97/40; Amtsbericht 1996; Teil 24
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| Regierungsrat / Verwaltung |
| 3.4.7 Tierzucht und Viehabsatz Tierzucht Der Kanton unterstützt bei allen Nutztiergattungen vor allem die Leistungserhebungen in den Zuchtbeständen und deren Auswertung. Ferner werden die Zuchtgenossenschaften, zurzeit 43, und die schweizerischen anerkannten Zuchtorganisationen mit Beiträgen unterstützt. Für die Durchführung der Beständeschauen und Herdebuchaufnahmen war, mit Ausnahme der Holsteinrasse, der Kanton zuständig. Insgesamt bewerteten die Experten im Frühjahr und Herbst an 45 Tagen 4758 Kühe und 126 Stiere. Bei der Holsteinrasse sind auf 3 Schauplätzen Regionalschauen mit Rangierung, ohne Bewertung, der Kühe und Rinder durchgeführt worden. Diese Neuerung ist vom Publikum und den Viehzüchtern gut aufgenommen worden. Die besseren Zuchttiere wurden durch eine "Qualitätsprämie" honoriert. Viehabsatz 1996 kam den vom Kanton organisierten Märkten für grosses Schlachtvieh und Schafe eine besondere Bedeutung zu. Total sind 1294 (+ 522) Tiere der Rindviehgattung und 738 ( + 121) Schafe vermarktet worden. Immer mehr Produzenten schätzen in schwierigen Zeiten die wichtige Funktion dieser Märkte mit neutraler Taxation, Versteigerung an den Meistbietenden, Mindestpreis- und Absatzgarantie. Bedingt durch die BSE-Krankheitsfälle beim Rind und dem möglichen Zusammenhang zur Creutzfeld-Jakob-Krankheit des Menschen ist ein gewaltiger und dauerhafter Medienwirbel entstanden. Der Rindfleischkonsum dürfte bei uns um 10 - 15 % gesunken sein. Die Preise für Bank- und Verarbeitungsvieh sind dramatisch eingebrochen. Wenig erfreulich für Produzenten wie Konsumenten ist die Tatsache, dass die Grossverteiler 1996 ihre Marge beim Fleisch um 10 - 15 % erhöht haben (Eidg. Preiskontrolle). Kuhhalterbeiträge Der Bund entrichtet Beiträge an Kuhhalter ohne Verkehrsmilchablieferung. Diese Betriebe verwerten die Milch über die Kälbermast und -aufzucht oder sie halten Mutterkühe (Fleischrinderzucht). 1996 sind 1,4 Mio Fr. an 96 Betriebe mit 1162 Kühen vermittelt worden. Kurswesen, Beratung An 3 Abenden wurden neue Besamungstiere vorgestellt. Obwohl man die wirtschaftlichen Probleme deutlich spürt, sind doch über 200 v.a. junge Bauern zu diesen Anlässen erschienen. Ein Schlachtviehbeurteilungskurs und div. Fachvorträge und Fachartikel gehörten ebenso zum Weiterbildungsangebot. 3.4.8 Obst- und Weinbau Obstbau Das Hauptinteresse der Obstbauern liegt zur Zeit in der Erneuerung des Zwetschgenanbaus. Wir halfen mit bei der Planung von Anlagen mit neuen Sorten und Unterlagen. Daneben bleiben auch das Testen der neuen schwachen Wurzel-Unterlagen für Kirschen und das Überdachen der Bäume mit Folien zum Ausschalten des Wetterrisikos aktuell. Die Erfahrungen aus den Versuchspflanzungen der letzten 3 Jahre wurde zusammengetragen und veröffentlicht. Es floss auch in unser Kursangebot ein, das sehr gut besucht wurde. Die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen nimmt zu. Vier Besichtigungsabende von modernen Obstkulturen wurden gemeinsam mit den Berufskollegen aus AG und SO durchgeführt. Rebbau Das Interesse am Rebbau ist gross. 14 Gesuche um Aufnahme von Parzellen in die Rebbauzone wurden bearbeitet. Die angebotenen Kurse und Weiterbildungstagungen wurden sehr gut besucht. Der Themenkreis war: Qualitätsförderung und umweltfreundliche Produktionsmethoden. Der zum ersten Mal ausgeschriebene Basis-Kurs Rebbau war voll ausgebucht. 15 nebenamtliche Kontrolleure führten die Weinlesekontrolle durch. Der Jahrgang 1996 ist von sehr erfreulicher Qualität. Verwertung Der Druck des Marktes führt dazu, dass sich Bauernfamilien mit qualitativ guten Veredlungsprodukten profilieren wollen. Wir boten dazu je 2 Kurse und Wettbewerbe bei Süssmost und Destillaten an. 3.4.9 Gemüsebau Der Kanton Basel-Landschaft unterstützt die Genossenschaft bäuerlicher Gemüseproduzenten Baselland mit etwa einem Drittel einer Arbeitskraft. Die Genossenschaft schliesst jährlich mit verschiedenen Abnehmern Verträge über die Lieferung von Gemüse ab. Es handelt sich dabei vor allem um Lagergemüse. Die Hauptabnehmer sind die Grossverteiler: Etwa gehen an die Migros, ungefähr 20 % an Coop, etwa 10 % an die Firma J. Pfaff, Allschwil, der Rest an verschiedene Firmen. Für die Saison 1996/97 wurden folgende Flächen angebaut und konnten etwa untenstehende Mengen abgesetzt werden.
Der Totalumsatz wird etwa Fr. 790'000.-- betragen. Da in der Region das Jahr 1996 das kühlste Jahr seit 1985 war, fehlte einigen Kulturen die notwendige Wärme. Vor allem eher später gesetztes Gemüse erreichte die normalen Erträge nicht. Überdurchschnittliche Erträge wurden bei den Zwiebeln geerntet. Dank dem Entgegenkommen der Abnehmer können alle Zwiebeln zu sehr fairen Preisen vermarktet werden. Auch bei den übrigen verkauften Gemüsen wurden in der Regel im Vergleich zur gesamten Angebotssituation gute Preise realisiert. 3.4.10 Boden und Umwelt Klärschlamm Die neue Klärschlamm-Buchhaltungssoftware wurde eingeführt und hat sich als optimal erwiesen. Der Datenaustausch mit den umliegenden Kantonen ist damit gewährleistet. Die Nachfrage nach Klärschlamm-Trockengranulat war 1996 rückläufig: Es wurden ca. 1000 Tonnen Trockensubstanz (TS) durch die Firma Pfirter ausgebracht. Die technische Ausbringung von Flüssigschlamm hat neu die Firma Marquis übernommen. Es wurden wie 1995 ca. 500 Tonnen TS ausgebracht. Ab 1997 wird den Landwirten auch die Ausbringung von eingedicktem Klärschlamm (Dickstoff) der ARA Ergolz 1 durch einen Lohnunternehmer angeboten. Bodenkartierung Die Feldarbeiten der Bezirke Sissach und Waldenburg sind weitgehend abgeschlossen und die Informationen auf das CAD-System des Vermessungsamtes übertragen worden. Forschung Die Bearbeitung der Pfeffingerkrankheit der Süsskirsche wurde in Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt Wädenswil im geplanten Rahmen weiterverfolgt. Verlässliche Resultate können aus biologischen Gründen nicht vor Ende 1997/98 erwartet werden. Erste Resultate der langfristigen Feldversuche zur überwindung der Pfeffingerkrankheit liegen vor: Die vermutete Resistenz der Unterlage Cob hat sich auch 1996 bestätigt. 3.4.11 Investitionskredite und Betriebshilfe Die Verwaltungskommission behandelte die eingereichten Gesuche in 5 Sitzungen. Für die Gewährung von Investitionskrediten und Betriebshilfe sind 49 (Vorjahr 37) Gesuche eingegangen. Nach Verrechnung der Pendenzen (1. Januar 2, 31. Dezember 1), die Abweisung von 10 (10) und der Abschreibung von 3 (3) konnten 37 (29) Darlehen mit einer Netto-Darlehenssumme von Fr. 2'351'100.-- (2'167'800.--) bewilligt werden. Schuldverpflichtungen gegenüber dem Bund:
3.4.12 Landwirtschaftlicher Hochbau Insgesamt sind 31 (36) Beitragsgesuche eingegangen. Drei (fünf) Beitragsgesuche mussten abgelehnt werden. In zwei (zwei) Fällen wurde Beschwerde erhoben, wovon eine durch den Regierungsrat teilweise gutgeheissen worden ist. Eine hängige Beschwerde betreffend Rückforderung von Beiträgen für den gewinnbringenden Verkauf eines sanierten Landwirtschaftsbetriebes wurde abgelehnt, die Rückerstattung der Beiträge ist unterdessen erfolgt. Nach wie vor unzureichende Zusicherungs- und Zahlungskredite zwingen dazu, die Höhe der Beiträge im Einzelfall zu beschränken. Aufgrund dieser Entwicklung verlieren die umfassenden Beitragstitel Hofsanierung und Gebäuderationalisierung an Bedeutung. Schwerpunkt der Tätigkeit sind Bauvorhaben unter den Titeln Stallsanierung und Düngeranlage. Die Beitragszahlungen sind wie folgt gegliedert:
3.4.13 Boden- und Pachtrecht Der im Bundesgesetz über das Bäuerliche Bodenrecht (BGBB) gestellte Auftrag an die Kantone erforderte den Erlass folgender Verfügungen (Vorjahr in Klammern):
Beim Vollzug des Bundesgesetzes über die Landwirtschaftliche Pacht (LPG) und der kantonalen Ausführungsbestimmungen waren folgende Verfügungen zu erlassen:
3.4.14 Agrarwirtschaft An betriebswirtschaftlichen Beratungen wurden 8 (2) komplette Betriebsberatungen und 2 (5) Teilberatungen bearbeitet. Dazu kamen noch Ertragswert- und Pachtzinsschätzungen sowie verschiedene Gutachten. Die durchgeführte eidgenössische Betriebszählung ergab eine Abnahme der Anzahl Landwirtschaftsbetriebe von 1424 (1990) auf 1258 Betriebe. Die verschiedenen Gemeinschaftsformen sind weiter im Aufwind. Ende Jahr waren 84 (67) Betriebszweig-, 3 (3) Betriebsgemeinschaften und 20 (20) Gebrüderbetriebe anerkannt. Zu Handen des Bauinspektorates wurden 296 (238) Stellungnahmen zu 283 (227) Baugesuchen abgegeben. 8 (3) Bauvorhaben mussten aus unserer Sicht abgelehnt werden. Für die IV-Stelle wurden total 29 (44) Gesuche bearbeitet. Bei 29 Gesuchen handelte es sich um Rentenabklärungen, davon 17 Revisionen. 2 Gesuche betrafen Kapitalhilfen. 3.4.15 Landtechnik Die Maschinenberatung bekommt den wirtschaftlichen Druck, der die Landwirte zwingt, Strukturkosten zu senken, besonders zu spüren. Strukturkosten können vorallem bei den Maschinen verringert werden. In Einzel- und Gruppenberatungen konnten die Landwirte über die Wirtschaftlichkeit und Eignung einer Maschinenanschaffung beraten werden. Für IP-Betriebe im Feldbau wurden an drei Standorten 81 Feldspritzen getestet. Für IP-Obstbau wurden 9 Gebläsespritzen jeweils in der Obstanlage der Besitzer getestet. 1996 wurden folgende Kurse im mechanischen Bereich angeboten: Fahrzeugpanne, was nun? Traktorfahren für Bäuerinnen Elektrisches Schweissen für AnfängerInnen und Fortgeschrittene 3.5 Besonderes Die Dienststelle war mit der Beteiligung als Gastkanton am Marché Concours in Saignelégier, dem Mekka der jurassischen Pferdezucht, stark engagiert. Unsere Pferdezucht präsentierte sich recht erfolgreich mit 22 Pferden und Fohlen. Eine Pferdedarbietung mit einer Freiberger/Haflingerquadrille, einer Springquadrille, einem Fahrcorso und einem Hengstgespann fand besondere Beachtung. An den populären Rennen auf Freibergerpferden waren die Baselbieter sehr erfolgreich: ein Sieger, ein Zweiter und ein 5. Platz. Höhepunkt war der farbenprächtige Umzug vom Sonntag nachmittag, an dem das Baselbiet mit mehr als 20 Sujets herausstach. Aber auch die Produkteschau und die Unterhaltung am Freitag und Samstag abend begeisterten das Publikum. Der Ebenraintag stand unter dem Motto "Obst und Kürbis". Obwohl es ununterbrochen regnete, fanden rund 2'500 Personen den Weg ins Landwirtschaftliche Zentrum. Zu Recht: Aepfel-Degustation, Süssmost-Fest, Streichelzoo, kulinarische Kürbis-Spezialitäten, Marktstände... Das Angebot war reichhaltig, der Besuch lohnte sich. |
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