Regionalplan Siedlung: Objektblätter

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-088 vom 12. Mai 1998


Regionalplan Siedlung


Inhalt Objektblätter


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung

Objektblatt-Nr.: S 6.4


Sachbereich: Siedlung; Natur im Siedlungsbereich


1. VORHABEN


1.1 Querbezüge / rechtliche Grundlagen




1.2 Ausgangslage / Problemstellung


Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung im Siedlungsraum sind Orte oder Gebiete, denen mit Blick auf ihre naturräumlich-ökologische Funktion besondere Bedeutung zukommt. Dabei handelt es sich insbesondere um Passagen und Orte, welche von unterschiedlichen Tierarten auf ihren Wanderungen und Zügen immer wieder benutzt werden.


Diese Gebiete stehen nicht isoliert, sondern in einem räumlichen Verbund in der Landschaft, d.h., es herrscht ein fortwährender gegenseitiger Austausch zwischen Artbeständen unterschiedlicher Lokalitäten. Diese Wechselwirkung stellt die zum langfristigen Überleben unerlässliche genetische Vermischung innerhalb einer Art sicher und gewährleistet somit deren räumliche Verbreitung. Wichtigste Ausbreitungsachsen der Arten (ökologische Vernetzungsachsen) sind heute die Fluss- und Bachläufe.


Im Siedlungsgebiet bzw. in der Nähe des Siedlungsgebietes wurden diese Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung durch menschliche Nutzungen in ihrer Wirkung und Funktion stark beeinträchtigt oder zerstört, beispielsweise durch Isolierung von Biotopen (beeinträchtigte Vernetzungsfunktion), Zerschneidung von Ausbreitungsachsen durch das Strassen- und Schienennetz. Wichtigster Auftrag ist in diesen Gebieten, die vorhandenen Barrieren und Hindernisse wieder durchgängig zu gestalten bzw. die unterbrochenen Wanderkorridore wiederherzustellen. Dies ist im wesentlichen eine Aufgabe des Kantons.


Die folgende Tabelle beschreibt die vorhandenen Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung:




1.3 Ziele / Grundsätze


1.3.1 Generelle Ziele / Grundsätze


a) Die Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung sollen in ihrem Wert und in ihrer Funktion wiederhergestellt bzw. aufgewertet werden.




1.3.2 Objektbezogene Ziele und Grundsätze




1.4 Grundlagen


- Kantonales Natur- und Landschaftsschutzkonzept, Liestal 1990


- Vernetzungskonzept Hochrheintal sowie Aktionsprogramm "Rhein 2000" des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)


- Projekt "Lachs 2000"


- Inventar der Schweizer Wasservogelgebiete von nationaler Bedeutung, Schweizerische Vogelwarte Sempach 1995


- Ornithologisches Inventar beider Basel, 1996


- Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung, Entwurf, 1994


- Reptilieninventar beider Basel, Basel/Liestal 1997




2. Voraussichtliche Räumliche Auswirkungen und Probleme


Die Erhaltung und Aufwertung der Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung sowie die Sicherstellung der Vernetzungsfunktion können fallweise zu Nutzungseinschränkungen und/oder Projektanpassungen führen.


Die Sanierung beeinträchtigter Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung ist oft mit technischen Massnahmen verbunden (z.B. Renaturierungen von Gewässerdurchlässen unter Strassenbrücken; Grünbrücken). Deshalb sind derartige Sanierungen vielfach mittel- bis langfristig im Zusammenhang mit Reparaturmassnahmen an den Verkehrsinfrastrukturen zu planen und im Rahmen der jeweiligen finanziellen Möglichkeiten vorzusehen.




3. Ergebnisse der bisherigen Mitwirkung und Zusammenarbeit


Zwischen Beginn Juli und Ende November 1996 fand ein öffentliches Mitwirkungs- und Vernehmlassungsverfahren zum Regionalplan Siedlung statt. Folgende wesentliche Anregungen und Einwände wurden angebracht:


Generelle Inhalte:


Die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Objektblattes wird kontrovers beurteilt. Während die Baselbieter Bauverwalterkonferenz zusammen mit der Gemeinde Füllinsdorf sich auf den Standpunkt stellt, die ökologischen Schlüsselstellen hätten nur untergeordnete Bedeutung und sollten deshalb mit Blick auf eine Entlastung des Planinhaltes aus dem Regionalplan Siedlung entlassen werden, begrüssen die Gemeinden Birsfelden, Grenzach-Wyhlen, Lörrach, der Kanton Aargau, der Regionalverband Hochrhein-Bodensee sowie diverse Naturschutzverbände das Objektblatt ausgesprochen. Da es sich ausnahmslos um kantonale Projekte handelt, wird das Objektblatt beibehalten.


Objektbezogene Inhalte:


Aus verschiedenen Gründen (Systematik, berechtigte Kritik) werden die Objekte Birsfelden (Hagnau), Münchenstein (Brüglingen) und Pratteln (Bahngleis) aus dem Objektblatt entlassen. Die übrigen Objekte stossen ausnahmslos auf Zustimmung.




4. Regionalplanbeschlüsse


4.1 Richtungsweisende Festlegungen


Planungsziele/Planungsgrundsätze/Planungsaufträge


a) Die Schwerpunkte der ökologischen Vernetzung sind in ihrer Funktion wiederherzustellen bzw. - wo erforderlich - aufzuwerten. (Adressat: BUD)


b) Wirken verkehrstechnische Infrastrukturen auf die ökologischen Funktionen (Verbreitung, Wanderkorridor von Tierarten) der in der Regionalplankarte bezeichneten Schwerpunkte einschränkend, sind die Einschränkungen im Rahmen von Sanierungsarbeiten und Neubauprojekten durch konkrete Massnahmen abzubauen. Die Baumassnahmen sollten nicht zu erheblichen Verteuerungen führen. (Adressat: BUD(TBA+AOR/NL))




4.2 Örtliche Festlegungen und Abstimmungsanweisungen




5. Beschluss des Landrates


LRB vom



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