1998-040_ekd_9.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998
Amtsbericht 1997 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
9 Sportamt
9.1 Allgemeines und Personelles
Allgemeines
"Einige Maler verwandeln die Sonne in einen gelben Punkt, andere verwandeln einen gelben Punkt in die Sonne." (PABLO PICASSO)
Ideen, Visionen, Kreativität, Intuition, Trends und Tendenzen bringen neue Entwicklungen, neue Formen und neue Möglichkeiten. Man kann wie Picasso andeutet, seinen Job erledigen - ohne Grossartiges hervorzubringen, ohne von der Phantasie Gebrauch zu machen, ohne neue Ideen einzubringen und ohne etwas zu bewirken. Es geht dann vor allem darum, "erfinderisch" zu sein. Aber auch die beste Idee, die grösste Vision ist nur so gut, wie der Sinn für das Machbare, die Kompetenz und Erfahrung, die dahintersteckt. Unsere Aufgabe ist es, die Möglichkeiten genau einzuschätzen, wie wir uns öffnen und tieferen Einblick gewinnen können in die Lebenssituationen der Mitmenschen, um diese in unsere Arbeit einzubeziehen.
Wiederum prägten drei Veranstaltungen unser Sportgeschehen: der "Baselbieter Orientierungslauf" als sportaktive Grossveranstaltung; die Informationstagung - diesmal als Kadertreffen der Ausbilder und Expertenkader - organisiert als theoretische Hauptveranstaltung für die sportpolitische Zukunftsgestaltung und die 12. "SPORT-PREIS-Verleihung" als gesellschaftlicher Höhepunkt im sportlichen Baselbiet. Wir hoffen, mit diesen Veranstaltungen vielen Personen, die sich in sportlichen Bereichen engagieren, Freude bereitet zu haben.
Hervorzuheben ist die gute und mit positiven Synergien gekennzeichnete Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Baselbieter Sportverbände, dem Sportjournalisten-Verband Baselland sowie den Sportverbänden in der Region, denen wir für ihre Unterstützungen und Hilfe in der Baselbieter Sportförderung herzlich danken.
Personelles
Nach 28-jähriger engagierter Tätigkeit für den Sport im Baselbiet ging der stellvertretende Dienststellenleiter in den verdienten Ruhestand. Es wird sehr schwer werden, seine Erfahrungen, seine Kenntnisse und die grosse erworbene Fachkompetenz zu kompensieren.
Sein Nachfolger wird am 1. Januar 1998 seine Arbeit auf dem Sportamt aufnehmen.
Eine Handelsschülerin tauschte den Schulalltag mit einem vierwöchigen Berufspraktikum auf dem Sportamt.
9.2 Sportförderung
Dank guter Kooperation innerhalb der EKD, aber auch mit weiteren Dienststellen aus anderen Direktionen, ist es gelungen, eine sinnvolle, gute und zukunftsweisende Sportförderung im Kanton BL zu betreiben. Dazu haben auch die ESSM, die anderen Kantone, aber auch eine Grosszahl von öffentlichen und privaten Institutionen beigetragen. Durch die Kooperation und das Engagement in den Vereinen, den Verbänden und in der IG der Baselbieter Sportverbände, ist es dank unzähligen freiwilligen und ehrenamtlichen Tätigkeiten gelungen, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. Die Sportkommission hat sich speziell um Fragen sinnvoller Sportförderung im Kanton gekümmert und wird mit weiteren guten Ideen und Projekten aufwarten. Ein guter Input ist sicher auch das Baselbieter Sportabzeichen, welches 1997 eingeführt wurde. Die ergänzenden Modulangebote wurden sinnvoll erweitert und bedingen mittelfristig einen eigenen Kursplan. Die weitere Förderung des Seniorensportes mit der Ausbildung von Leitenden und der Beschluss der …ffnung des Jugendsportes Baselland (JSBL) nach unten (neu: bis 9 Jahre), bringen dem Sport in unserem Kanton, zusammen mit der vermehrten Integration von Behinderten (wie z.B. am BL-OL), die gewünschte Erweiterung der Sportförderung im Sinne unseres Sportgesetzes.
9.2.1 Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen
Wie der nachfolgenden Statistik entnommen werden kann, ist die Zahl der Teilnehmerinnen an den SV-Kursen weiter zurückgegangen, was primär aufgrund einer gewissen Sättigung zu sehen ist. Schliesslich hat der Kanton Baselland früh und breit gestreut ein vielfach genutztes Angebot offeriert. Es gilt in Zukunft primär die neuen Jahrgänge zu integrieren, und weiter ein gewisses Angebot für die Fortbildung aufrecht zu erhalten.
Statistik Selbsverteidigungskurse:
| Jahr | Serie | Kurse | Orte | Teilnehmerinnen | ||
| |
Frauen | J+S-Altrige | Total | |||
| 1992 | 1./ 2. | 13 | 6 | |
|
322 |
| 1993 | 3./ 4. | 25 | 13 | |
|
596 |
| 1994 | 5./ 6. | 23 | 19 | |
|
494 |
| 1995 | 7./8. | 21 | 11 | 225 | 156 | 381 |
| 1996 | 9./10. | 12 | 12 | 184 | 121 | 305 |
| 1997 | 11./12. | 14 | 11 | 120 | 161 | 424 |
9.2.2 Sportanlässe/Veranstaltungen
Baselbieter Orientierungslauf
Der 45. Baselbieter TEAM-OL vom 26. Oktober 1997 war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Der vom schönen Herbstwetter begünstigte OL und von hervorragend ins Gelände angelegten Bahnen, bot den 432 Teams mit 1'312 Läuferinnen und Läufern ein Naturerlebnis und Familienvergnügen par excellence. Es konnte nahezu die gleiche Teilnehmerzahl wie im letztjährigen Rekordjahr erreicht werden. Besonders erfreulich ist, dass die Breitensport- und vor allem die Familienkategorien - mit 77,2% - grossen Aufschwung nehmen. Ausgehend von der Schulanlage "Mur" in Breitenbach/SO als Basis mit guten Infrastrukturen wurden in den Waldungen des "Brislachallmet" mit einer neuen Kategorie, dem Trail-O für Behinderte, durchgeführt. In nur sechs OK-Sitzungen mit 25 Personen und 137 Helferinnen und Helfer wird dieser "Grossanlass" organisiert und veranstaltet.
Informations-Tagung
Anstelle der Info-Tagung 97 organisierten wir eine interne Tagung mit dem Experten- und Ausbildungskader. Hauptthema war das Bundesprojekt JUGEND+SPORT 2000 mit der speziellen Thematik "Trends und Perspektiven im Baselbiet". 55 Personen besuchten die Arbeitstagung und erarbeiteten entsprechende Thesen für unsere Weiterentwicklung im JUGENDSPORT BASELLAND.
Nationales Basketballturnier
Das 21. Nationale Basketballturnier vom 6./7. September 1997 konnte mit 63 Teams und 546 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz erfolgreich durchgeführt werden.
Das Turnier wurde ein weiteres Mal in unserem Auftrag vom Basketball-Club CVJM-Birsfelden ausgezeichnet durchgeführt. Das Sportamt übernimmt die Vorbereitungen und administrativen Arbeiten. Diese "Aufgabenteilung" hat sich auch in diesem Jahr bestens bewährt und soll weitergeführt werden.
Baselbieter Sportpreisverleihung
Die 12. Sportpreisverleihung fand im wunderschönen und mit hervorragender Infrastruktur ausgerüsteten Auditorium der Firma STRATEC Medical AG, in Oberdorf statt.
Martin Feigenwinter, Arlesheim, wurde vom Regierungsrat zum Baselbieter Sportpreisträger 1997 gewählt. Die Eltern des jungen, dynamischen Eisschnellläufers durften den Preis entgegennehmen, weil der Preisgewinner selber an einem Olympia-Ausscheidungswettkampf in Holland war.
Mit je einem Anerkennungspreis wurden die beiden Förderer des Kunstturnens im Baselbiet ausgezeichnet. Kurt Straumann, Ziefen, und Heini Frey, Bubendorf, durften zu Recht für ihre langjährigen Engagements die Auszeichnung aus den Händen des Erziehungs-, Kultur- und Sportdirektors, Regierungspräsident Peter Schmid entgegennehmen.
Eine grosse Anzahl Gäste aus Politik-, Wirtschafts- und Sportkreisen konnten die Preisübergabe des Baselbieter Sportpreises miterleben.
25 Jahre Institution Jugend + Sport
Was im Jahre 1972 mit Geburtswehen und einer gewissen Zerbrechlichkeit in der Wiege gelegen hatte, mauserte sich dank Trainingsfleiss und Qualitätsarbeit zu einem anerkannten Begriff.
Am 25. Geburtstag konnten alle teilhaben: Dem Ausbildungskader und der Expertenschaft bot das Sportamt eine Spielnacht an. Am 21. März genossen mehrere Dutzend Unermüdliche die Sportival-Night mit anschliessendem Morgenessen.
Die Jugendlichen durften das Sommerhalbjahr über Ballone steigen lassen und das "Ballonbüro" im Sportamt hatte einen grossen Einsatz zu leisten bei der Ausgabe und Registrierung des Flugmaterials (12'500 Ballone, Gasflaschen, Karten etc.) und den zurückgesandten Postkarten (2'510 Stück aus 10 Ländern mit bis zu 1'900 km Flugdistanz). Die 10 Sportpreise wurden von den jungen Gewinnerinnen und Gewinnern schliesslich mit Begeisterung in Empfang genommen.
Alle Leiterinnen und Leiter wurden 1997 beim Anmelden einer Aktivität beschenkt mit einer Sportamt-Taxcard und einem Jubiläumsball für polysportives spielen.
Diese Jubiläumsaktivitäten unseres Kantons fanden ein positives Echo.
Im August rief die ESSM die Kantonsvertretungen, bestehend aus Jugendteams, Begleitenden und J+S nahestehenden Personen nach Magglingen zum "Happening". Das Sportamt-Team wurde vom Erziehungs-, Kultur- und Sportdirektor Regierungspräsident Peter Schmid nach Magglingen begleitet und erlebte einen interessanten Tag inmitten von Jugendlichen aus der ganzen Schweiz. Das Jubiläumsfest "25 Jahre J+S" wurde würdig gestaltet und bleibt in guter Erinnerung.
Sportwochen
An 16 Sportwochen nahmen 531 Jugendliche teil. Man kann feststellen, dass teilweise die Angebote reflektiert werden müssen, um motivierten Jugendlichen eine tolle Sportwoche offerieren zu können. Die Möglichkeiten und das Angebot werden immer breiter, der Trend geht eindeutig in Richtung Erlebnis, Flow und Spektakel. Teilweise mussten Skilager mit Carving ergänzt und sogar über die Medien (Zeitungsannonce und Radiospot) angepriesen werden, um eine Durchführung nicht zu gefährden. Dafür waren die Snowboardlager sofort ausgebucht. In diesem Punkt müssen wir anscheinend umdenken und vermehrt polysportive Schneelager organisieren. Interessant ist eine Auswertung der Beteiligung nach Alter und Bezirken:
Statistik über Teilnehmerzahlen:
Teilnehmende nach Jahrgang:
| 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988+ jüngere |
| 3 | 24 | 32 | 62 | 60 | 62 | 70 | 58 | 52 | 62 | 33 | 13 |
Teilnehmende nach Bezirken:
| Arlesheim | Liestal | Sissach | Waldenburg | Laufen | Ausserkantonal |
| 233 | 135 | 107 | 33 | 3 | 20 |
9.2.3 Ausbildung von Sportleiterinnen und Sportleitern
Die Qualität des Sportunterrichts hängt nicht zuletzt von einer qualitativ guten Aus- und Fortbildung ab. Um den Leitenden Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten werden von uns sportfachspezifische Module angeboten, Ausbildungseinheiten für den Seniorensport sowie Kurse für Lehrerinnen und Lehrer, Seminaristinnen und Seminaristen sowie für Verbandsinstruktoren angeboten. Über 400 Personen haben diese verschiedenen Angebote besucht.
9.2.4 Ausbildung von Jugendsport-Leiterinnen und -Leitern JSBL 6-9 Jahre
Ungebrochen ist das Interesse an der Kantonalen Sportförderung JUGENDSPORT BASELLAND für die Sport-Youngsters von sechs bis neun Jahren.
In den als Sekundärausbildung zu verstehenden Spezialkursen JSBL nahmen 172 Leiterinnen und Leiter teil, wobei beide Geschlechter gleichmässig vertreten waren. Spitzenreiter in der Beteiligung sind diejenigen Fächer, welche traditionellerweise Kinderabteilungen führen und dem jungen Naturell entsprechen, also Schwimmen, Turnen, Fussball. Stark aufgeholt haben die Fächer Handball, Karate und Rollsport (Inline-Skating). Radsport, Badminton und Basketball (Körpergrösse!) hingegen sind beispielsweise Sportfächer, die erst in der Pubertät ergriffen werden; sie kommen in JSBL nur vereinzelt vor.
Diese Betrachtung ist unvollständig, würde man nicht auch das zahlenmässig stark vertretene Fach Wandern und Geländesport/Lagersport erwähnen. Die Leitenden aus den Jugendverbänden haben JSBL schon längst entdeckt und liebgewonnen. Bestätigt wird dies einerseits durch die grosse Zahl von bewilligten Anlässen und anderseits durch die regelmässige Veröffentlichung von JSBL-relevanten Informationen in den Verbandsorganen von Pfadi, CVJM, Blauring etc.
Die Kursangebote im JUGENDSPORT BASELLAND sind gut besucht und entsprechen der Nachfrage nach Ausbildung im Vermitteln von Sport an unsere Jüngsten. Je nach Struktur von Verband und Sportart wird bereits mit Kindern sportlich trainiert; das Einstiegsalter lässt sich nicht kalendarisch festlegen. Die Sportförderung JSBL ist bestrebt alle Jugendlichen vorgängig zum J+S-Alter zu unterstützen. Ab 1998 wird deshalb der JSBL-Altersbereich â..bis neun Jahre' heissen.
Auch der Fortbildungspficht wird rege Folge geleistet, diese Schulung wird nicht nur aus Pflichterfüllung besucht, sondern auch als erfüllend erlebt. Wer Kinder bewegen will, muss schliesslich selber in Bewegung bleiben ...