1998-040_fkd_3.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998


Amtsbericht 1997 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





5 Informatik

5.1 Amt für Informatik


5.1.1 Allgemeines


Nach einem Jahr Arbeit mit Leistungsauftrag und konsequenter Erfassung des Produktaufwandes kann eine positive Bilanz der Einführung von NPM gezogen werden. Die grössere Flexibilität beim Einsatz der Mittel und die verbesserte Kostentransparenz führten dazu, dass verschiedene neue Anforderungen mit zusätzlichem Aufwand durch gezielte Verschiebung der Ressourcen abgedeckt werden konnten. Die Auswertung eines Jahres mit Zeiterfassung der einzelnen Produkte wird es uns erlauben, unsere Kosten und Leistungen mit dem Markt zu vergleichen und so noch besser auf die Bedürfnisse der Verwaltung auszurichten.


Die zu Beginn des Jahres bestehenden oder neu entstandenen Vakanzen haben wieder besetzt werden können. Bei der Wiederbesetzung offener Stellen wurde darauf geachtet, die Anforderungsprofile auf die zukünftigen neuen Aufgaben auszurichten.




5.1.2 Systementwicklung


Die Jahr 2000-Problematik (Jahreszahlen sind in alten Programmen und Datenbanken nur zweistellig erfasst worden) hat beim Unterhalt der bestehenden Applikationen klar dominiert. Für den Steuerbezug wurde ein detailliertes Programm für die Anpassung an das Jahr 2000 erarbeitet und ein erster Teil bereits umgesetzt. Die Vorbereitungen für die Einführung einer 4. Generationssprache und von Client-Server-Applikationen sind abgeschlossen, im Berichtsjahr wurde aber noch kein Projekt mit dieser Technologie durchgeführt.


Die Konsolidierung der mit MS-mail ausgerüsteten Bereiche der Verwaltung ist abgeschlossen, ein reibungsloser Austausch von Nachrichten konnte gewährleistet werden. Im Hinblick auf den bevorstehenden Systemwechsel wurden aber auch schon die Grundlagen für eine Migration nach MS-exchange bereitgestellt und Pilotinstallationen vorgenommen. Dabei ist auch schon eine Anbindung an das Internet-mail über das Bundesnetz integriert.


Der Internetauftritt des Kantons unter Federführung der Landeskanzlei unter der Adresse «www.baselland.ch» war ein voller Erfolg. Im AFI wurden in diesem Jahr zudem die Vorbereitungen für ein Intranet abgeschlossen.


Die Systemtechnik befasste sich schwergewichtig mit Tuning-Massnahmen, um die hohe Systemverfügbarkeit zu erhalten.




5.1.3 Telematik und Support


Auch 1997 wurde das Kantonsnetz im Zusammenhang mit dem neuen Rechnungswesen massiv ausgebaut. Das Rechnungswesen war dabei aber natürlich nur der Auslöser und Taktgeber für die Vernetzung, genutzt werden auch alle andern über das Netz verfügbaren Dienste. Durch konsequente Beobachtungen mittels speziell entwickelter Statistikprogramme konnten Engpässe trotz des starken Wachstums (rund 50%) vermieden werden.


Der zentrale Router wurde durch ein grösseres Modell, welches überdies intern redundant ausgelegt ist, ausgetauscht.


Aufgrund neuer Anforderungen aus den logisch getrennten Netzwerken (Statthalterämter, Bezirksschreibereien und Kantonspolizei), welche in Zukunft auch über das Bundesnetz kommunizieren müssen, wurde mittels Firewall-Technologie die Voraussetzung für kontrollierte Übergänge geschaffen.(siehe Zeichnung). Dazu musste noch ein umfassendes TCP/IP Konzept erarbeitet werden.



Die im letzen Amtsbericht vorgestellte Lösung für einen sicheren Zugang zum Internet hat sich bewährt. Da dieser Zugang aber nur für eine beschränkte Anzahl Benutzer vorgesehen ist, wird er wohl bald abgelöst werden müssen.


Seit 1995 besteht im Kanton Baselland die Möglichkeit, eine 4-jährige Lehre als Informatiker zu absolvieren. Das Amt für Informatik hat sich von Anfang an für diese Lehrlingsausbildung engagiert, indem es das Amt für Berufsbildung intensiv unterstützt, aber auch selber Lehrstellen geschaffen hat. Per Ende 1997 waren im AFI 6 Informatiker-Lehrlinge (zwei im ersten Lehrjahr, einer im zweiten und drei im dritten Lehrjahr) in der Ausbildung, 4 davon werden eine Berufsmatur anstreben. Organisatorisch sind die Lehrlinge in die Abteilung Telematik und Support des AFI eingegliedert, sie absolvieren ihre Ausbildung aber auch in den andern Abteilungen des AFI und in den Informatikabteilungen der BUD, EKD und FKD.




5.1.4 AFI-Betrieb


Im Bereich Host-Rechner wurden alle älteren Disks ersetzt und die Diskkapazität durch weitere RAMAC-Einschübe auf 146 Gigabyte erhöht. Das gesamte Disk-Subsystem läuft nun mit RAID5-Technologie. Dies bedeutet, dass bei einem Disk-Fehler die Systeme weiterlaufen und die defekte Disk ohne Betriebsunterbruch ersetzt werden kann. Gleichzeitig konnten durch den Einsatz der neueren Technologie die Wartungskosten gesenkt werden.


Gemäss Leistungsauftrag haben wir unser Qualitätsziel der Systemverfügbarkeit von 98 % in der definierten Betriebszeit auf 99 % erhöht. Dieses Ziel haben wir mit sehr wenigen Ausnahmen erreicht




Jahresmittel Systemverfügbarkeit



Durch den Einsatz von 2 Druckern der gleichen Familie konnten wir unser Druckkonzept weiter vorantreiben. Mit Ausnahme der vorgedruckten blauen ESR verarbeiten wir heute fast ausschliesslich unbedrucktes Endlospapier. Alle Formularmasken werden von uns erstellt und gleichzeitig mit dem Bedrucken des Papiers eingefügt. Die Lagerhaltung konnte dadurch wesentlich vereinfacht werden.


Unser Druckvolumen steigerte sich von 2'675'000 Seiten 1996 auf 2'799'000 Seiten. Diese Zunahme von knapp 5 % ist vor allem auf eine bessere und kundenfreundlichere Gestaltung der Dokumente, die an unsere Kunden verschickt werden, zurückzuführen.


Trotz der Zunahme beim Druckvolumen war eine Abnahme bei der Zahl der Postsendungen zu verzeichnen:


Dies kam durch der Einsatz der neuen Verpackungsstrasse ab Mai 1997 zustande. Es handelt sich dabei um eine 2-Kanal-Anlage mit 2 Endlosschneidern und 5 Beilagestationen. Diese Anlage macht es möglich, selektiv bis zu 18 Dokumente in einen Umschlag zu verpacken.


Ziel ist es, dass die Kunden jeweils nur noch 1 Couvert vom gleichen Absender in der Post vorfinden. So erhält ein Steuerpflichtiger nun seine Staatssteuer- und Bundessteuerrechnung sowie alle zugehörigen Dokumente wie Veranlagungen, Erläuterungen, Begründungen usw. im gleichen Couvert.


Den Kunden erhält dadurch eine bessere Übersicht, und dem Kanton werden deutliche Einsparungen ermöglicht. In den ersten 8 Monaten seit Betriebsaufnahme konnten bereits über 190'000 Couverts und über 90'000 Franken an Portokosten eingespart werden.




5.2 Informatikplanung und -koordination


Die Schwerpunkte des Jahres 1997 in verwaltungsweiter Hinsicht im Rahmen der Informatikplanung und -koordination waren:


- der strategische Entscheid der Fachgruppe Informatik (FGI) für ein verwaltungsweites Mail-System mit Microsoft Exchange.


- der Vorschlag der FGI, ab 1998 verwaltungsweit auf das neue PC-Betriebssystem Microsoft Windows NT 4.0 zu migrieren.


- der Beschluss seitens FGI, alle Macintosh-PC's in den Verwaltungsstellen mittelfristig durch PC's auf Basis Intel-Prozessor/Windows-Betriebssystem zu ersetzen und Macintosh-PC's nur noch im Bereich Schulen einzusetzen (FGI-Bericht zuhanden der Vorsteher EKD und FKD).


- der Entscheid der FGI, auf Antrag der Abteilung AFI-Telematik, das Netzwerkprotokoll TCP/IP zwar als strategisches Element zu klassieren, das Netzwerkprotokoll SPX/IPX von Novell jedoch in sinnvoller Koexistenz - vor allem im lokalen Bereich der LAN's -weiterhin zu integrieren.


- die Begleitung der mannigfaltigen Anstrengungen im Bereich des verwaltungsweiten Netzwerks, die zu zusätzlicher Stabilisierung und Konsolidierung und damit zu signifikant weniger Systemausfällen geführt haben.


Weitere Aktivitäten der IPK waren:


- Ausgabe des Informatik-Kursprogramms 1998 zusammen mit dem kantonalen Personalamt.


- Unterstützung des Kantonsspitals Bruderholz bei seinem Systementscheid für eine neue Universelle Gebäudeverkabelung.


- Beratung der Handelsschule Münchenstein/Reinach bei der Erstellung von neuen Informatik-Schulungsräumen: Die IPK empfahl insbesondere, alle Räume mit Internetanschlüssen zu versehen, da entsprechende Lernmöglichkeiten im World Wide Web schon angeboten oder in Kürze produktiv werden.


- Organisation des traditionellen Informatik-Herbstseminars mit Themenschwerpunkten BPR Business Process Reengineering (quasi „radikale" Erneuerung von Geschäftsabläufen), Archivierung, Trenderkennung im organisatorisch-/psychologischen wie auch informatiktechnischen Bereich, sowie NT-Migrationsverfahren, in Zusammenarbeit mit der Informatik-Ausbildungsstelle JPMD.




5.3 Direktionsinformatik


In einer Organisationsanalyse der Direktonsinformatik wurden die Ziele, Aufgaben, Arbeitsabläufe und Schnittstellen zu den Dienststellen überarbeitet und optimiert.


Die Arbeiten für die Umstellung der Clients von Windows 3.11 auf Windows NT 4.0 haben Mitte Jahr begonnen. Die erste Dienststelle wird voraussichtlich ab März 1998 mit der neuen Plattform arbeiten.


Im Projekt «Neues Rechnungswesen» ist sowohl in der Finanz-, wie auch in der Betriebsbuchhaltung eine grössere Anzahl neuer Dienststellen produktiv in Betrieb genommen worden. Ebenso konnten einige Schittstellen zu anderen Systemen realisiert werden. Die Lohndaten werden z.B. in Zukunft über eine Schnittstelle ins Rechnungswesen übernommen.


Die Applikation Covela (Computerunterstützte Veranlagung), die erste grosse Client-Server Applikation läuft seit Anfangs Jahr produktiv und hat sich seither bewährt. Bereits sind die Arbeiten für weitere Veranlagungsteile in Arbeit.


Easy Tax, das Programm zur computerunterstützten Erstellung der Steuererklärung, wird weiterentwickelt und für die nächste Steuerperiode vorbereitet. In der nächsten Version werden viele zusätzliche Möglichkeiten und Verbesserungen realisiert werden.


Im Lohnbüro konnte auf Ende Jahr die elektronische Archivierung für Lohndaten in Betrieb genommen werden. Dadurch kann der Papierausdruck der Lohndaten in Zukunft elektronisch gespeichert und ausgewertet werden. Im nächsten Jahr wird diese Applikation weiterentwickelt und kommt in der Steuerverwaltung für die Archivierung von Steuerrechnungen zum Einsatz.


Die Vernetzung der Finanzdirektion ist weiter fortgeschritten. Mit Ausnahme von einigen wenigen Benutzern sind nun alle Arbeitsplätze vernetzt und die Mitarbeiter via electronic mail erreichbar.



Back to Top