeitstellen). Die längere Zeit vakante Oberarztstelle für Zytologie konnte auf anfangs Jahr durch eine Fachärztin für Pathologie und Zytologie besetzt werden. Fluktuationen gab es nur bei den Assistenzärzten, deren Anstellung in der Regel auf ein Jahr beschränkt ist.
14.3 Leistungsausweis
Autopsien und Todesursachen
Trotz allgemein sinkender Tendenz hat die Zahl der Autopsien (504) leicht zugenommen (+2%). Bei Patienten, die in öffentlichen Spitälern verstorben sind, wird in der Regel eine Autopsie durchgeführt. Dagegen kann jedoch vom Patienten zu Lebzeiten oder nach dem Tode von dessen Angehörigen Einspruch erhoben werden. Von diesem Einspruchsrecht wird viel häufiger als früher Gebrauch gemacht. Es bedarf deshalb grosser Anstrengungen von Seiten der Pathologen und der klinisch tätigen Aerzten, die Zahl der Autopsien als wichtigstes Element in der Qualitätskontrolle ärztlicher Diagnostik und Behandlung sowie der Lehre, Ausbildung, Forschung und Epidemiologie auf einem genügend hohen, aussagekräftigen Niveau zu halten.
Die Autopsiefrequenzen der medizinischen Abteilungen des Kantonsspitals Bruderholz (77%) und Liestal (63%) blieben ziemlich konstant.
Bei den Todesursachen standen Krankheiten von Herz und Kreislauf (38%) nach wie vor an erster Stelle (108 Männer, 82 Frauen). 15% (73) aller Todesfälle waren durch einen Herzinfarkt bedingt. Weitere wichtige, kreislaufbedingte Todesursachen waren Hirnblutungen (21 Patienten), Hirnerweichungen (16) und Lungenembolien (12).
Bösartige Tumoren bildeten die zweithäufigste Todesursache (35%). Tumoren, die bei der Autopsie zufällig entdeckt wurden und nicht für das Ableben verantwortlich waren, sind hier nicht aufgeführt. Die häufigsten Organtumoren, die zum Tode führten, waren in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit bei Mann 1. Lunge (23), 2. Prostata (16), 3. Leber (11), 4. Knochenmark (10) und 5. Dickdarm/Enddarm (8); bei der Frau 1. Brustdrüse (13), 2. Lunge (9), 3. Dickdarm/Enddarm (8) und 4. Knochenmark (6). Die Krebssterblichkeit war bei Männern deutlich höher (106) als bei Frauen (68).
11 Patienten erlagen einem Infekt. Darunter fanden sich 3 Patienten mit AIDS, 4 mit einer Tuberkulose und 4 mit einer eitrigen Hirnhautentzündung.
Im Auftrag der Statthalterämter wurden 35 Autopsien durchgeführt. 12 davon betrafen Suizidfälle (9 Männer, 3 Frauen, Durchschnittsalter 63 Jahre).
Histologische Untersuchungen
Die Zahl der histologischen Untersuchungen war mit 12 998 leicht rückläufig (-4%). Die Einsendungen verteilten sich auf 9 272 (71%) Biopsien, 2 421 (17%) Operationspräparate und 902 Curettagen (Gebärmutterauskratzungen). 336 Untersuchungen betrafen intraoperative Schnellschnittuntersuchungen. In diagnostisch schwierigen Fällen oder zur Absicherung der Diagnose kamen folgende Spezialmethoden zur Anwendung: Immunhistochemie 2 993, in situ-Hybridisierung 168, DNA-Zytometrie 161 und Elektronenmikroskopie 87 (davon 32 Nierenbiopsien und 37 Tumorfälle).
Es wurden 553 Neuerkrankungen an bösartigen Tumoren registriert (289 Männer, 264 Frauen). Die fünf häufigsten Tumoren waren beim Mann 1. Prostata (91), 2. Dickdarm/Enddarm (41), 3. Haut (34), 4. Lunge und Lymphknoten (je 19) und 5. Magen (13); bei der Frau 1. Brustdrüse (84), 2. Dickdarm/Enddarm (42), 3. Gebärmutter (27), 4. Haut (26), 5. Lymphknoten (19).
Zytologische Untersuchungen
Die Zahl der zytologischen Untersuchungen blieb mit 6 580 ziemlich konstant (-0,8%). Bei 4 030 Fällen handelte es sich um gynäkologische Fälle (hauptsächlich zur Krebsvorsorge) und bei 2 550 um klinische Abklärungsfälle, hauptsächlich zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Tumorkrankheit.
14.4 Besonderes
Aus-, Fort- und Weiterbildung
Das Institut ist durch Vorlesungen in spezieller Pathologie, Sektionskurse (Gruppenunterricht) und Wahlstudienjahr (15 Medizinstudenten) in den Lehrbetrieb der Medizinischen Fakultät Basel einbezogen. Zur Fort- und Weiterbildung gehörten institutsinterne Kolloquien, wöchentliche pathologisch-anatomische Demonstrationen für die Kliniken der Kantonsspitäler Bruderholz und Liestal, Teilnahme an interdisziplinären Tumorfallbesprechungen und klinisch-pathologische Konferenzen. Die Cheflaborantin erteilte an der Laborschule Basel Unterricht in Histotechnik (164 Std).
Wissenschaftliche Tätigkeiten
Es wurden 4 Kongressreferate gehalten. Eine Arbeit über Asbest-induzierte Veränderungen des Brustfells wurde in Ondoor Built Environ (1997; 6: 79-85) publiziert.