1998-040_bud_8.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040 vom 24. Februar 1998


Amtsbericht 1997 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





8. Lufthygieneamt beider Basel

8.1 Allgemeines


Im Rahmen der Einführung des New Public Management bzw. der wirkungsorientierten Verwaltung wurde ein Leistungsauftrag für das Jahr 1998 im Auftrag der Bau- und Umweltschutzdirektion und des Baudepartementes erarbeit und Vorkehrungen getroffen, um das neue Rechnungswesen sowie die Betriebsbuchaltung einzuführen.


Nach der Fertigstellung des Emissionskatasters wurde mit dem Aufbau eines modernen Modells für die Berechnung der räumlichen Verteilung der Luftbelastung sowie für die Prognose von Massnahmenszenarien begonnen. Mit einem Modell wurde die Auswirkung von Massnahmen zur Bekämpfung des Sommersmogs simuliert. Die Ergebnisse bestätigen die bisherige Strategie, die auf eine dauerhafte Reduktion der Luftschadstoffe, die zur Ozonbildung führen, setzt.


Die nationale Luftkampagne DollAir konnte durch die finanzielle Beteiligung der Mehrheit der Kantonen und des Bundes sowie von drei Sponsoren der Wirtschaft sichergestellt werden. Der Start der Kampagne ist für den Sommer 98 vorgesehen.


Gemeinsam mit dem Bund und allen anderen Kantonen wurde die Broschüre Luft-Post erarbeitet. Sie behandelt das Thema Luftreinhaltung und ist speziell für den Einsatz in Schulen gedacht




8.2 Luftreinhaltung in Industrie und Gewerbe


Das Modellprogramm in der Druckereibranche konnte auch bei kleinen und mittleren Betrieben etabliert werden. Die Positivliste wurde erweitert, so dass heute rund 30 Betriebe Vereinbarungen mit dem Lufthygieneamt zu weitergehenden VOC-Reduktionen getroffen haben. Eine erste Zwischenbilanz nach einem Jahr Positivliste ergab, dass rund 30% der vereinbarten Reduktionen realisiert wurden.


In der Carrossier-Branche wurde ein Programm gestartet mit dem Ziel, auf freiwilliger Basis die Lösemittelemissionen nach dem Stand der Technik zu reduzieren. Trotz dieser positiven und erfolgreichen Beispiele zeigt es sich auch, dass die individuellen Sanierungen von Betrieben gerade in der heutigen wirtschaftlich angespannten Zeit nur harzig voran gehen. Es braucht im Vergleich zu früher mehr behördlichen Aufwand, um Sanierungsziele zu vereinbaren und durchzusetzen.




8.3 Luftqualität


Beim Messnetz wurde der Standort der Stationen Basel Feldbergstrasse und Aesch Schlatthof leicht verlegt.


Als Schwerpunktkampagne lief das Messprogramm BRISKA (Basler Risikostudie Aussenluft, als MGU-Projekt) mit Erhebungen der Luftbelastung durch Schwebestaub und Russ an sechs unterschiedlich belasteten städtischen Standorten.



Für die Erfassung und Bestimmung der verschiedenen Partikelgrössen des Schwebestaubs (PM10 und PM 2.5) wurden die Staubsonden einiger Messstationen mit speziellen Messköpfen ausgerüstet (siehe Abbildung).


Ergänzt wurde dieses Programm durch eine einjährige Erhebung der Luftqualität im Basler Kannenfeldpark. Die Resultate der Messungen im Kannenfeldpark zeigen, dass auch innerhalb der Stadt bei den gasförmigen Schadstoffen deutliche räumliche Differenzierungen auftreten können. In diesem Park liegt die Stickstoffdioxid-Belastung im Bereich des Jahresgrenzwertes. Die Verteilung des Feinstaubes (PM10) zeigt hingegen geringe räumliche Unterschiede. Die Belastung der Luft durch Feinstäube liegt im weiten Gebieten der Agglomeration über dem Grenzwert, der in der revidierten Luftreinhalte-Verordnung aus human-toxikologischen Gründen neu eingeführt wurde (Inkraftsetzung per 1. März 1998).


Die Luftsituation im Jahr 1997 war gekennzeichnet durch eine gleichbleibende, im grössten Teil der Stadt Basel und entlang der Hauptverkehrsachsen im Baselbiet übermässige Stickoxid-Belastung (siehe Abbildung). Diese Stagnation der Luftqualität zeigt, dass das Potential der Massnahmen zur Minderung der Emissionen nahezu ausgeschöpft ist. Erfreulich ist die Tatsache, dass die Ozonbelastung tiefer als in den Vorjahren lag.




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