1998-040_ekd_10.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998


Amtsbericht 1997 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





10 Amt für Kultur

10.1 Forschungsstelle für Baselbieter Geschichte


Insgesamt sind zur Zeit noch zwei (4) ProjektmitarbeiterInnen an der Arbeit ihrer historischen Forschung. Es ist gelungen, im Berichtsjahr zwei (4) Bücher zu publizieren und an der Vernissage des Kantonsverlags vorzustellen. Sie wurden als Beiträge der Reihen "Quellen und Forschungen" veröffentlicht.


In der - vom Regierungsrat an seiner Sitzung vom 16. September 1997 zur Kenntnis genommenen - Vorlage "Die nächsten grossen Schritte Projektmanagement 1997-2001" hat die Forschungsstelle Baselbieter Geschichte im wesentlichen ihr inhaltliches Konzept, den Schreibplan, den Ablauf und die Finanzierung der Herstellung sowie ihre Ideen zur Veröffentlichung, Lancierung und Marketing der Neuen Kantonsgeschichte von Baselland festgehalten. Nach der Kenntnisnahme durch den Regierungsrat wurde die Vorlage über die lokalen und regionalen Medien der Öffentlichkeit vorgestellt.


Eine recht intensive Vortragstätigkeit in nationalen und internationalen Forschungszusammenhängen rundete für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Berichtsjahr ab.




10.2 Kantonsbibliothek


10.2.1 Bibliothekskommission


Die Kommission bzw. deren Arbeitsgruppen traten zu 21 (17) Sitzungen zusammen. Sie publizierte die kantonale Bibliotheksstatistik und andere Fachinformationen im Jahrbuch "Unterwegs in der Baselbieter Bibliothekslandschaft 1996".


Die Kommission arbeitete eine Vernehmlassung aus zu den Richtlinien für die Grundausbildung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB).


Im August begann der achte Ausbildungskurs mit 19 Teilnehmerinnen. Am Schulbibliothekarenkurs, der ebenfalls im Sommer stattfand, nahmen 13 Lehrerinnen und Lehrer teil.


Bei den Weiterbildungskursen wurde erstmals im Frühjahr ein Vorstellungsabend für Neuerscheinungen in der Kinder- und Jugendliteratur durchgeführt. Ebenfalls neu wurde im Rahmen von BIBLIO3 in Soultz eine Fortbildungstagung für Bibliothekspersonal aus der Regio durchgeführt.


Im Januar fand das 5. Leiterinnentreffen statt. Zahlreiche Bibliotheken nahmen am Schweizerischen Bibliothekstag vom 25. Mai teil und führten zusammen mit der Kommission und der Kantonsbibliothek gemeinsame Aktionen durch. Die Arbeitsgruppe Gemeindebibliotheken verfasste die Broschüre "EDV in Basellandschaftlichen Bibliotheken" und verteilte sie an die Bibliotheken. Eine Delegation der Kommission besuchte die Bibliotheken von Tenniken und Bretzwil und erstellte zu Handen des jeweiligen Gemeinderats einen Bericht.


Beim vierten Kantonetreffen SO/AG/BL in Liestal orientierten sich die Mitglieder der Kommissionen über den Stand und die Entwicklung der Schul- und Gemeindebibliotheken sowie über das neue Ausbildungskonzept.




10.2.2 Kantonsbibliothek


Auf den 1. Januar wurde eine jährliche Benutzungsgebühr für Erwachsene über 20 Jahre in der Höhe von Fr. 25.-- eingeführt. Die Zahl der eingeschriebenen Benutzerinnen und Benutzer ging insgesamt um 7.3 % und bei der gebührenpflichtigen Benutzergruppe um 28.3 % zurück. Im Vergleich zum Vorjahr schrieben sich 17 % weniger Neubenutzerinnen und Neubenutzer ein. Bei der gebührenpflichtigen Benutzergruppe liegt der Rückgang an Neueinschreibungen bei über 50 %.


Über 175 000 Personen oder durchschnittlich 685 pro Tag besuchten die Kantonsbibliothek. Die durchschnittliche Ausleihmenge stieg erstmals auf über 1 000 pro Tag.


Die Ausleihen stiegen trotz Benutzerrückgang um 4.8 % an. Da die Neuzugänge an Büchern und Medien lediglich um 1.8 % zunahmen, vergrössert sich die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage weiterhin. Die Folge ist eine fortschreitende Übernutzung und damit Verkürzung der Lebensdauer der Bestände. Im Vergleich zum Vorjahr mussten denn auch doppelt soviele Bücher ausgeschieden werden. Bei 7 500 Neuzugängen und 3 600 ausgeschiedenen Bänden liegt die Ausscheidungsrate bei fast 50%. Die Buch- und Mediendiebstähle haben nochmals zugenommen.


Die Bibliothek des Staatsarchivs wurde als sechste Bibliothek in den Baselbieter Bibliotheksverbund BBV aufgenommen. Damit sind in den Verbundkatalogen erstmals über 100'000 Titel nachgewiesen.


Der bereinigte Entwurf für ein "Leitbild für die Bibliotheken Baselland" liegt vor und muss noch genehmigt werden. Es soll Grundlage für die Bibliotheksentwicklung der nächsten 5 - 10 Jahre bilden.


Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums des Verbandes der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz BBS fand am 25. Mai ein Bibliothekssonntag statt. Die Lesungen, Führungen und speziellen Aktionen der Kantonsbibliothek fanden regen Publikumszuspruch.




Baselbieter Bibliotheksverbund (BBV)


Die Bibliothek des Staatsarchivs Baselland konnte mit dem EDV-System der Kantonsbibliothek automatisiert und in den Baselbieter Bibliotheksverbund aufgenommen werden. Damit wird das Baselbieter Schrifttum in einem zentralen EDV-Katalog nachgewiesen. Dem BBV gehören 6 Bibliotheken an; nämlich die Kantonsbibliothek, die Mediothek der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Liestal (GIBL) sowie die Bibliotheken des Lehrerseminars, des Kantonsmuseums, des Staatsarchivs und des Gymnasiums Liestal.


BBV-Statistik:


* Nicht berücksichtigt ist der ältere Buchbestand, der nicht im Verbundskatalog nachgewiesen ist sowie die noch nicht ausleihbaren Einheiten.




10.2.3 Benutzung


Die Zahl der eingeschriebenen Benutzerinnen und Benutzer nahm erstmals seit über 20 Jahren ab und betrug Ende des Berichtsjahres 11 977 (12 915). Der Rückgang macht mit insgesamt 938 Personen 7.3 % aus. Im Vorjahr war ein Anstieg von 18.6 % zu verzeichnen. Während die Benutzergruppen der Kinder und Jugendlichen im üblichen Rahmen der letzten Jahre zulegten, nahm die gebührenpflichtige Benutzergruppe der Erwachsenen um 2 521 Personen oder 28.3 % ab. Ihr Anteil an der Gesamtbenutzerschaft sank von 69.0 % auf


53.3 %. 1'773 (2'077) Personen oder 17 % weniger als im Vorjahr schrieben sich als Benutzerinnen oder Benutzer neu ein. Die Neueinschreibungen bei den Erwachsenen gingen gar um 50 % auf 581 (1 164) zurück.


Mit durchschnittlich 48 (39) Ausleihen pro Jahr gehören die Kinder zu den aktivsten Benutzerinnen und Benutzern; gefolgt von den 10-14jährigen mit 39 (31) und den 14-20jährigen mit 22 (20) Jahresausleihen.


Der Benutzerrückgang hat das Einzugsgebiet der Kantonsbibliothek nur leicht verändert. Er liegt in entlegeneren Gemeinden etwas höher. Der prozentuale Anteil der im Bezirk Liestal wohnenden Leserinnen und Leser an der Gesamtbenutzerschaft bleibt stabil. Die Stadt Liestal stellt 25.6% (26.4%) der Benutzerinnen und Benutzer.


Der prozentuale Anteil der in der Kantonsbibliothek als Leserinnen und Leser eingeschriebenen Personen an der Wohnbevölkerung liegt in Seltisberg mit 26.6 % (27.7 %) am höchsten. In sieben weiteren Gemeinden (Arboldswil, Bubendorf, Hölstein, Lausen, Liestal, Lupsigen, Ramlinsburg) liegt er bei über 20% sowie in 14 Gemeinden bei über 10 %.


168 476 Personen haben die Freihandbibliothek besucht. Dies sind 14 040 (13 200) Besucherinnen oder Besucher pro Monat oder 665 pro Tag.


Benutzerstatistik:


Die Ausleihen haben gegenüber dem Vorjahr um 11'830 (36 000) Einheiten oder um 4.8 % (17 %) zugenommen. Überdurchschnittlich hoch sind die Zuwachsraten bei den Literaturkassetten, Kindervideos und den CD-ROMs.


Das Ausleihvolumen erreichte im Tagesdurchschnitt 1024 (970), an Spitzentagen jedoch über 1 500 Bücher und Medien. Mit 24 864 (23 110) Ausleihen war der Oktober der ausleihstärkste Monat.


Um die Beratung der Benutzerinnen und Benutzer zu verbessern, wurde ab Oktober während den ausleihstärksten Zeiten eine mobile Infothek eingerichtet. Sie entspricht einem grossen Bedürfnis.


Die Benutzung der umfangreichen, ausgelagerten Bestände ist wenig kundenfreundlich. Die Ausleihen aus den fünf verschiedenen Magazinen haben trotzdem um 18.3 % (22.3 %) zugenommen. Der betriebliche Aufwand für das Holen und Rückstellen ist sehr gross.


Ausleihstatistik:




Im Lesesaal stehen 2 803 (2 709) Nachschlagewerke sowie 75 (91) Fachzeitschriften und 30 (28) nationale und regionale Zeitungen zur Verfügung. Der Grossteil der gedruckten Bibliographien musste ausgeschieden oder ins Magazin verschoben werden. Der Lesesaal wurde insgesamt von 4 894 (4 413) oder täglich von durchschnittlich 19.3 (17.3) Personen benutzt.


Im Lesesaal stehen dem Publikum die Onlinekataloge aller schweizerischen Universitätsbibliotheken sowie ein genereller Internetzugriff für Recherchen zur Verfügung. Aus Platzgründen wurden die ausleihbaren CD-ROMs in den Lesesaal verlegt.


Es wurden 3 (3) Schulklassen anhand praktischer Suchaufgaben in die Benutzung der Freihandbibliothek und 3 (5) Gruppen in die des Lesesaals eingeführt. Weitere 5 (3) Bibliotheksführungen wurden für interessierte Gruppen durchgeführt.


Für den Ausbildungskurs für nebenamtliche Bibliothekarinnen/Bibliothekare dient der Lesesaal teilweise als Kurslokal.


15 (15) schriftliche Anfragen um wissenschaftliche Auskünfte wurden beantwortet.




10.2.4 Buch- und Medienbestand


Die Neuzugänge an Büchern und Medien haben gegenüber dem Vorjahr um 1.8 % (8.5 %) zugenommen. Aufgrund der starken Nutzung mussten allerdings 3 642 (1 992) Bücher und Medien ausgeschieden werden, so dass der Bestandeszuwachs um 28 % tiefer als im Vorjahr liegt. In der Freihandbibliothek liegen 63 (65) und im Lesesaal 105 (119) Zeitungen und Zeitschriften zur freien Benutzung auf. Insgesamt werden 828 (826) Periodika verwaltet, davon 55 (55) als Depot der Naturforschenden Gesellschaft.


In Ergänzung zu den deutschsprachigen Literaturkassetten konnte ein Angebot in französischer, englischer und italienischer Sprache aufgebaut werden.


Die Vereinbarung mit der Volkshochschule beider Basel, dass die in den Kursen empfohlene Literatur - unter Wahrung einer gewissen Verhältnismässigkeit - von der Kantonsbibliothek angeschafft wird und bei Kursbeginn zur Verfügung steht, wurde erfolgreich weitergeführt.


Zuwachsstatistik:


Die Freihandbibliothek vermag keinen Buch- und Medienzuwachs mehr aufzunehmen. Um die Neuerwerbungen präsentieren zu können, müssen immer ebensoviele Bände aus der Freihandbibliothek entfernt, umgearbeitet und ins Magazin gestellt werden.


Die fünf Magazinräume mit rund 119 000 Bänden sind auf 5 Liegenschaften verteilt. Drei davon sind als Buchmagazine ungeeignet und müssen permanent entfeuchtet werden.


Alle Neuzugänge des Berichtsjahres sowie ältere Baselbieter Publikationen und Artikel aus Baselbieter Periodika wurden direkt in den Computer katalogisiert. Insgesamt wurden 6 576 (7 485) Einheiten formal und inhaltlich erschlossen und 3 642 (1 992) Aufnahmen von ausgeschiedenen Medien gelöscht. Am 31.12.1997 enthielt die Datenbank der Kantonsbibliothek 57 093 ausleihbare Einheiten und 63 400 Titelaufnahmen.


Am OPAC wurden insgesamt 135 736 (113 482) Recherchen durchgeführt. 56 % (54%) der Anfragen führten zu konkreten Ergebnissen in Form von Büchern oder Medien.


Gute Aufnahme fand das Bibliotheksjahrbuch "Unterwegs in der Baselbieter Bibliothekslandschaft" mit dem künstlerisch von Bruno Siegenthaler gestalteten Umschlag und dem Editorial von Martin Dean.




10.2.5 Beauftragter für Schulbibliotheken und Jugendliteratur


Die folgenden Gemeinden nahmen Beratungen im Hinblick auf Um- oder Neubauten ihrer Schulbibliotheken in Anspruch: Allschwil, Bubendorf, Muttenz, Wahlen und Zwingen. In Liestal fand anlässlich einer Bibliotheksübernahme ein Beratungsgespräch statt.


1997 besuchte die Beauftragte zusammen mit Mitgliedern der Bibliothekskommission 24 Bibliotheken an Primar- und Realschulen im Bezirk Liestal sowie 11 Sekundarschulbibliotheken. Visitationsberichte mit Angaben zur Situation und Empfehlungen wurden an die Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie an die Rektorate, Schulpflegen und Gemeindebehörden verschickt.


Wie bereits 1996 konnte auch 1997 ein Medienbeitrag in der Höhe von Fr. 18.-- pro Schulkind an die Schulbibliotheken der Sekundarschulen überwiesen werden. Zusätzlich beantragten folgende Sekundarschulen einen Sonderkredit: Aesch, Allschwil (Breite), Gelterkinden, Liestal (Frenke), Münchenstein und Sissach. Den Gesuchen wurde mit Beträgen zwischen Fr. 1 500-- und Fr. 2 100-- entsprochen. An 132 interessierte Schulbibliotheken und an 18 Gemeindebibliotheken wurde vierteljährlich das Rezensionsorgan "Berner Bücherbär" der Jugendschriften-Kommission des Kantons Bern zugestellt.


Vom 9. April bis am 4. Juni 1997 (9 Abende) fand in der Sekundarschulbibliothek Fröschmatt in Pratteln der Grundkurs für Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare statt. Der Kurs wurde von 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Schulstufen besucht.


Am 19. Juni fand im Amt für Informatik in Pratteln der Kurs "Einführung in das Katalogisierungsprogramm für Schulbibliotheken (BiThek 2)" statt. 25 interessierte Lehrkräfte haben daran teilgenommen.


Von der Kantonalen Bibliothekskommission wurden dieses Jahr zwei Fortbildungsveranstaltungen zum Thema "Neue Kinder- und Jugendliteratur" (Frühling und Herbst) organisiert. Beide Anlässe wurden von zahlreichen Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekaren besucht.


Vom 8. bis 12. September befand sich die deutsche Autorin Gudrun Pausewang auf Lesereise im Kanton Basel-Landschaft. An 10 Schulen sowie an drei öffentlichen Bibliotheken hielt sie insgesamt 14 Lesungen.


Gemäss Ausleihstatistik 1997 der Zentrale für Klassenlektüre wurden an Baselbieter Schulklassen 628 (634) Serien mit insgesamt 12 771 (12 234) Büchern ausgeliehen.


In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Schulbibliotheken der Kantonalen Bibliothekskommission wurde im Herbst an alle Primar-, Real- und Sekundarschulen ein Werbeschreiben mit Plakat verschickt. Im Dezember erhielten alle Lehrkräfte der Volksschule das neue Verzeichnis der Zentrale für Klassenlektüre 98/99 zugestellt.



Fortsetzung


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