1998-040_ekd_3.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998
Amtsbericht 1997 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
3 Schulpsychologischer Dienst (SPD)
3.1 Personelles
In personeller Hinsicht gab es keine Veränderungen auf dem Dienst.
3.2 Materielles
Neben den in der Statistik erfassten Beratungen zugunsten von Schülerinnen und Schülern waren die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in unterschiedlichen schulischen Projekten tätig. Dies waren schulinterne Projekte und Fortbildungen, Schulentwicklungs- und -vernetzungsarbeiten, Konzeptarbeiten für den Aufbau von Integrativen Schulungsformen und Fördergruppen, Schulhaus-Sprechstunden, Klassenbesuche und ähnliche Arbeiten. Zur Umfeldarbeit gehörten auch Referate, Informationsveranstaltungen und Kooperation mit verwaltungsin- und externen Fachstellen.
Die kantonsweite Zahl der Anmeldungen einzelner Schülerinnen oder Schüler lag bei 2'175 (2'063) über dem Stand des Vorjahres. Davon stammen 179 (162 ) Anmeldungen aus dem Laufental. Die Laufentaler Zahlen sind aber in den folgenden Angaben nicht mitenthalten. Die teilweise noch Bernischen Schulverhältnisse erlauben noch keine Integration in die Gesamtstatistik. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben in den folgenden Zahlen die ca. 600 Primarschülerinnen und -schüler in Fördergruppen. Darauf wird unten hingewiesen.
Das Geschlechts-Verhältnis zwischen angemeldeten Schülern und Schülerinnen betrug ungefähr 3:2.
Am häufigsten meldeten Lehrkräfte, Kindergärtnerinnen und Therapeutinnen (in dieser Reihenfolge) Schülerinnen oder Schüler zum Zwecke einer Beratung an. Bekanntlich kann dies nur mit Einverständnis der Erziehungsverantwortlichen geschehen. Es gibt Anzeichen, dass häufiger Anmeldungen direkt von Eltern erfolgt sind als im Vorjahr.
1'611 (1'590), also 4/5 aller Einzelfall-Anmeldungen stammten aus der Primarschule. Dazu gehörten auch die 353 (343) Anmeldungen aus Kindergärten, meist zur Abklärung und Beratung hinsichtlich Schuleintritt. Die übrigen Schülerinnen oder Schüler kamen aus der Oberstufe oder aus einer nachobligatorischen Schule. In der Primarstufe erreichte die 4. Klasse eine relative Spitze mit 348 (3. Klasse 331) Anmeldungen. In der Oberstufe verminderten sich die Anmeldungen mit wachsendem Alter, stiegen aber insgesamt an. Im Alter der nachobligatorischen Schulzeit erreichten uns noch 18 (33) Beratungsfälle.
Die Häufigkeiten der angesetzten Massnahmen sind Hinweise auf die Thematik der schulpsychologischen Intervention. Die Rangreihe entsprach der des Vorjahres. Die pädagogisch-therapeutischen Massnahmen für einzelne Schülerinnen oder Schüler standen mit 629 (617) an erster Stelle. Es handelte sich um Legasthenie- oder um Dyskalkulietherapien. Fördergruppen werden unten separat erwähnt. 309 (294) suchten eine Einschulungsberatung im Zusammenhang mit Fragen zu Schulreife, Eintritt in EK oder vorzeitiger Einschulung. Es wurden 307 (266) Übertritte in Kleinklassen (exkl. EK) beantragt. 198 (164) Anmeldungen führten zu Klassenuebertritt oder Repetition.
In 405 (426) Fällen wurde die angemeldete Frage- oder Problemlage durch den SPD abgeklärt und beraten ohne Antrag für eine externe Massnahme. In 77 (62) Situationen wurden die Betroffenen auf dem Dienst länger und intensiver betreut. Schlie§lich erfolgten 155 (137) Überweisungen an andere Stellen oder an spezifische Fachleute der Medizin, Psychiatrie, Logopädie etc. zur weiteren Abklärung oder Behandlung.
Die Zahl der Fördergruppen stieg auf total 192 (171) inklusive jene im Laufental. Damit waren es um die 600 (535) Kinder der Primarschule, die diese spezielle Förderung erfuhren. Fördergruppen arbeiten im Schulhaus und umfassen in der Regel 2 bis 4 Kinder derselben Schulklasse. Die Indikation der Teilnahme der einzelnen Kinder wird in enger Zusammenarbeit zwischen Lehrkraft, Förderlehrkraft und Schulpsychologie erarbeitet. Die Gruppenzusammensetzung kann je nach Bedarf während des Schuljahres durchaus verändert werden. In administrativer Hinsicht hat der Dienst in diesem Bereich für das kommende Jahr Vereinfachungen geplant.
3.3 Spezielles
Ein stattlicher Teil an Zeit und Energien wurde in die Vorbereitungsarbeiten zum Projekt Leistungsaufträge EKD (NPM) gesteckt. Hauptschwierigkeit bot und bietet die Spezialität des Dienstes, seine Beratungsleistungen jeweils individuell den Erfordernissen der Schule und der betroffenen Kinder und Eltern anzupassen.
Erwähnenswert war eine Häufung von Anmeldungen aus der Sekundarstufe I mit äusserst schwierigen familiären und schulischen Verhältnissen, so dass in zunehmender Anzahl von Fällen Heimplazierungen ins Auge gefasst werden mussten. Dem stand entgegen, dass nicht genügend Heimplätze zur Verfügung standen. Solche schwergewichtigen Fälle sind ein Indikator für die generelle Fragilität sozialer Bedingungen in der Familie ebenso wie in der Schule. Sie sind arbeitsintensiv und können nur in enger Zusammenarbeit mit zuständigen Gemeindebehörden bearbeitet werden.
Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 681 vom 18. März hat die Erziehungs- und Kulturdirektion deutlich gemacht, dass die Schule im Zuge der Individualisierung des Unterrichts substantielle qualitative und quantitative Leistungsunterschiede innerhalb der Schülerschaft erkennt und darauf auch im oberen Leistungsbereich neue Antworten sucht. Der Dienst hat sich in einer internen Fortbildung mit Fragen und Perspektiven im Umkreis der Thematik sogenannter "Hochbegabung" auseinandergesetzt.